Starke TeamleistungStarke Teamleistung

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Chemnitz behält gegen Klaipeda die Oberhand

Starke Teamleistung

Bei ihrer internationalen Heimpremiere der neuen Saison feierten die NINERS im BKT EuroCup den ersten Sieg. Vor fast 2.500 Zuschauern setzten sich Sachsens beste Korbjäger am Mittwochabend gegen Neptunas Klaipeda aus Litauen mit 93:84 (57:39) durch. Vor allem in der ersten Halbzeit brannte das Pastore-Team phasenweise ein echtes Feuerwerk ab und spielte sich den Frust der vorangegangenen Derbypleite in Jena von der Seele. Nach dem Seitenwechsel aber fand Klaipeda dank starker Dreier- und Freiwurfquoten zurück ins Match und glich die Partie sechs Minuten vor Schluss wieder aus. In der „Crunchtime“ behielt Chemnitz jedoch die Nerven, setzte auf seine Vielseitigkeit und holte einen gerade für den Kopf enorm wichtigen Sieg.

 

Der Spielbeginn gegen Klaipeda verlief ganz nach dem Geschmack von NINERS-Coach Rodrigo Pastore. Obwohl die ersten Würfe noch nicht fallen wollten, sich beispielsweise Phlan Fleming mit Seltenheitswert verstopfte, war die „Orange Army“ vor allem defensiv höchst engagiert und jederzeit hellwach. So erlaubte man dem Gegner in den ersten sechs Minuten lediglich einen einzigen Treffer aus dem Spiel heraus, sowie einige wenige Freiwurfpunkte, während man sich umgedreht für die starke Verteidigung zunehmend auch offensiv belohnte. Gerade Ben Burnham war in jener Phase kaum zu stoppen und besorgte mit seinem zweiten erfolgreichen Dreier eine frühe 16:5-Führung. Ohnehin fielen die Distanzwürfe wesentlich besser als in den vergangenen Wochen, so dass auch der im EuroCup einsatzberechtigte Cobe Williams und Urald King weitere Dreier beisteuerten und die NINERS-Führung bis zur ersten Viertelpause auf 31:16 schraubten.

 

Im zweiten Abschnitt erwischte zwar zunächst Klaipeda den besseren Start und verkürzte auf 28:35, auch weil Pastore versuchte, die Einsatzminuten breit unter seinen Spielern zu verteilen, so dass bis zu jenem Zeitpunkt bereits alle elf Akteure zum Einsatz gekommen waren und schon neun von ihnen gepunktet hatten. Die zahlreichen Wechsel kosteten phasenweise zwar etwas Rhythmus, doch die Vielseitigkeit sollte sich zunehmend auszahlen, wodurch auch zuletzt etwas strauchelnde Spieler wie Elias Rödl per Dunking mal etwas Selbstvertrauen tanken konnten. Williams‘ Buzzerbeater-Dreier zum 57:39-Pausenstand war dann die perfekte Krönung für die bislang vielleicht beste NINERS-Halbzeit der neuen, noch jungen Saison.

 

Allerdings vermochte Chemnitz seinen „Drive“ nicht mit ins dritte Viertel zu nehmen. „Das müssen wir noch einmal genauer analysieren. Vielleicht waren es die Wechsel, welche wir aufgrund der Foulbelastung vornehmen mussten, aber auch unsere defensive Intensität ließ spürbar nach“, konstatierte Pastore nach dem Match. Im gleichen Atemzug erwies sich Klaipedas starke Dreierquote in jener Phase als gewichtiger Grund für Neptunas‘ Aufholjagd, welche trotz zweier Pastore-Timeouts zwischenzeitlich in den 62:66-Anschluss der Litauer mündete. Erneut übernahm Cobe Williams Verantwortung, der nach seiner unnötig eingehandelten BBL-Sperre zweifellos etwas gutmachen wollte, und verschaffte den NINERS bis zur letzten Viertelpause wieder ein kleines Polster (75:66).

 

Die Gäste von Neptunas Kleipeda hatten jedoch längst Lunte gerochen und kämpften im Schlussabschnitt verbissen um den Ausgleich. Dieser fiel dann durch einen Layup des estnischen Nationalspielers Henri Drell bereits sechs Minuten vor Ultimo (77:77). Chemnitz haderte etwas mit dem verspielten Vorsprung und musste sich der zunehmenden Foulbelastung erwehren. Stef Smith, Mateo Seric und Urald King beendeten die Partie mit jeweils vier Fouls, Nighael Ceaser, Jannis von Seckendorff sowie Phlan Fleming mit deren drei. Die entscheidende Lösung lag an diesem Abend im mannschaftsdienlichen Zusammenspiel der NINERS. Mal war es Smith, mal Ceaser, mal Fleming, Williams oder Seric, die in der Crunchtime wichtige Aktionen zeigten und Chemnitz auf der Siegerstraße hielten. Insbesondere Letzgenannter machte mit 17 Punkten ebenso wie sein deutscher Landsmann Jannis von Seckendorff ein bärenstarkes Match, was auch Coach Rodrigo Pastore honorierte: „Mateo sowie Jannis spielten mit ganz viel Energie und Einsatz, übernahmen Verantwortung und trafen wichtige Würfe. Eine tolle Entwicklung, die gern weitergehen darf.“ Vielleicht ja schon am Samstag, wenn Chemnitz den Spitzenreiter und Bundesligakrösus Bayern München empfängt. Dort ist man auf dem Papier zwar glasklarer Außenseiter, was aber nicht ausschließt, dass man sich mit Leidenschaft und Kampfgeist präsentieren sowie wertvolle Erfahrung für den weiteren Saisonverlauf sammeln kann.

 

STATISTIK

NINERS Chemnitz vs. Neptunas Klaipeda 93:84 (31:15, 26:24, 18:27, 18:18), 2.482 Zuschauer

Seric (17 Punkte), Williams (17), Ceaser (12), Seckendorff (12), Burnham (10), King (7), Fleming (6), Atkins (5), Smith (5), Rödl (2), Richardson (0)

 

TERMINE

easyCredit BBL: NINERS Chemnitz vs. Bayern München, Samstag, 10.10.2026, 16:00 Uhr, Messe Chemnitz

BKT EuroCup: Dolomiti Energia Trento vs. NINERS Chemnitz, Dienstag, 13.10.2026, 20:00 Uhr, BTS Arena Trento

Netto BBL Pokal: Basketball Löwen Braunschweig vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 18.10.2026, 15:00 Uhr, Volkswagen Halle Braunschweig