Neuer Mann aus KanadaNeuer Mann aus Kanada

Neuer Mann aus Kanada

Chemnitz holt Aher Uguak.

Die NINERS haben den nächsten Transfer abgeschlossen und den 2.01 Meter großen Flügelspieler Aher Simon Uguak bis 2024 unter Vertrag genommen. Das 102 Kilogramm schwere Kraftpaket spielte letzte Saison für die Loyola Universität in Chicago und läuft aktuell für die Edmonton Stingers in der kanadischen Sommerliga CEBL auf. „Aher ist ein sehr athletischer Spieler und harter Arbeiter mit großem Entwicklungspotenzial. Umso mehr freut uns, dass wir Aher längerfristig binden konnten und er bei uns die nächsten Schritte machen wird“, sagt Cheftrainer Rodrigo Pastore über den 24-jährigen Neuzugang. „Es ist eine Ehre, meine erste Saison als Profi bei den NINERS erleben zu dürfen. Die BBL ist eine großartige Liga und ich bin davon überzeugt, dass in Chemnitz gerade ein ganz besonderes Team entsteht“, betont Uguak, der Anfang August in Sachsen ankommen wird.

Es ist die nächste Etappe auf der Reise seines Lebens, die ihn schon über viele Stationen führte. Ursprünglich stammen Uguaks Eltern aus dem Südsudan, flohen aber 1998 vor dem jahrelang anhaltenden sudanesischen Bürgerkrieg nach Ägypten, als Ahers Mutter bereits mit ihm schwanger war. So kam er schließlich in Alexandria zur Welt, bevor Uguaks Familie acht Monate später nach Kanada übersiedelte. Dort wurden sie in Edmonton heimisch, wo Uguak auch die kanadische Staatsbürgerschaft erhielt und mit der Harry-Ainlay-Highschool zwei regionale Meisterschaften feierte. Daraufhin erhielt Uguak mehrere Angebote aus der US-amerikanischen Collegeliga NCAA-1 und entschied sich 2016 zunächst für die Universität von New Mexico. Nach einem Jahr fernab der Heimat und wenig Spielzeit wechselte Uguak dann innerhalb der NCAA-1 an die Loyola Universität in Chicago, wo er aufgrund der Transferregeln jedoch eine Saison lang nicht im Basketballteam spielen durfte.

Dies änderte sich 2018 und so trug Uguak die folgenden vier Jahre das Trikot der Loyola Ramblers, mit denen er 2021 und 2022 den Titel der Missouri Valley Conference gewann. Dadurch gelang Uguaks Team auch der Sprung in das „March Madness“ genannte landesweite NCCA-Meisterschaftsturnier, bei dem die Ramblers 2021 sogar bis ins „Sweet 16“, also das Achtelfinale vorstießen. Einer der größten Erfolge jener Universität, die vor allem für ihre bislang einzige NCAA-Meisterschaft 1963 bekannt ist. Damals holte Loyola nicht nur als krasser Außenseiter den Titel, sondern erlangte mit dem Einsatz zahlreicher schwarzer Akteure und dem als „Game of Change“ bekannten Spiel gegen Mississippi enorme Bedeutung innerhalb der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die sich für die vollumfängliche Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung einsetzte.

Während seiner gesamten Zeit an der Loyola Universität stand Uguak in 129 Einsätzen ganze 122 Mal als Starter auf dem Feld und konnte seine statistischen Werte kontinuierlich steigern. In der zurückliegenden Saison 2021/22 waren es dann 8.9 Punkte, 4.3 Rebounds sowie 1.7 Assists pro Partie und Trefferquoten von 60 Prozent aus dem Zweierbereich, 32 Prozent von der Dreier- sowie 70 Prozent von der Freiwurflinie. Während der aktuell in Kanada stattfindenden CEBL-Sommerliga, bei der unter anderem auch Isiaha Mike aktiv ist, verbucht Uguak für die Edmonton Stingers in 18 Einsätzen durchschnittlich 9.4 Punkte, 2.9 Rebounds sowie 2.2 Assists und hat erneut sehr beachtliche Trefferquoten (56 % Zweier, 39 % Dreier, 72 % Freiwürfe). „Aher kann von außen abschließen oder mit viel Durchsetzungsvermögen den Ring attackieren. Ein wichtiger Grund, warum wir uns für ihn entschieden haben, ist aber auch, dass Aher ein herausragender Verteidiger ist, der nahezu alle Positionen verteidigen kann. Das wird ihn in unserem System sehr wertvoll machen“, sagt Pastore über Uguak, der zweimal ins „All-Defensive-Team“ der Missouri Valley Conference gewählt wurde und aus einer sportlichen Familie stammt. Sein jüngerer Bruder Lwal Uguak spielt für das American Football Team der renommierten Universität von Connecticut und einer seiner Cousins ist kein Geringerer als Luol Deng, der über 900 Spiele für Chicago, Cleveland, Miami, die LA Lakers und Minnesota in der NBA bestritt, zweimal ins Allstar-Game berufen wurde und mit Großbritannien an den Olympischen Spielen 2012 in London teilnahm.

Uguak, der wie Deng auf beiden Forward-Positionen agieren kann, steht dagegen noch ganz am Beginn seiner Karriere. „Aher geht in seine erste Saison als Vollprofi und wird etwas Zeit brauchen, um sich in Deutschland zu akklimatisieren. Aber er bringt gute Voraussetzungen mit. Loyola pflegt einen Spielstil, der dem europäischen sehr nahekommt und auch die jetzigen Erfahrungen in der CEBL werden ihm helfen, weil dort wie in der BBL nach FIBA-Regeln gespielt wird. Wir freuen uns darauf, mit Aher zu arbeiten und sind überzeugt, dass er mit den richtigen Entwicklungsschritten eine große Karriere vor sich haben kann“, unterstreicht Pastore, während Uguak bereits darauf brennt, für Chemnitz aufzulaufen: „Ich weiß, dass die NINERS spielen, um zu gewinnen und ich werde alles in die Waagschale werfen, um dem Team zu möglichst vielen Siegen zu verhelfen und hoffe, dass wir eine sehr erfolgreiche Saison erleben.“

Mit der Verpflichtung von Aher Uguak und der Rückkehr von Mindaugas Susinskas sind zwei der sechs für ausländische Spieler geplanten Positionen besetzt. Mit zwei weiteren Akteuren stehen die NINERS unmittelbar vor einer Einigung und können diese wahrscheinlich zeitnah bekanntgeben. Auch für die dann letzten beiden Spots gibt es heiße Kandidaten. „Wir legen bei unserer Auswahl viel Wert darauf, dass die Spieler an beiden Enden des Feldes ihren Beitrag leisten können, also offensiv wie auch defensiv“, erläutert Pastore und gibt sich zuversichtlich, „dass wir eine Mannschaft aufbauen, die erneut positives Überraschungspotenzial hat und in drei Wettbewerben mit weit mehr als 40 Pflichtpartien konkurrieren kann.“ In großen Teilen wird das Team bereits zum offiziellen Trainingsauftakt in der zweiten Augustwoche stehen. Ab Ende August nimmt die Saisonvorbereitung mit den ersten Testspielen dann richtig Fahrt auf, bevor die NINERS am 21. September mit der Partie gegen Skopje in die Champions-League-Qualifikation starten. Der Austragungsort des Turniers ist noch offen, soll aber im Laufe dieser Woche von der BCL bekanntgegeben werden.

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