Nürnberg Falcons BC

66

:

NINERS Chemnitz

71

Ziegenhagen und Co beißen sich durch

Nürnberg Falcons BC vs. NINERS Chemnitz 66:71(20:21, 13:25, 16:7, 17:18), 630 Zuschauer

Die NINERS Chemnitz haben am Dienstagabend das Nachholspiel beim Nürnberg Falcons BC mit 71:66 (46:33) für sich entschieden. Somit wahrt der Tabellenführer der BARMER 2. Basketball Bundesliga einen 6-Punkte-Vorsprung auf die zweitplatzierten Hamburg Towers, die ihrerseits jedoch kommende Woche noch den Nachholer im Frankenland bestreiten werden. Chemnitz hat nun erst einmal vorgelegt, konnte beim knappen Triumph in Nürnberg allerdings nur bis zur Halbzeitpause überzeugen. Nach dem Seitenwechsel war es dann mehr Kampf und Krampf statt Glanz, doch letztlich stand der 15. Saisonsieg zu Buche. „Wir haben es uns selbst sehr schwer gemacht und können uns über diesen hauchdünnen Erfolg mehr als glücklich schätzen“, wusste NINERS-Cheftrainer Rodrigo Pastore den hart errungenen Punktgewinn richtig einzuordnen.

 

Abgesehen vom weiterhin verletzten US-Amerikaner Matt Vest konnte Chemnitz vor 630 Zuschauern, darunter 100 Chemnitzer Anhänger, in der Arena am Nürnberger Flughafen in Bestbesetzung antreten, während beim Gastgeber Kapitän Sebastian Schröder und Nachverpflichtung Juwan Parker fehlten. Dennoch entwickelte sich zu Beginn eine sehr ausgeglichene Partie, in der zunächst Ishmail Wainright eine 9:5-Führung der Falcons herstellte, ehe Malte Ziegenhagen seine NINERS kurz darauf per doppeltem Dreier mit 19:13 in Front brachte. Beim Stand von 21:20 für Chemnitz ging es dann ins zweite Viertel und hier drehte die „Orange Army“ richtig auf. Angeführt vom starken Kapitän Ziegenhagen, der mit 19 Punkten nicht nur zum Topscorer avancierte, sondern auch fünf Assists, vier Rebounds und einen Steal beisteuerte, zogen die NINERS sukzessive davon und erreichten mit einem Freiwurf von Virgil Matthews zum 43:26 die höchste Führung im gesamten Spielverlauf.

 

Doch Nürnberg gab schon kurz vor der Halbzeit mit Wainrights Dreier zum 33:46 ein kleines Lebenszeichen von sich und setzte die eigenen Wiederbelebungsmaßnahmen direkt nach dem Seitenwechsel mit engagierter Verteidigung fort. Chemnitz tat sich gegen die bissige Defensive der Gastgeber mehr als schwer und offenbarte zudem einige Konzentrationsmängel, als man den Ball gleich mehrfach selbst ohne Bedrängnis herschenkte. „Wir leisteten uns insgesamt 20 Ballverluste, sieben mehr als im Saisonschnitt, was die Nürnberger Aufholjagd natürlich begünstigte“, nannte Pastore einen der Gründe für den Leistungseinbruch im dritten Viertel. Ein anderer war die Trefferquote, blieb Chemnitz zu Beginn des dritten Viertels doch ganze sechs Minuten lang ohne eigenen Korberfolg. So rückten die Falcons nahezu zwangsläufig immer enger heran und schnupperten spätestens beim 45:46-Anschlusstreffer des ungarischen Nationalspielers Marcell Pongo reichlich Morgenluft.

 

Einem weiteren Ziegenhagen-Dreier, zwei Korblegern von Robin Lodders sowie einem Distanztreffer von Virgil Matthews kurz vor beziehungsweise nach der letzten Viertelpause war es zu verdanken, dass man sich wieder ein kleines Polster verschaffte (56:49). Dieses schmolz jedoch im weiteren Verlauf des Schlussabschnittes abermals zusammen und letztlich traf Nürnbergs Wainright drei Minuten vor Ultimo zum 63:63-Ausgleich. Bei 61 Sekunden Restspielzeit besorgte Pongo dann sogar die 66:65-Führung der Falcons. Chemnitz stand mit dem Rücken zur Wand, doch hatte noch ein allerletztes Ass im Ärmel. Ausgerechnet Ivan Elliott, der zwar als guter Distanzschütze gilt, bis zu jenem Zeitpunkt aber spielübergreifend zwölf Dreier in Folge vergab, drückte vom Perimeter ab – und jagte den Ball durch die Reuse. „Es hätte keinen besseren Zeitpunkt geben können, sein Wurfglück wieder zu finden“ freute sich Pastore. Am Ende war es dann das Chemnitzer Eigengewächs Jonas Richter, ohnehin an diesem Abend bester NINERS-Akteur neben Malte Ziegenhagen, der mit nervenstarken Freiwürfen den Sieg perfekt machte und sein Team mit einem Lächeln auf die Heimreise schickte.

 

Besonders lang wird die „Orange Army“ allerdings nicht in ihrer Heimatstadt verweilen können, denn schon am Samstag geht es erneut nach Franken. In der Bamberger Graf-Stauffenberg-Halle trifft Chemnitz um 19:30 Uhr auf die Baunach Young Pikes, das Farmteam des einstigen deutschen Serienmeisters Brose Baskets. „Ein gefährlicher Gegner, weil sie unter Zugzwang stehen“, warnt Pastore vor dem Tabellenvorletzten, der bei sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer dringend Siege braucht und diese wohl vornehmlich zu Hause wird einsammeln wollen. Da Bamberg an jenem Abend spielfrei hat, könnten also auch die starken Doppellizenzler Louis Olinde (12 Punkte pro Spiel) und William McDowell-White (10.4) für Baunach auflaufen. Letzterer muss jedoch seit Monaten mit einer Sehnenverletzung pausieren. Comebacktermin fraglich. Eine Rückkehr von Kay Bruhnke (6.6) ist nach dessen Mittelfußbruch dagegen völlig ausgeschlossen. Deshalb wurden die Young Pikes noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv und holten jüngst den ehemaligen tschechischen Nationalspieler Adam Pechacek, der sich in seinen ersten fünf Partien mit 12.2 Punkten sowie 6.8 Rebounds gut einführte.

 

Neben ihm liegt die größte Verantwortung auf den Schultern der beiden Esten Henri Drell (13.3) und Kristian Kullamäe (11.2), des kantigen Centers Daniel Keppeler (9.5), des deutschen U20-Europameisterschaftsdritten Mateo Seric (9.1), der jungen Pointguards Marvin Heckel (6.6) und Elias Baggette (2.6) sowie des physisch starken Kroaten Matej Jelovcic (4.8). Außerdem vergrößern Nicholas Tischler (1.7) und Felix Edwardsson (1.5) mitunter die Kernrotation von Trainer Felix Czerny auf bis zu zehn Akteure. „Wir haben im Hinspiel gesehen, dass die junge Baunacher Mannschaft vor allem mit viel Einsatz und Laufbereitschaft agiert“, erinnert sich Pastore an den 88:71-Sieg im letzten Herbst, welchen man aber mit den seinerzeitigen Verletzungen von Matt Vest und Ivan Elliott mehr als teuer bezahlen musste. Letzterer ist mittlerweile aufs Parkett zurückgekehrt und wird am Samstag ebenso wie seine Teamkameraden gefragt sein. „Ich hoffe auf eine gute, ausgeglichene Mannschaftsleistung. Dann könnten wir den nächsten Auswärtssieg landen“, ist Pastore überzeugt.

 

STATISTIK:
Nürnberg Falcons BC vs. NINERS Chemnitz 66:71(20:21, 13:25, 16:7, 17:18), 630 Zuschauer 

Ziegenhagen (19 Punkte), Lodders (10), Matthews (10), Richter (10), Gilder-Tilbury (7), Elliott (6), Wank (5), Scott (4), Fortune, Voigtmann

TERMINE:
Baunach Young Pikes vs. NINERS Chemnitz, Samstag, 19.01.2019, 19:00 Uhr, Graf-Stauffenberg-Halle Bamberg

NINERS Chemnitz vs. VfL Kirchheim Knights, Samstag, 26.01.2019, 19:00 Uhr, Richard-Hartmann-Halle Chemnitz

Nürnberg Falcons BC

66

:

NINERS Chemnitz

71

Spieltag 8: Nürnberg Falcons BC vs. NINERS Chemnitz2:03:55
Highlights Spieltag 8: Nürnberg Falcons BC vs. NINERS Chemnitz2:18
Die NINERS App
Offizielle NINERS App

Jetzt bei Google Play

Jetzt im App Store