NINERS schlagen SKYLINERS nach Overtime
Ins Ziel gerettet
Erst nach Verlängerung holte sich Chemnitz am Donnerstagabend einen hauchdünnen 86:82-Sieg gegen Frankfurt und bleibt somit weiterhin im Rennen um die Playin-Ränge der easyCredit Basketball Bundesliga. Dass es überhaupt so eng werden würde, war nach 28 Spielminuten und einer 57:40-Führung der NINERS kaum zu erahnen. Doch in den letzten zwölf Minuten der regulären Spielzeit brach das Pastore-Team völlig ein, woraufhin die personell stark dezimierten, aber aufopferungsvoll kämpfenden SKYLINERS noch eine Overtime erzwangen. In dieser verhalfen die fast 4.500 lautstarken Chemnitzer Fans der „Orange Army“ dann aber doch noch zu einem eminent wichtigen Erfolg und der großen Chance, den Playin-Einzug beim abschließenden Hauptrundenspiel in Braunschweig am Sonntag klarzumachen.
Cheftrainer Rodrigo Pastore berief gegen Frankfurt John Newman nach überstandener Erkältung für Nike Sibande zurück in den NINERS-Kader und konnte sonst weitestgehend aus dem Vollen schöpfen. Ganz anders sah es auf Seiten der Gäste aus, die sowieso schon ohne ihre verletzten Leistungsträger Till Pape, Will Christmas, Radii Caisin und Garai Zeeb angereist waren. Früh im Spiel fielen dann auch noch Frankfurts Tyger Campbell und Jamie Edoka verletzungsbedingt aus, weshalb die SKYLINERS das Match weitestgehend nur mit sechs gestandenen Akteuren und drei weiteren Spielern aus der eigenen ProB-Reserve bestreiten konnten. Jene personellen Umstände und den zusätzlichen Heimvorteil wusste Chemnitz nach einem ausgeglichenen Start beider Teams mit zunehmender Spieldauer immer besser zu nutzen, lag zum Ende des ersten Viertels bereits 24:18 vorn und ging schließlich mit einer 46:31-Führung in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel sank zunächst die Trefferquote der Hausherren zwar etwas ab, doch mit solider Verteidigung gelang es dennoch, sich gegen teils überforderte Frankfurter bis zur 28. Spielminute auf 57:40 abzusetzen. Alles sah nach einem recht ungefährdeten Start-Ziel-Sieg aus, doch gerade das schien die NINERS zu verleiten, immer unkonzentrierter zu werden und das Spiel auf Sparflamme nach Hause bringen zu wollen. Der nachlassende Fokus sollte dann aber zunehmend bestraft werden. Frankfurt verkürzte zum Ende des dritten Viertels binnen zwei Minuten schon auf zehn Zähler und eröffnete den Schlussabschnitt direkt mit einem schönen „And-One“ von Isaiah Swope zum 53:60-Anschluss. Spätestens als der US-Pointguard vier Zeigerumdrehungen später einen Dreier zum 63:67 aus SKYLINERS-Sicht verwandelte, war das Match wieder völlig offen und den NINERS die immer größer werdende Nervosität anzumerken, ein schon längst gewonnen geglaubtes Spiel doch noch aus der Hand zu geben.
So wollte Chemnitz in der Schlussphase offensiv fast nichts mehr gelingen. Vielmehr scheuten die Sachsen insbesondere den Weg in die Zone und versuchten ihr Glück fast einzig von der Dreierlinie. Jene Eindimensionalität, gepaart mit schlechter Trefferquote, machte es Frankfurt nicht gerade schwer, den eigenen Korb effektiv zu verteidigen, so dass weitere Treffer von Nahiem Alleyne, Jacob Holt und Ivan Crnjac reichten, um das Spiel beim Stand von 71:71 in die Verlängerung zu schicken. Dort brachte Swope die Gäste per Korbleger sogar kurzzeitig mit 78:76 in Front, doch zur Freude der NINERS-Fans antwortete Kostja Mushidi mit einem brutal wichtigen Dreier. In der Folge gelangen Chemnitz zwei weitere „Stops“, was Yordan Minchev nutzte, um den Vorsprung per Fastbreak-Dunk auf 82:78 zu schrauben. Frankfurts Ryan Hawkins machte es im direkten Gegenzug noch einmal spannend, doch weil Corey Davis und Kostja Mushidi an der Freiwurflinie die Nerven behielten, retteten die NINERS letztlich einen knappen Sieg über die Linie.
TRAINERSTIMMEN
Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Großes Kompliment an Klaus Perwas, der in Frankfurt einen tollen Job macht. Die SKYLINERS spielten diese Saison phasenweise richtig gut, waren dann aber zu Kaderveränderungen gezwungen und später kamen viele Verletzungen hinzu. Dennoch wussten wir, dass Klaus‘ Teams niemals aufgeben und versuchten unsere Spieler darauf einzustellen. In der ersten Halbzeit, gerade im zweiten Viertel, machten wir einen guten Job und waren sehr effizient. Allerdings bereitete uns Nahiem Alleyne große Probleme und wir verstanden es nicht, uns im Spielverlauf besser auf ihn einzustellen. In der zweiten Halbzeit wurden wir dann immer anfälliger, spielten nicht gut zusammen und konnten unser Potenzial nicht abrufen. Zum Glück gelangen uns ganz am Ende noch ein paar gute Aktionen – der Dreier von Kostja Mushidi, einige Rebounds und wir trafen unsere Freiwürfe. Dennoch haben wir die Herausforderung, dass wir solche Partien einfach routinierter, erwachsener und intelligenter zu Ende spielen.“
Klaus Perwas (Frankfurt): „Wir wollten Chemnitz ärgern und ein gutes Spiel liefern. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass wir sogar die Chance bekommen, heute zu gewinnen, hätte ich es wohl nicht geglaubt. Aber wir haben zum ersten Mal wieder so gespielt wie zu Saisonbeginn. Wir kämpften und blieben als Team zusammen. Dennoch ist es nicht einfach hier in Chemnitz zu gewinnen, zumal die NINERS noch eine Chance auf die Playins haben. Aber insgesamt bin ich zufrieden mit dem Auftritt meiner Mannschaft und drücke Chemnitz sowie Rodrigo Pastore die Daumen, dass sie den Sprung in die Playins schaffen.“
STATISTIK
NINERS Chemnitz vs. SKYLINERS Frankfurt 86:82 (24:18, 22:13, 14:19, 11:21), 4.473 Zuschauer
Yebo (22 Punkte), Davis (13), Sow (11), Minchev (10), Washington (10), Mushidi (8), Newman (5), Bedime (4), Uguak (3), Kellig (nicht eingesetzt), Schakel (nicht eingesetzt), Steinfeld (nicht eingesetzt)
TERMINE
Basketball Löwen Braunschweig vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 10.05.2026, 16:30 Uhr, Volkswagen Halle Braunschweig
Eventuell Playins, Dienstag, 12.05.2026, und ggf. Donnerstag, 14.05.2026, Gegner, Spielort und Uhrzeit noch offen