Mit Herz und LeidenschaftMit Herz und Leidenschaft
NINERS Chemnitz

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106

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Brose Bamberg

Brose Bamberg

94

Mit Herz und Leidenschaft

Letztes NINERS-Aufgebot ringt Bamberg nieder.

„Ich bin so stolz auf dieses Team“, war Cheftrainer Rodrigo Pastore am späten Samstagabend voll des Lobes für seine Spieler, die gerade schier Sensationelles vollbracht hatten. Ohne die verletzungsbedingt fehlenden Leistungsträger Isiaha Mike, Frantz Massenat, Nelson Weidemann und Ivan Karacic, ohne einen Ersatz für den abgewanderten Gerald Robinson, mit letztlich also nur noch sechseinhalb Spielern kämpfte Chemnitz den neunfachen deutschen Meister Brose Bamberg mit 106:94 nieder. Und machte sich dabei noch in großem Stile auf Rekordjagd. Erstmals knackten Sachsens beste Korbjäger in der easyCredit Basketball Bundesliga die magische Hundert-Punkte-Marke. Erstmals erzielte ein NINERS-Spieler im deutschen Oberhaus mehr als 30 Zähler. Genau genommen sogar zwei – Mindaugas Susinskas deren 32 und Trent Lockett im erst zweiten Auftritt für Chemnitz satte 31 Punkte. Für die Krönung sorgte aber Kapitän und bester NINERS-Schütze aller Zeiten, Malte Ziegenhagen, der im Spielverlauf seinen 2.000 Zähler (!) im Chemnitzer Jersey markierte und ebenso wie alle anderen Akteure großen Anteil daran hat, dass die NINERS weiter im Rennen um die Playoffplätze sind.

Wer vor der Partie die Aufstellung der NINERS las, hätte wohl kaum einen Pfifferling auf jene „Rumpftruppe“ gesetzt. Nach all den Ausfällen standen mit Susinskas, Lockett, Ziegenhagen sowie Darion Atkins, Jonas Richter und Niklas Wimberg lediglich sechs bundesligaerfahrene Spieler zur Verfügung. Der aus dem Regionalligateam aufgerückte Travis Jocelyn verschaffte den Vorgenannten mit zehn engagierten Spielminuten immerhin einige kurze Verschnaufpausen und der erst 17-jährige Youngster Nick Lasch feierte kurz vor der Halbzeitpause sein 16-sekündiges Bundesligadebüt. Da es dem letzten Aufgebot der NINERS aber vor allem an Ballhandlern, an Guards mangelte, war kaum vorstellbar, wie man gegen Playoffaspirant Bamberg bestehen können sollte.

Doch schon zu Spielbeginn zeigte Chemnitz, dass es einen Plan in der Tasche sowie mit Lockett, Ziegenhagen und sogar den beiden Centern Atkins und Richter Akteure in seinen Reihen hatte, die gewillt und fähig waren, den Spielaufbau zu übernehmen. Auch das Defensivkonzept mit fast durchgängiger Zonenverteidigung stellte Bamberg vor Probleme. So waren die NINERS von Beginn an überraschend gut im Spiel und hatten obendrein wohl reichlich Zielwasser getrunken. Zunächst streute Susinskas drei Dreier zum zwischenzeitlichen 15:13 ein und dann machte Ziegenhagen noch vor der ersten Viertelpause mit zwei Distanztreffern seine „2.000“ voll. Am Ende des Abends sollten es für den Kapitän 21 Punkte in dieser Partie und in Summe nunmehr 2.015 Zähler in 175 Pflichtspieleinsätzen für Sachsens beste Korbjäger sein.

Mit einer 26:20-Führung ging es in den zweiten Spielabschnitt, wo Chemnitz weiterhin die Nase vorn behielt und immer wieder die richtigen Akteure fand. Nahmen sich nun Susinskas und Ziegenhagen mal eine kurze Verschnaufpause, waren direkt Lockett und Atkins zur Stelle, um das Scoring weiter hoch zu halten. Zu hoch für die Gäste, welche zwar ihrerseits über Nationalspieler Chris Sengfelder oder Scharfschütze Omar Prewitt immer wieder zu sehenswerten Abschlüssen kamen, brennend heißen NINERS aber stets nur hinterherliefen. Hinzu kam eine, gemessen an den Umständen, respektable Defensivleistung der Chemnitzer Korbjäger, wo sich vor allem Jonas Richter als echter Anker erwies, mal Centerbrocken Akil Mitchell und dann auch wieder Wusel-Guard Justin Robinson erfolgreich verteidigte. Kurz vor der Halbzeitpause stellten er und Lockett dann die erste zweistellige NINERS-Führung an jenem Abend her und Nick Lasch wäre mit der Sirene beinahe noch ein weiterer Korb gelungen. Sein Versuch kam zwar leider Sekundenbruchteile zu spät, doch die NINERS durften dank einer äußerst beherzten Vorstellung dennoch mit einem 51:41-Vorsprung in die Kabine gehen.

Nach dem Seitenwechsel blieb Chemnitz weiter am Drücker und setzte sich mit einem schönen 9:0-Lauf, zu dem auch Richter einen Dreier beisteuerte, bereits auf 62:48 ab. Dann jedoch schien den NINERS in ihren tannenbaumgrünen Weihnachtstrikots allmählich die Luft auszugehen und Bamberg verkürzte binnen zwei Minuten auf 61:62. NINERS-Coach Pastore rief seine Mannen zur Auszeit, fand dabei offenbar die richtigen Worte und vor allem seine Spieler noch einmal neue Energiereserven. Denn bis zur letzten Viertelpause riss Chemnitz das Spiel erneut an sich, trafen Lockett, Ziegenhagen oder Atkins aus allen Lagen und letztlich Minde Susinskas von der Freiwurflinie zum 75:65 nach exakt 30 gespielten Minuten.

Auch im letzten Viertel zeigten die NINERS riesigen Einsatz, ungeahnte konditionelle Fähigkeiten und große Spielfreude. So hatten sie auf jeden Aufholversuch der Gäste stets eine Antwort und setzten mit Distanztreffern von Lockett und Ziegenhagen oder Dunks und Alley-Oops des sensationell aufspielenden Litauers Susinskas zahlreiche weitere Highlights. Beim Stand von 87:69 war die Partie quasi entschieden, aber Chemnitz gierte nach der Hundert und feuerte Bamberg letztlich mit einem offensiven Feuerwerk regelrecht aus der Halle. Als Lohn dieses leidenschaftlich erkämpften und exzellent erspielten 106:94-Sieges stehen die NINERS punktgleich mit Berlin, Ludwigsburg, Ulm und Hamburg auf Platz 7, also in ihrem gerade erst zweiten Bundesligajahr bereits auf einem Playoffplatz. Wenngleich die Saison noch lang ist – eine schöne wie verdiente Momentaufnahme.

 

TRAINERSTIMMEN

Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft! Obwohl wir heute unter ganz schweren Voraussetzungen antraten, glaubten die Jungs an sich und zeigten über das komplette Spiel hinweg riesigen Einsatz. Wir haben wieder unsere Mentalität unter Beweis gestellt, nicht nach Ausreden zu suchen, sondern Herausforderungen anzunehmen. Ehrlicherweise hatte ich unseren Spielern schon eine solche Leistung wie heute gegen Bamberg zugetraut. Sie kämpften, sie halfen einander und konnten sich belohnen. Im dritten Viertel, als Bamberg diesen starken 13:0-Lauf hatte, dachte ich kurzzeitig, dass uns mit der kleinen Rotation die Kräfte ausgehen. Aber irgendwo fand das Team dann doch wieder neue Energie und hat enorm stark geliefert. Ich möchte diesen Sieg vor allem unseren tollen Fans widmen, die uns immer großartig unterstützen und heute leider schon zum zweiten Mal nicht live dabei sein konnten. Weihnachten steht vor der Tür, wir haben unsere Fans immer in Gedanken bei uns und hoffen, dass sie heute stolz darauf sind, wie wir sie und die NINERS repräsentiert haben.“

Oren Amiel (Bamberg): „Zu allererst möchte ich Coach Pastore und seinem Team gratulieren. Die NINERS haben heute eine ganz starke Partie gemacht, insbesondere weil einige wichtige Spieler fehlten. Aber sie zeigten viel Herz. Wir dagegen müssen den Schalter ganz schnell umlegen. Wenn wir unsere Verteidigung nicht dramatisch verbessern, werden wir in einer so starken Liga wie der BBL keine Spiele gewinnen. Daran haben wir in den letzten zwei Wochen bereits hart gearbeitet und dennoch konnten wir es heute nicht aufs Feld bringen. Dafür übernehme ich die Verantwortung und weiß, dass viel Arbeit vor mir liegt. Es ist letztlich keine Zauberei. Wir haben heute 94 Punkte gemacht, aber konnten smart spielende Chemnitzer einfach nicht stoppen.“

 

STATISTIK: NINERS Chemnitz vs. Brose Bamberg 106:94 (26:20, 25:21, 24:24, 31:29)

Susinskas (32 Punkte), Lockett (31), Ziegenhagen (21), Atkins (10), Richter (8), Wimberg (4), Jocelyn (0), Lasch (0), Gregori (nicht eingesetzt)

 

TERMINE:NINERS Chemnitz vs. BG Göttingen, Mittwoch, 22.12.2021, 20:30 Uhr, Messe Chemnitz

FRAPORT SKYLINERS vs. NINERS Chemnitz, Montag, 27.12.2021, 19:00 Uhr, Fraport Arena Frankfurt

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