Saisonauftakt kurzfristig vorgezogenSaisonauftakt kurzfristig vorgezogen

93 : 86

Brose Bambergvs.NINERS Chemnitz

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BBL-Premiere der NINERS schon am Donnerstag in Bamberg

Saisonauftakt kurzfristig vorgezogen

Mehr als acht Monate sind mittlerweile seit dem letzten Pflichtspiel der Chemnitzer Korbjäger verstrichen. Der pandemiebedingte Saisonabbruch im Frühjahr, der verschobene Auftakt in die neue Spielzeit und nicht zuletzt zwei direkt aufeinander folgende Quarantäneanordnungen bescherten den besten sächsichen Basketballern eine Zwangspause bislang ungeahnter Dauer. Die Rückkehr aufs Parkett findet nun jedoch schneller statt als gedacht. Am Montagnachmittag setzten die Verantwortlichen der easyCredit Basketball Bundesliga den Aufsteiger in Kenntnis, dass die kürzlich abgesetzte Partie beim neunfachen deutschen Meister Brose Bamberg schon an diesem Donnerstag nachgeholt wird. Eine riesige Herausforderung für die NINERS, welche infolge mehrerer COVID-19-Erkrankungen mit großen Personalsorgen zu kämpfen haben.

Die E-Mail der BBL mit dem neuen Spieltermin versetzte die Chemnitzer Verantwortlichen mindestens in gesunde Aufregung. Spieler und Trainer, ohnehin erst am Vortag aus einer fast vierwöchigen Quarantäne gekommen und gedanklich beim für Samstag angesetzten Heimspiel gegen Göttingen, befanden sich gerade im Training als die Botschaft eintraf. Binnen kürzester Zeit musste der Teambus für die Fahrt nach Bamberg und, was noch viel wichtiger war, neue Coronatests für die gesamte Mannschaft organisiert werden. Keine Leichtigkeit, zumal gemäß den BBL-Regularien die Tests nun auf Mittwoch vorgezogen werden mussten, in Sachsen bekanntermaßen ein Feiertag. Durch die Unterstützung der treuen Partner ADMEDIA und Dähne-Reisen sowie des Einsatzes von Teamarzt Dr. Vasileios Kechagias wurde die Kuh vorerst vom Eis gebracht und so steht dem ersten Bundesligaspiel in der Geschichte der NINERS Chemnitz wohl nichts mehr im Wege.

Sportlich sieht es dagegen alles andere als rosig aus. Das letzte Testspiel der „Orange Army“ liegt bereits einen Monat zurück. Kurz darauf folgten die ersten SARS-CoV-2-Infektionen, welche in der Folge vier Spieler und zwei Trainer der NINERS erfassten und das Team somit fast vier Wochen in Quarantäne zwang, ehe man Sonntag endlich wieder ans Werk durfte. Wohlgemerkt ohne Kapitän Malte Ziegenhagen, Neuzugang Filip Stanic sowie „Aufstiegsheld“ Dominique Johnson, welche zwar ihre COVID-19-Erkrankung überstanden haben, allerdings noch keine zwei negativen Tests erhielten, die regelbedingt jedoch Grundvoraussetzung für eine Teilnahme am BBL-Spielbetrieb sind. So stehen Cheftrainer Rodrigo Pastore aktuell nur acht Stammspieler zur Verfügung. Exakt die Mindestzahl um gemäß der Regularien eine Partie bestreiten zu müssen. Zur Vorbereitung bis zum Saisonauftakt blieben oder bleiben vier Tage. Auch das entspricht den Regularien der easyCredit Basketball Bundesliga, die vergangene Woche festlegte, dass nach einer coronabedingten Quarantäne mindestens zwei volle Trainingstage bis zum ersten Spiel folgen müssen.

„Wir hätten uns nach der doppelten Quarantäne natürlich dennoch eine etwas längere Vorbereitungszeit gewünscht, aber wir müssen es so nehmen wie es ist“, versucht Pastore das beste aus der Situation zu machen. Um die Personalsorgen wenigstens etwas zu mildern, beorderte man schon vor zwei Wochen Leon Hoppe, der erst kurz zuvor per Doppellizenz nach Erfurt entsandt wurde, zurück in den NINERS-Kader. Dort musste das Eigengewächs aber wie seine Teamkameraden nach wenigen Trainingseinheiten und dem bislang letzten Coronafall direkt in Quarantäne. Dies betraf seinerzeit auch drei hochgezogene Nachwuchsspieler, die so fast zwei Wochen Schule verpassten, weshalb man deren weitere Teilnahme am Profitraining zumindest mittelfristig gern vermeiden würde. Ein Luxus, welchen man sich angesichts der aktuellen Personalnot aber vielleicht nicht leisten kann oder eben nur mit neun Spielern in Bamberg wird antreten können, sofern sich kein weiterer Akteur verletzt. Im „letzten Chemnitzer Aufgebot“ steht am Donnerstag auch Neuzugang Wes Clark, der noch vor Saisonbeginn seinen US-Landsmann Shannon Bogues ersetzte, welcher sich mit den NINERS auf eine Vertragsauflösung einigte und sich inzwischen dem polnischen Erstligisten Gliwice anschloss. 

„Als wir in den vergangenen Jahren fieberhaft auf den Aufstieg hinarbeiteten, hatten wir eigentlich von einer anderen Premiere in der BBL geträumt. Aber die Coronapandemie verlangt allen Menschen viel ab und so ist es jetzt eben am Donnerstag der Auftakt in Bamberg – bei einem der erfolgreichsten deutschen Teams der vergangenen Jahre“, verspürt Pastore trotz aller ungünstiger Umstände doch einige Vorfreude auf das Match in der BROSE ARENA. Schließlich gehören die Franken zu den ganz großen Namen des deutschen Basketballs. Neun Meistertitel, sechs Pokalsiege, der letzte 2019. Ein großer Umbruch im Coronasommer, allen voran auf der Trainerposition, wo fortan der Niederländer Johann Roijakkers, zuvor acht Jahre in Göttingen, das Zepter schwingt. Mit namhaften Neuzugängen wie Nationalspieler Dominic Lockhart, den US-Boys David Kravish, Devon Hall und Chase Fieler oder dem Italiener Michele Vitali will Bamberg oben mitspielen und ist gegen die gerade erst wiederauferstehenden NINERS natürlich glasklarer Favorit. „Wir gehen ohne Druck in die Partie, können endlich Erstligaluft schnuppern und möchten unsere BBL-Premiere genießen“, unterstreicht Pastore.

TERMINE:
Brose Bamberg vs. NINERS Chemnitz, Donnerstag, 19.11.2020, 19:00 Uhr, BROSE ARENA Bamberg

NINERS Chemnitz vs. BG Göttingen, Samstag, 21.11.2020, 20:30 Uhr, Messe Chemnitz

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