Drama in CrailsheimDrama in Crailsheim
HAKRO Merlins Crailsheim

HAKRO Merlins Crailsheim

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NINERS Chemnitz

NINERS Chemnitz

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Drama in Crailsheim

NINERS verlieren Atkins, Spiel und Heimrecht.

Die letzte Hauptrundenpartie in der easyCredit Basketball Bundesliga wurde für Sachsens beste Korbjäger zur wilden Achterbahnfahrt mit zahlreichen Höhen und Tiefen. Ohne den erkrankt pausierenden Überflieger Isiaha Mike und weite Strecken ohne Darion Atkins, der sich bereits nach fünf Minuten ein disqualifizierendes Foul einhandelte, musste sich Chemnitz vor gut 2.500 Zuschauern in der HAKRO Arena Crailsheim den gastgebenden Merlins mit 93:95 geschlagen geben. Zwischenzeitlich betrug der Rückstand sogar 16 Zähler, doch angeführt von den beiden überragenden Mindaugas Susinskas (36 Punkte) und Nelson Weidemann (26) kämpften sich die NINERS noch einmal zurück. Am Ende sollte es nicht ganz reichen, womit man auch den vierten Tabellenplatz und das Heimrecht im Playoffviertelfinale abtreten muss, da Ulm am Sonntag die bereits abgestiegenen Gießen 46ers mit 88:71 bezwang. Bitterer aber scheint jedoch, dass Centerhüne Atkins nach seinem Foul wohl eine Sperre drohen könnte. Die Entscheidung der BBL-Spielleitung steht noch aus.

Mit dem Rückenwind des 90:68-Erfolgs gegen Bonn sowie den nach Verletzung beziehungsweise Krankheit zurückgekehrten Niklas Wimberg und Eric Washington ging es für Chemnitz am Samstagabend in Crailsheim eigentlich ganz gut los. Susinskas, Weidemann und Jonas Richter versenkten schnell die ersten Dreier, Atkins zeigte sich treffsicher in Korbnähe und schon lagen die NINERS 18:12 vorn. Nach einem von den Referees nicht geahndeten Rempler des Crailsheimer Centers Bogdan Radosavljevic gegen Atkins, ließ sich dieser in der Rückwärtsaktion zu einer Unsportlichkeit hinreißen, nahm den Kopf tief runter und ließ Radosavljevic unsanft auflaufen, was die Schiedsrichter mit einem disqualifizierenden Foul bestraften. Solche ziehen stets eine Entscheidung der Spielleitung nach sich und können mit Geldstrafen oder auch Spielsperren belegt werden, was selbstredend ein großer Nachteil für den bevorstehenden Auftakt der Playoffs wäre.

Wie schwer es ohne ihren besten Scorer und Rebounder wird, bekamen die NINERS schon in den folgenden Minuten gegen Crailsheim deutlich zu spüren. Bis zur ersten Viertelpause verkürzte der Gastgeber bereits auf 23:26 und obwohl Susinskas im zweiten Abschnitt zunächst auf 36:29 stellte, wurde die kurze Rotation und die fehlende Größe am Brett zunehmend zum Problem. Defensiv konnte man die Länge der Merlins nur noch schwer matchen, musste ihnen freie Würfe und einige zweite Chancen gestatten. Offensiv fehlten mit Atkins und Mike wichtige Optionen am Brett, zumal Wimberg in seinem ersten Auftritt nach zwei Monaten noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Gleiches galt für die angeschlagenen Massenat, Washington und Karacic, die allesamt dennoch ihr Bestes gaben, gleichwohl nicht verhindern konnten, dass Crailsheim die Partie bis zur Halbzeitpause bereits auf 49:45 drehte.

Im dritten Abschnitt schien es noch schlimmer zu werden. Angepeitscht vom heimischen Publikum und mit der Hoffnung, doch noch in die Playoffs einzuziehen, spielte sich Crailsheim phasenweise in einen Rausch, profitierte von sicheren Dreiern und am Ende des Abends fast 20 Freiwürfen mehr als Chemnitz. Die 68:52-Führung kurz vor der letzten Viertelpause war dann nur die logische Folge. Mit einem Buzzerbeater-Dreier sendete Susinskas aber nochmal ein kleines Lebenszeichen und im Schlussabschnitt zeigten die NINERS auf beeindruckende Weise, warum sie in dieser Saison so erfolgreich sind. Aller widrigen Umstände zum Trotz gaben sich die Pastore-Mannen nicht auf, nahmen das Herz in beide Hände und bliesen zur Aufholjagd.

Schon nach einer gespielten Minute des finalen Durchgangs drückte Ivan Karacic den Rückstand erstmals wieder in den einstelligen Bereich. Susinskas machte vier Minuten vor Schluss ein sogenanntes „One-Possession-Game“ draus und keine Zeigerumdrehung später netzte Weidemann vom Perimeter zur 82:80-Führung der NINERS. Als der Pointguard wenig später von der Freiwurflinie zum 85:82 traf, machte er damit einen schier sensationellen 33:14-Lauf des Pastore-Teams binnen neuneinhalb Spielminuten perfekt. Das Monster-Comeback lag in der Luft, doch in den letzten Sekunden der Partie kämpfte eben auch Crailsheim verbissen um seine Chance auf die Playoffs, versenkten Fabian Bleck sowie der Ex-Chemnitzer Terrell Harris zwei wichtige Dreier mitten ins NINERS-Mark und machte am Ende 2.13-Meter-Hüne Bogdan Radosavljevic den Deckel zum 95:93-Endstand drauf. Nach dem Ulmer Sieg gegen Gießen am Sonntag steht nunmehr fest, dass Chemnitz vom vierten Tabellenplatz rutscht. Ob die NINERS letztlich Fünfter werden und somit Ende der Woche im Playoffviertelfinale zunächst zweimal in Ulm antreten oder als Sechster bei Bayern München gastieren werden, entscheidet sich erst am Mittwochabend, wenn Ludwigsburg das letzte Pflichtspiel einer spannungsgeladenen Bundesligahauptrunde gegen den Aufsteiger Heidelberg bestreitet.

 

STATISTIK:

HAKRO Merlins Crailsheim vs. NINERS Chemnitz 95:93 (23:26, 26:19, 21:12, 25:36), 2.426 Zuschauer

Susinskas (36 Punkte), Weidemann (26), Lockett (11), Richter (5), Atkins (4), Karacic (4), Wimberg (3), Washington (2), Ziegenhagen (2), Massenat (0), Gregori (nicht eingesetzt)

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