NINERS feiern Comeback-Sieg
Befreiungsschlag
Dank einer bärenstarken Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit krallten sich die Chemnitzer Korbjäger am Samstagabend den nächsten Sieg. Vor fast 4.000 Zuschauern drehte das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore einen 43:48-Pausenrückstand gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg in einen hochverdienten 94:78-Triumph. Im 14. Pflichtspiel seit dem Saisonstart Mitte September war dies bereits der achte Erfolg und außerdem der sechste Punktgewinn in den letzten acht Partien. Wichtiger aber war, dass die NINERS gegen Ludwigsburg endlich den ersehnten zweiten Bundesligasieg holten und damit am Halloween-Abend die rote Laterne der easyCredit BBL abgaben. Zur Freude der Fans, Spieler und Trainer wurde am Samstag obendrein auch das Fehlen von Phlan Fleming kompensiert, der dieses Wochenende erstmals Vater wurde und deshalb gegen Ludwigsburg fehlte. Für ihn sprang „Oldie“ Urald King mit elf Punkten, sieben Rebounds, drei Assists sowie je zwei Steals und Blocks bravourös in die Bresche. Zusätzlich scorten auch Nighael Ceaser (19), Ben Burnham (16), Stef Smith (14), Cobe Williams (13) sowie Ryan Mikesell (12) zweistellig und Youngster Luca Kellig kam sogar zu seinem ersten Saisoneinsatz überhaupt für die „Orange Army“.
Diese hatte gegen Ludwigsburg das dritte Pflichtspiel binnen sechs Tagen zu bestreiten, musste neben Fleming durch die Ausländerbeschränkung in der Bundesliga auch auf Kapitän Darion Atkins und den noch verletzten Yohan Choupas verzichten. Folgerichtig fehlten dem Pastore-Team vielleicht einige Körner, was die MHP RIESEN Ludwigsburg in den Anfangsminuten mit hoher Intensität und aggressiver Reboundarbeit auszunutzen versuchten. Dadurch hatte Chemnitz zwar nach einem „Alley Oop“ auf Ceaser zum 7:5 noch knapp die Nase vorn, geriet in der Folge aber zunehmend ins Hintertreffen. Insbesondere Ludwigsburgs Center Thomas Rutherford machte war er wollte und weil Justin Kier noch einen „Buzzerbeater“ netzte, ging das Team des spanischen Trainer Carles Duran mit einer 23:18-Führung in die erste Pause. Rutherford sorgte mit seinen nächsten beiden Treffern zu Beginn des zweiten Abschnitts für die höchste Gästeführung der gesamten Partie (18:27) und als Elijah Hughes sowie Darius Perry mit ablaufender Wurfuhr zwei nadelstichige Dreier verwandelten, lag Ludwigsburg weiterhin mit 44:36 in Front. Stef Smith, der letzte Saison noch das RIESEN-Jersey trug, hielt Chemnitz in jener Phase mit starken „Drives“ und sicheren Freiwürfen fast im Alleingang im Spiel, weshalb beim 43:48-Halbzeitstand dann doch noch alles drin war.
Bis dahin hatten die Gäste satte 20 Rebounds mehr eingesammelt und unzählige Punkte über jene zweiten Chancen generiert, weshalb die NINERS genau wussten, wo sie den Hebel anzusetzen hatten. Entscheidend aber war, dass sie für eben dieses Unterfangen auch am Ende einer harten Woche die nötigen Kraftreserven fanden und das passende „Mindset“ zeigten. Mit vereinten Kräften verteidigte die Orange Army, sammelte zudem die Abpraller ein, kam dadurch viel häufiger in die „Transition Offense“ und belohnte sich vorn nun auch mit Punkten. Kurz nach einem bejubelten „Slamdunk“ Burnhams brachte Ceaser die NINERS per „And-One“ erstmals seit der vierten Spielminute wieder nach vorn (52:50). Wenig später holte sich Burnham ebenfalls sein And-One und das sogar bei einem Treffer von der Dreierlinie, den der US-Boy zum seltenen „4-Punkt-Spiel“ vergoldete und nur Sekunden später per Steal samt Fastbreak-Dunk zum 61:53 auch noch die Perle oben drauflegte. Mit einem frechen Dreier bescherte Williams den NINERS dann nicht nur eine 67:58-Führung vor dem Schlussabschnitt, sondern trug dort aus gleicher Distanz maßgeblich dazu bei, dass Chemnitz auf 77:58 davonzog. Viertelübergreifend war dies ein 13:0-Lauf binnen drei Minuten. Weitere Dreier von King und Burnham sowie ein Mikesell-And-One ließen den Vorsprung in der Spitze auf satte 21 Zähler anwachsen (84:63), weshalb NINERS-Coach Pastore am Ende sogar noch etwas „Load-Management“ betreiben und dem zweiten Anzug einige Spielminuten gönnen konnte. Schließlich braucht das Team auch in der neuen Woche alle verfügbaren Kraftreserven, stehen doch mit den Auswärtspartien in Podgorica und beim Tabellennachbarn Vechta die nächsten schweren Herausforderungen unmittelbar bevor.
TRAINERSTIMMEN
Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Die Rebounds waren heute der entscheidende Faktor. In der ersten Hälfte dominierte Ludwigsburg die Bretter und Thomas Rutherford war kaum zu stoppen. Nach dem Seitenwechsel haben wir uns enorm gesteigert und den RIESEN im dritten Viertel keine einzigen Offensivrebound gestattet. So konnten wir das Spiel drehen und uns einen größeren Vorsprung erspielen. Dabei trafen wir unsere Dreier noch nicht einmal besonders gut, aber beide Teams haben vom Perimeter wohl einiges liegen gelassen. Dafür gelang es uns, die Zone sowie Switches gut zu attackieren und an die Freiwurflinie zu kommen. Ich glaube, wir haben heute in dieser ‚Must-Win-Drucksituation‘ vieles richtig gemacht. Zu Saisonbeginn verloren wir einige Spiele, die wir vielleicht nicht hätten verlieren sollen. Aber in den letzten sieben Partien, mit kleiner Ausnahme des Würzburg-Spiels, ist ein klarer Aufwärtstrend zu sehen. Heute sogar ohne Phlan Fleming, der diese Nacht erstmals Vater geworden ist und deshalb nicht dabei war. Glückwunsch vom ganzen Team an ihn und seine Freundin Michaela! Wir hoffen, dass wir unsere gute Entwicklung fortsetzen können.“
Carles Duran Ortega (Ludwigsburg): „Glückwunsch an Rodrigo und seine Mannschaft. Chemnitz spielte heute härter als wir. In der ersten Halbzeit waren wir noch das bessere Team, teilten den Ball gut und kontrollierten die Rebounds. Allerdings vergaben wir einige offene Dreier und dies über das gesamte Spiel hinweg. Im zweiten Viertel tat uns Stefan Smith im 1-gegen-1 sehr weh und kam oft an die Freiwurflinie. Die entscheidende Phase kam dann aber im dritten Abschnitt. Chemnitz spielte in vielerlei Hinsicht stark und wir leider in vielerlei Hinsicht schlecht. Wir versuchten es im letzten Viertel nochmal, aber wenn ein Team seinen Rhythmus gefunden hat, ist es schwer, diesen wieder zu brechen. Kurzum – die NINERS waren heute stärker und wenn wir auf diesem Level mithalten wollen, müssen wir uns weiter verbessern.“
STATISTIK
NINERS Chemnitz vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 94:78 (18:23, 25:25, 24:10, 27:20), 3.858 Zuschauer
Ceaser (19 Punkte), Burnham (16), Smith (14), Williams (13), Mikesell (12), King (11), Seric (8), Seckendorff (1), Kellig (0), Rödl (0)
TERMINE
BKT EuroCup: Buducnost VOLI Podgorica vs. NINERS Chemnitz, Dienstag, 03.11.2026, 19:00 Uhr, Morača Sports Center Podgorica
easyCredit BBL: RASTA Vechta vs. NINERS Chemnitz, Samstag, 07.11.2026, 20:00 Uhr, RASTA Dome Vechta
BKT EuroCup: NINERS Chemnitz vs. Napoli Basketball, Mittwoch, 11.11.2026, 19:00 Uhr, Messe Chemnitz