PokalsensationPokalsensation
NINERS Chemnitz

NINERS Chemnitz

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FC Bayern München

FC Bayern München

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Pokalsensation

Chemnitz kegelt Titelverteidiger München raus.

Der Wahnsinn geht weiter! Bei ihrer allerersten Teilnahme am MagentaSport-BBL-Pokal ist den NINERS die zweite faustdicke Überraschung gelungen. Nachdem man mit Ulm im Achtelfinale bereits einen ganz dicken Brocken aus dem Weg räumte, musste nun der große FC Bayern München im Tollhaus Messe Chemnitz dran glauben. Dank einer bärenstarken Vorstellung, bei der man phasenweise wie im Rausch spielte, setzten sich Sachsens beste Korbjäger am Sonntagabend gegen den haushohen Favoriten mit 85:80 (44:39) durch. „Die Mannschaft hat heute alles rausgehauen, was in ihr steckt, und gerade in der Schlussphase, als die Kräfte spürbar schwanden, unglaublich viel Herz und Kampfgeist bewiesen“, lobte NINERS-Coach Rodrigo Pastore sein Team. Drei Stunden nach der Sensation folgte dann auch schon die Auslosung fürs Halbfinale und bescherte Chemnitz natürlich das schwerste Los im Topf – den amtierenden deutschen Meister ALBA Berlin. Das zweite Halbfinale bestreiten Braunschweig und Crailsheim. Alle vier Teilnehmer können sich für die Austragung des Final-Four-Turniers bewerben, in dem Mitte Februar der Pokalsieger 2022 ausgespielt wird.

Als die NINERS vor neun Monaten letztmals auf München trafen und seinerzeit einen geschichtsträchtigen 85:83-Buzzerbeater-Sieg feierten, durfte kein Fan live in der Halle dabei sein. Umso größer war die Vorfreude der mehr als 3.500 Chemnitzer Anhänger, die am Sonntag in die Messe strömten und spürbar nach einem neuerlichen Favoritensturz lechzten. Die Chancen hierfür schienen jedoch reichlich gering, weil einerseits mit Nelson Weidemann ein wichtiger Leistungsträger verletzungsbedingt fehlte (Bruch des Handgelenks) und auch Youngster Brendan Gregori kurzfristig erkältungsbedingt pausieren musste, sowie andererseits der FC Bayern mit allen Stars anrückte. Hunter, Lucic, Hilliard, Walden, Rubit, Weiler-Babb, Obst, Djedovic und Schilling – ein Euroleague-Kader, der das komplette Match in Chemnitz bestritt, während die zweiten Reihe um George, Obiesie und Ogunsipe keine einzige Sekunde sah. Bayern nahm das Viertelfinalduell ernst, so viel stand fest.

Doch die Chemnitzer Mannschaft zeichnet in dieser Saison eben aus, dass sie, gerade in eigener Halle, vor großen Namen keine Scheu hat, sondern vielmehr das Beste aus sich herausholt. So auch am Sonntag, als man angepeitscht von einem völlig euphorischen Publikum gleich zu Beginn auf 10:6 stellte und den kurzen 7:0-Zwischenspurt der Bayern mit einem eigenen 7:2-Lauf konterte. Erst gegen Ende des Auftaktviertels ließen die NINERS ein bisschen abreißen, weil München bärenstark von draußen traf. Jener Trend setzte sich im zweiten Abschnitt zunächst fort, als Andi Obst zwei weitere Distanzwürfe für München verwandelte. Die Dreierquote der Bayern stand zu jenem Zeitpunkt bei sieben Treffern aus neun Versuchen, die 32:21-Führung der Gäste war nahezu zwangsläufig das logische Resultat. Umso wichtiger aus Chemnitzer Sicht waren die nächsten Aktionen von Darion Atkins, der an diesem Abend mit 21 Punkten, sieben Rebounds, vier Assists, drei Steals sowie zwei Blocks überragte. Mit einem Dreier, smarten Ballgewinnen und einem Fastbreak-Dunk brachte der 29-Jährige die NINERS zurück ins Spiel. Gerald Robinson holte wenig später mit einem frechen Dreier die Führung auf Seiten der Hausherren zurück und Jonas Richter stellte nach Zuckerpass von Atkins auf 44:39, bevor es für beide Mannschaften in die Halbzeitpause ging.

Zeit zum Abkühlen? Eher nicht für Chemnitz, das vielmehr heiß wie Frittenfett aus der Kabine kam. Aber offenbar auch nicht für Bayern-Coach Andrea Trinchieri, der beim Stand von 41:48 aus Münchner Sicht zu Beginn des dritten Viertels nach einer schrittfehlerverdächtigen Aktion von Isiaha Mike völlig die Nerven verlor, vehement auf Schiedsrichterin Anne Panther einschimpfte, dafür zwei technische Fouls kassierte und folgerichtig die Halle verlassen musste. Chemnitz nahm die Steilvorlage dankend an. Niklas Wimberg netzte souverän die fälligen Freiwürfe und Isiaha Mike besorgte kurz darauf per krachendem Monsterdunk sowie butterweichem Dreier die erste zweistellige Führung an jenem Abend (55:43). Das Publikum war aus dem Häuschen und die „RAMMtastic Four“ der NINERS, Robinson-Atkins-Massenat-Mike, legten weiter nach. Als schließlich Robinson einen Pass der Bayern abfing und in Windeseile zu leichten Fastbreakpunkten stürmte, war mit 68:49 die höchste Chemnitzer Führung jener Partie erreicht. Seit dem 32:21 für München waren gerade einmal 17 Spielminuten vergangen, in denen die NINERS ein 47:17 ins Parkett brannten. Minus 30 in einer guten Viertelstunde – so etwas hatten die Bayern-Basketballer noch nicht oft erlebt.

Doch es zeichnet eben gerade ein Topteam wie München aus, dass es in solchen Phasen nie aufsteckt und auch dann noch an seine Chance glaubt, wenn man, wie an diesem Sonntag mit einem 53:72-Rückstand in den Schlussabschnitt geht. Hilfreich natürlich auch, wenn man dann Spieler vom Format eines Vladimir Lucic, Darrun Hilliard, Augustine Rubit oder Othello Hunter im Kader hat. Geballte Euroleague-Erfahrung und diese zahlte sich nun aus. Während bei Chemnitz allmählich die Kräfte schwanden und vielleicht auch etwas Nervosität angesichts des schmelzenden Vorsprungs hinzukam, nutzte Bayern fast jede seiner Chancen eiskalt aus. Binnen vier Minuten war der Rückstand bereits einstellig und spätestens als Lucic drei Zeigerumdrehungen später auf 74:79 aus Münchner Sicht stellte, auch der Spielausgang wieder völlig offen. Eine Minute vor Schluss traf der Serbe sogar zum 80:81-Anschluss. Die Wende lag in der Luft, doch Chemnitz mobilisierte noch einmal seine allerletzten Kraftreserven. Zwei gute Defensivsequenzen des Teams, ein Hookshot, ein Defensivrebound und ein Freiwurf von Atkins sowie ein Offensivrebound und ein weiterer Freiwurf von Mike – es waren die kleinen Dinge, welche am Ende das Spiel entschieden und Chemnitz den größten Erfolg der Vereinsgeschichte vor live anwesenden Zuschauern bescherte. „Ich bin einfach nur glücklich und hoffe, dass die Fans heute stolz auf uns sind“, strahlte ein erleichterter Rodrigo Pastore nach diesem denkwürdigen Abend.

 

TRAINERSTIMMEN

Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Ich kann meiner Mannschaft zu der heutigen Leistung nur gratulieren. Es war beeindruckend, wie sie heute spielten, wie sie den Ball bewegten, als Team agierten und wirklich alles in die Waagschale warfen. Ich hoffe, dass sie unsere Fans mit diesem beherzten Auftritt stolz machen konnten. Ohnehin geht ein riesengroßes Dankeschön geht an die Zuschauer. Das war ein überwältigender Support von den Rängen und ein großartiger Tag für Chemnitz.“

Andrea Trinchieri (München): „Zunächst einmal Glückwunsch an Chemnitz zum Sieg. Ich nehme die Verantwortung für diese Niederlage auf mich. Aus zwei Gründen. Zum einen ließ ich mein Team im Stich. Ich hatte meine Nerven nicht im Griff und meine Emotionen nahmen überhand. Natürlich kann man über den vorangegangenen Pfiff diskutieren, aber ich hätte den Schiedsrichtern gar nicht die Möglichkeit geben dürfen, mir zwei technische Fouls zu geben und das ist einzig nur mein Fehler. Zum anderen habe ich mein Team nicht ausreichend auf solch einen Kampf vorbereitet. Beides nehme ich auf meine Kappe.“

 

STATISTIK:NINERS Chemnitz vs. FC Bayern München 85:80 (21:26, 23:13, 28:14, 13:27), 3.680 Zuschauer

Atkins (21 Punkte), Massenat (16), Mike (16), Robinson (16), Wimberg (6), Susinskas (5), Karacic (3), Richter (2), Ziegenhagen (0), Lasch (nicht eingesetzt)

 

TERMIN:NINERS Chemnitz vs. MLP Academics Heidelberg, Sonntag, 21.11.2021, 15:00 Uhr

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