THORNTON FOR THE WINTHORNTON FOR THE WIN
NINERS Chemnitz

NINERS Chemnitz

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Hamburg Towers

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NINERS entscheiden packenden Krimi in letzter Sekunde.

THORNTON FOR THE WIN

Sachsens beste Korbjäger haben offenbar Gefallen an großem Drama gefunden. Nachdem die Chemnitzer in ihrer Premierensaison in der easyCredit BBL schon für so manch sensationellen Spielausgang sorgten, fügten sie am Mittwoch ein weiteres denkwürdiges Kapitel hinzu. In einer mitreißenden Partie gegen den alten ProA-Rivalen Hamburg machten die NINERS zunächst einen Neun-Punkte-Rückstand wett, griffen dann ganz tief in die Trickkiste und zogen den zuvor neunmal in Folge siegreichen Towers auf 16 Zähler davon, nur um zehn Sekunden vor Schluss wieder ins Hintertreffen zu geraten. Doch „Eisvogel“ Marcus Thornton hatte noch einen allerletzten Pfeil im Köcher und jagte das Leder mit der Schlusssirene zum umjubelten 98:97-Triumph durch die Reuse. „Das war einfach nur Wahnsinn. Wären heute Zuschauer dabei gewesen, die Messe hätte gebebt“, kommentierte der freudestrahlende NINERS-Kapitän Malte Ziegenhagen direkt nach der Partie.

Im Vorfeld sprach nicht wirklich viel dafür, dass sich Chemnitz ausgerechnet in jener Begegnung seinen elften Saisonsieg krallen würde. Zwei Niederlagen im Gepäck, Niklas Wimberg und Joe Lawson verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt, Jonas Richter weiterhin nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und als Gegner wartete mit Hamburg die Mannschaft der Stunde auf ihrem Weg zum zehnten Sieg in Serie. Obendrein wollte sich das Team des spanischen Trainer-Shootingstars Pedro Calles für die unerwartete Hinspielniederlage revanchieren und ging fast schon mit dem Messer zwischen den Zähnen in die Partie. Centerhüne Maik Kotsar bescherte seinen Towers dann erstmals ein kleines Polster (10:16), ehe der wieselflinke Pointguard TJ Shorts per Buzzerbeater zum 20:29 den Schlusspunkt unter ein starkes Hamburger Auftaktviertel setzte.

Mit Beginn der zweiten zehn Minuten kamen die NINERS aber allmählich ins Rollen und versenkten in Person von Virgil Matthews, Malte Ziegenhagen sowie Dominique Johnson vier Dreier in Serie. Nach Zuckerpass von Terrell Harris vollendete schließlich Jonas Richter einen furiosen 16:0-Lauf der „Orange Army“ per Dunk zur 38:31-Führung. Hamburg ließ sich allerdings nicht abschütteln und glich wenige Minuten später durch Justus Hollatz zum 40:40 aus. Zeit für den Auftritt des Königs. Mit starker Defensive und seiner unnachahmlichen Treffsicherheit vom Perimeter wie auch der Freiwurflinie verhalf er Chemnitz erneut zu einem Acht-Punkte-Polster, welches Hamburg dank Shorts bis zum Kabinengang jedoch abermals auf drei Zähler reduzierte.

Mit dem Rückenwind der knappen 48:45-Halbzeitführung ließ es King nach Alley-Oop-Pass von Ziegenhagen dann jedoch gleich zu Beginn des dritten Durchgangs richtig krachen und nun wachte allmählich auch Marcus Thornton auf. Der kaltschnäuzige Rasta-Mann bestrafte jede noch so kleine Lücke, welche ihm die sonst so griffige Towers-Defensive bot, und hievte den Chemnitzer Vorsprung mit zwei Dreiern auf 70:57. Obwohl NINERS-Coach Rodrigo Pastore in den letzten Minuten des dritten Viertels dann einiges Foul- und Minuten-Management betreiben musste, um seine Stars für den Schlussabschnitt zu schonen, wahrte sein Team vor allem dank eines unfassbar treffsicheren Terrell Harris das 13-Punkte-Polster. Der US-Boy mit der auffälligen Retrofrisur im Stile von Samuel Jackson bei Pulp Fiction versenkte gegen Hamburg all seine zehn Freiwürfe, markierte insgesamt 18 Punkte und trug darüber hinaus mit elf Vorlagen maßgeblich zur Chemnitzer 79:66-Führung nach drei gespielten Abschnitten bei.

Im Schlussdurchgang schien es dann zunächst so, als könnten die NINERS einem ungefährdeten Heimsieg entgegenschwimmen. Slamdunk King, Layup Richter und noch ein Dreier von King – schon war mit 86:70 der größte Vorsprung des Abends hergestellt. Ein gutes Polster, aber gegen ein Topteam wie Hamburg, dass sich insbesondere über beinharte „Lockdown-Defense“ euphorisieren kann, eben noch lange nicht genug. Mit dem Rücken zur Wand drehten die Towers richtig auf, klauten Chemnitz mehrfach den Ball, im ganzen Match sogar elf Mal, und fanden vorn immer bessere Lösungen. Erst über Shorts, Kotsar und Zac Cuthbertson, die schnell auf 86:93 aus Sicht der Gäste verkürzten. Dann über den multitalentierten Kameron Taylor, der eine Minute vor Schluss von Downtown zum 94:95-Anschluss traf. Mit nur noch einem Pünktchen Vorsprung vergaben Johnson und King die Entscheidung zu Chemnitzer Gunsten, was Hamburg dann tatsächlich eiskalt zu bestrafen schien. Zehn Sekunden vor Schluss schweißte Max DiLeo einen Dreier zur 97:95-Gästeführung durch den Ring. Das Hamburger Comeback war fast perfekt. FAST! Denn die NINERS hatten eben noch den vom Magenta-Moderator Benni Zander zum „Mr. Crunchtime“ getauften Marcus Thornton in ihren Reihen und für diesen sind zehn Sekunden eine halbe Ewigkeit. Jedenfalls allemal genug, um einmal übers ganze Feld zu marschieren, Maik Kotsar zu umkurven, Kameron Taylor schwindelig zu spielen und im perfekten Moment abzudrücken, nicht etwa aus dem Zweierbereich, sondern von der Dreierlinie – für den Sieg – FOR THE WIN!

 

TRAINERSTIMMEN

Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Die Towers haben niemals aufgegeben und am Ende ein ganz starkes Comeback hingelegt, bei dem sie unter Beweis stellten, warum sie diese Saison so erfolgreich sind und zahlreiche Topteams bezwingen konnten. Es ist beeindruckend, wie gut Hamburg spielt und ich kann Coach Pedro Calles zu dieser tollen Spielzeit nur gratulieren. Ebenso möchte ich heute aber auch meiner Mannschaft zu einer sensationellen Vorstellung gratulieren. Wir spielten gerade im zweiten und dritten Viertel an beiden Enden des Feldes sehr, sehr guten Basketball. Am Ende wurde es trotzdem noch einmal spannend, weil Hamburg sein Bestes abrief, und so hätten beide Teams heute gewinnen können. Wir behielten aber glücklicherweise die Nerven, bekamen noch diesen einen Wurf und Marcus Thornton tat das, was er am besten kann und schon so oft in dieser Saison zeigte. Das war einfach 'clutch'!“

Pedro Calles (Hamburg): „Zuallererst Gratulation an Chemnitz und Coach Rodrigo Pastore. Die NINERS zeigten heute einfach guten Basketball und trafen extrem stark von draußen. Ich möchte meinen Spielern ein Kompliment für ihren Einsatz und die gezeigte Mentalität machen, aber gerade im dritten Viertel leisteten wir uns zu viele Nachlässigkeiten. Da begingen wir manch unnötiges Foul, was dem Gegner einige Freiwürfe schenkte. Am Ende haben es dann die Spieler entschieden. Mein Team hat nochmal alles gegeben, sich stark zurück gekämpft, aber Marcus Thornton traf eben den letzten Dreier des Abends. Glückwunsch an ihn und die NINERS.“

STATISTIK:
NINERS Chemnitz vs. Hamburg Towers 98:97 (20:29, 28:16, 31:21, 19:31)

Thornton (23 Punkte), King (20), Harris (18), Richter (12), Mike (10), Ziegenhagen (7), Johnson (5), Matthews (3), Figge (0), Stanic (0)

TERMIN:
Telekom Baskets Bonn vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 25.04.2021, 15:00 Uhr, Telekom Dome Bonn

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