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Urald King kommt aus Trier nach Sachsen

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Die NINERS Chemnitz haben den siebten und vorerst letzten Ausländerspot für die kommende Saison besetzt. Vom Ligakonkurrenten und Playoff-Viertelfinalisten VET-CONCEPT Gladiators Trier wechselt Urald King zur „Orange Army“, wo er einen Vertrag für die neue Spielzeit unterschreibt. Der 1.98 Meter große und 98 Kilogramm schwere Forward bringt mit seinen 35 Lebensjahren und 350 absolvierten Pflichtspielen im Männerbereich sehr viel Erfahrung mit nach Chemnitz. Bei den NINERS soll er künftig die Flügelpositionen bekleiden und auf nationaler wie internationaler Bühne für reichlich Entlastung sorgen. Hierbei hoffen die Chemnitzer Verantwortlichen, dass King seine Reboundqualitäten und Abschlussstärke in Brettnähe, aber auch den in jüngerer Vergangenheit zunehmend verlässlicheren Distanzwurf hilfreich einbringen kann.

Über sein Basketballtalent hinaus freuen sich die NINERS vor allem auf Kings Charakterstärke, für die schon sein letzter Trainer sehr lobende Worte fand. „In unserer ersten BBL-Saison war Urald einer der Spieler, die wir neuverpflichtet haben und die sofort viel Verantwortung übernahmen – sowohl auf dem Feld, als auch in der Kabine. Urald war ein Spieler, mit dem ich rundum sehr gern zusammengearbeitet habe und dem ich für seinen weiteren Weg alles Gute wünsche“, ließ sich Triers Headcoach Jacques Schneider erst kürzlich auf der Gladiators-Website zitieren. Nicht ganz überraschend, wenn man einen Blick auf Kings Karriere wirft, der sich jeden kleinen Schritt mit Ehrgeiz und Disziplin hart erarbeiten musste. In der 13.000-Einwohner-Kleinstadt West Monroe im ländlichen Louisiana aufgewachsen, standen nach dem Highschool-Abschluss die Colleges bei King nicht gerade Schlange. Folgerichtig landete der athletische Forward zunächst „nur“ in der NCAA-2 an der Southeastern Oklahoma State Universität, wo er parallel zum Studium 57 Einsätze für das Basketballteam bestritt und Mittelwerte von 14.2 Punkten, 8.3 Rebounds sowie 1.3 Assists auflegte.

Als Absolvent einer vergleichsweise kleinen Universität aus der NCAA-2 waren dann auch die Möglichkeiten zum Sprung in den Profibasketball eher überschaubar. Doch King verfolgte einen Traum und scheute sich nicht vor elf Jahren als erste Auslandsstation beim bayrischen Regionalligisten Bad Aibling anzuheuern. Dort dominierte er ähnlich wie in den folgenden vier Spielzeiten auf Island, wo ihm in durchschnittlich 30 Spielminuten satte 21.6 Punkte, 12.8 Rebounds, 2.6 Assists, 2.3 Blocks sowie 1.6 Steals gelangen und jeweils ein Pokal- sowie Supercup-Titel heraussprangen. Nach einem Zwischenstopp in Frankreichs dritter Liga und einem Jahr Pause während der Corona-Pandemie ergab sich dann mit dem Angebot des finnischen Teams KTP Kotka die erste Chance auf mittlerem europäischen Profiniveau. Daraufhin folgte 2022/23 eine Saison samt nationalem Triple beim österreichischen Topclub Allianz Swans Gmunden, wo King auch in Champions-League-Qualifikation sowie FIBA Europe Cup antrat und mit durchschnittlich 16.9 Punkten, 9.4 Rebounds, 1.8 Assists sowie 1.2 Steals in 53 Pflichtpartien zum besten Spieler Österreichs gekürt wurde.

Die nächste Spielzeit begann der sympathische Flügel beim kosovarischen Meister KB Peja, mit dem er im FIBA Europe Cup auch auf die NINERS traf. Bei der 63:99-Heimniederlage gegen den späteren Titelgewinner Chemnitz markierte King 14 Punkte und acht Rebounds, wechselte kurz darauf aber erneut nach Österreich zu den Kapfenberg Bulls und im Sommer 2024 zum dänischen Serienmeister Bakken Bears. Mit diesen holte sich King nicht nur den nächsten Meistertitel und die Ehrung als „Finals-MVP“, sondern stellte sein Können unter anderem auch in der European North Basketball League unter Beweis, wo ihm beispielsweise gegen Bamberg 24 Punkte, sieben Rebounds sowie vier erfolgreiche Dreier gelangen. Grund genug für Trier, sich letzten Sommer die Dienste des Routiniers zu sichern. Der BBL-Aufsteiger spielte mit King eine starke Saison und erreichte in Bundesliga wie Pokal das Viertelfinale, wo jeweils gegen Bayern München Schluss war. Im Gladiators-Jersey absolvierte King insgesamt 42 Pflichtspiele mit durchschnittlich 21 Minuten Spielzeit und 8.4 Punkten, 5.1 Rebounds, 1.2 Assists sowie guten Trefferquoten von 60 Prozent aus dem Zweierbereich, knapp 36 von der Dreier- und 76 Prozent von der Freiwurflinie. Lebte King zu Karrierebeginn vor allem noch von seiner Kraft und Athletik, so eignete er sich in späteren Jahren auch einen verlässlichen Distanzwurf an. Während der letzten vier Spielzeiten in Deutschland, Dänemark, Österreich und dem Kosovo, wo er zudem auch international in Champions-League-Qualifikation, FIBA Europe Cup, European North Basketball League sowie Alpe-Adria-Cup antrat, verwandelte der Forward in 172 Pflichtpartien fast 40 Prozent seiner Dreierversuche bei durchschnittlich knapp einem Treffer pro Spiel.

„Für mich ist der Wechsel nach Chemnitz eine großartige Chance. Mir gefällt die kämpferische Einstellung und Aggressivität, mit der die NINERS spielen und ich freue mich darauf, Teil dieses Stils zu sein. In meinen elf Jahren als Profi durfte ich viele Erfahrungen sammeln und möchte das Team als Veteran unterstützen. Zudem glaube ich, der Mannschaft mit meiner Variabilität an beiden Enden des Feldes, meinem Einsatz und auch als Schütze helfen zu können“, ist King bereit, das zu geben, was NINERS-Coach Rodrigo Pastore von ihm verlangt. Im fluiden System des argentinischen Cheftrainers ist ein Einsatz auf beiden Flügelpositionen denkbar, was Chemnitz im besten Fall noch schwerer auszurechnen macht. Viel will man sich im Laufe der Saisonvorbereitung erarbeiten, die Anfang August beginnt und fünf Testpartien beinhaltet, ehe Mitte September in der ersten Pokalrunde dann der scharfe Start ins neue Spieljahr erfolgt.