NINERS wollen Trendwende in der Bundesliga
Halloween-Heimspiel gegen Ludwigsburg
Nur 72 Stunden nach ihrem grandiosen Heimsieg gegen EuroCup-Titelverteidiger Bourg treten Sachsens beste Korbjäger schon wieder in der Messe Chemnitz an. Diesen Samstag geht es im Bundesligaduell gegen den aktuellen Tabellenvierten MHP RIESEN Ludwigsburg. Eine besonders schwere Aufgabe, zumal das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore in der BBL allmählich unter Druck gerät und momentan den letzten Platz begleitet. Allzu weit entfernt ist das rettende Ufer zwar noch nicht und gerade die internationalen Auftritte der NINERS machen durchaus Mut. Doch ausgerechnet am Halloween-Abend braucht es einen Sieg, um das Abstiegsgespenst zu vertreiben, bevor es sich so richtig in Sachsens Basketballmekka breit macht. Deshalb hoffen die Chemnitzer auf besonders lautstarke Unterstützung ihrer Fans. Eintrittskarten sind noch in allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online unter https://tickets.chemnitz99.de und an der Abendkasse erhältlich. Außerdem wird das Match wieder live auf DYN (www.dyn.sport) übertragen.
Insgesamt 13 Pflichtspiele haben die NINERS in den vergangenen sechs Wochen seit Saisonstart absolviert und gingen schon sieben Mal als Sieger vom Feld. Doch der Unterschied zwischen Leistung und Ergebnissen im Ligawettbewerb einerseits sowie Pokalauftritten andererseits könnte kaum größer sein. Während die „Orange Army“ im EuroCup und im Netto BBL Pokal ganze sechs ihrer sieben Partien gewann, steht in der Bundesliga lediglich ein einziger Sieg bei nun schon fünf Niederlagen zu Buche, was aktuell zum Tragen der roten Laterne führt. Ein Blick auf die Zahlen gibt recht schnell Aufschluss, warum es in den jeweiligen Wettbewerben für Sachsens beste Korbjäger so unterschiedlich läuft. Im EuroCup und BBL Pokal kommt das Pastore-Team auf durchschnittlich 88.6 Punkte, lässt im Gegenzug nur deren 76.4 zu und gewinnt darüber hinaus auch das Reboundduell mit 38.4 zu 31.9 gefangenen Abprallern. Außerdem erlauben sich die NINERS lediglich 14.0 Turnover pro europäischer oder nationaler Pokalpartie, kommen im Schnitt 21.3 Mal an die Freiwurflinie und verwandeln fast elf Dreier pro Spiel bei einer ordentlichen Teamquote von 34.2 Prozent.
Ganz anders sieht es bislang im Ligabetrieb aus. Sowohl das Punkte- (85.5 : 90.5) als auch das Reboundduell (37.7 : 40.5) spricht gegen die Chemnitzer Basketballer. Diese leisten sich in der BBL zudem 17.7 Turnover pro Spiel, kommen im Schnitt nur 17.5 Mal an die Linie und netzen lediglich 7.7 Dreier bei einer allenfalls mäßigen Trefferquote von 27.9 Prozent. Unterm Strich könnte man jene Zahlen mit zwei Worten zusammenfassen, die in den letzten Tagen oft im Kabinentrakt der NINERS zu hören waren: „Intensität und Fokus“. Also mehr Engagement gerade in der Defensive und beim Reboundkampf sowie konzentrierteres Angriffsspiel mit weniger Ballverlusten, aggressiverem Attackieren des gegnerischen Bretts und aus beidem hoffentlich resultierenden besseren Wurfchancen. So weit, so gut, doch alle Theorie ist einfach, der Beweis kann nur in der Praxis folgen, wo bekanntermaßen auch noch ein Gegner mitspielt, der seinerseits mit aller Macht versuchen wird, die Chemnitzer Pläne zu durchkreuzen.
Die Qualitäten hierfür hat der nächste Konkurrent auf jeden Fall. Das seit dieser Saison vom spanischen Cheftrainer Carles Duran Ortega geführte Ludwigsburger Team ist mit vier Siegen aus den ersten sechs BBL-Partien, darunter auch Erfolge gegen Playoffkandidaten wie Bonn, Rostock oder Bamberg, gut in die Saison gestartet. Im Pokal kam ein klarer Erstrundenerfolg in Kirchheim hinzu und dann stand man beim Heimspiel gegen Vechta mit einem Bein schon im Viertelfinale. Allerdings verspielten die RIESEN in jener Partie noch ihre vermeintlich komfortable 20-Punkte-Halbzeitführung, zeigten sich beim anschließenden 84:68-Triumph über Bonn aber schon wieder gut erholt. Genau jene Partie fand bereits letzten Samstag statt, weshalb Ludwigsburg seither reichlich Zeit zur Regeneration und Vorbereitung auf Chemnitz hatte, während die NINERS am Montag in Würzburg und Mittwoch gegen Bourg noch schwere Pflichtspiele zu bestreiten hatten. Die Vorbereitung auf Samstag fiel für Pastores Team entsprechend kurz aus, dennoch wird man die Ludwigsburger Topscorer um Ishmael Leggett (wettbewerbsübergreifend 17.6 Punkte pro Spiel), Justin Kier (14.6), Elijah Hughes (12.9), Darius Perry (12.1), Thomas Rutherford (9.8), Patrick Cartier (7.4) und David Joplin (6.9) natürlich auf dem Schirm haben. Neben dem Deutsch-Amerikaner Cartier sorgen Routinier Yorman Polas-Bartolo, Centerhüne Jonas Wohlfahrt-Bottermann und der athletische Youngster Maxwell Dongmo Temoka für die „nationalen“ Minuten und wichtige Verschnaufpausen der Stars. Welche beiden der aktuell insgesamt acht Ausländer im NINERS-Kader am Samstag eine ebensolche bekommen, weil in der BBL nur sechs „Imports“ eingesetzt werden dürfen, entscheidet sich erst kurz vor Spielbeginn – und gegen 22 Uhr wird dann entschieden sein, wer sich im Duell Chemnitz-Ludwigsburg den Sieg angeln konnte.
TERMIN
easyCredit BBL: NINERS Chemnitz vs. MHP RIESEN Ludwigsburg, Samtag, 31.10.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz