Fans tragen NINERS zum Sieg
Sensations-Coup!
Manchmal geschehen kleine Wunder genau dann, wenn wirklich niemand damit rechnet. Nur sechs Tage nach der enttäuschenden 62:89-Klatsche gegen Bamberg reiste Chemnitz als absoluter „Underdog“ zum Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten ALBA BERLIN. Vor über 10.000 Zuschauern schien es am Sonntag einzig darum zu gehen, wie hoch die NINERS in der Hauptstadt verlieren würden. Doch viele hatten die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht – oder den Kampfgeist der „Orange Army“ unterschätzt. Mit einer ihrer besten Saisonleistungen trumpften Sachsens erfolgreichste Korbjäger in Berlin ganz groß auf und krallten sich einen völlig überraschenden 84:82-Auswärtssieg. Riesigen Anteil daran hatten zweifellos die 2.000 Chemnitzer Anhänger. In wochenlanger Kleinarbeit stellte der Fanclub „ChemnitzCrew“ einen Sonderzug auf die Beine, produzierte und verschenkte streng limitierte Sonderschals, organisierte Choreos und mobilisierte mit Unterstützung der „Austrinker“ und „NINERZ“ so viele Fans wie bei noch keinem Chemnitzer Auswärtsspiel zuvor. Gemeinsam trug jene leidenschaftliche Heerschar das NINERS-Team zu einem Sieg, über den man noch in Jahren sprechen wird und der die Tür zur „BBL-Postseason“ wieder ganz weit aufmacht.
Wenige Tage zuvor hatte Kapitän Aher Uguak noch die Mannschaft zusammengetrommelt, ganz bewusst ohne Trainer oder Clubführung, um allein unter Spielern offen Klartext zu reden und sich gemeinsam auf die letzten Partien dieser Saison einzuschwören. Wie besonders gerade das Gastspiel in Berlin ist und dass sich trotz der zahlreichen Niederlagen 2.000 Fans auf den Weg in die Hauptstadt machen, unterstrich dann auch Cheftrainer Rodrigo Pastore beim Abschlusstraining. Beide Aktionen und die beeindruckende „weiße Wand“ in Berlin zeigten eine unglaubliche Wirkung, denn die NINERS kamen in Berlin mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen aus der Kabine und fegten zu Spielbeginn geradezu über ALBA hinweg. Angeführt von Kevin Yebo stand es nach vier Minuten bereits 16:7, Kostja Mushidi und Amadou Sow legten alsbald zur ersten zweistelligen Führung nach (25:12). Berlin kam dank Moses Wood und Malte Delow bis zur Viertelpause zwar wieder in Schlagdistanz (20:27), ehe Martin Hermannsson, Justin Bean und Jonas Mattisseck sogar auf 27:31 verkürzten. Doch Chemnitz blieb stabil und wahrte durch sichere Freiwürfe von Yebo sowie Corey Davis ein kleines Polster. Für die nächsten Paukenschläge sorgten dann Sow und Yordan Minchev, die von der Dreierlinie eiskalt blieben und den NINERS eine 52:39-Halbzeitführung bescherten.
Man rieb sich etwas die Augen, wie stark die Orange Army bis dahin auftrat, zumal Minchev den Vorsprung direkt nach dem Seitenwechsel sogar kurzzeitig auf 14 Zähler schraubte (57:43). Doch irgendwie ließ sich schon erahnen, dass dies noch lange nicht das Ende des Lieds sein und Berlin noch einmal zurückkommen würde. Im Stile einer echten Spitzenmannschaft sattelte ALBA nicht nur in der Verteidigung drauf, sondern fand auch offensiv immer bessere Lösungen gegen engagiert kämpfende NINERS. Zwei Dunks von Bean und Wood bildeten den Startschuss für die Aufholjagd der Gastgeber, mit harter Reboundarbeit legten J’wan Roberts und Michael Rataj nach, ehe Nationalspieler Jack Kayil zwei humorlose Dreier zum 64:64-Ausgleich durch die Reuse jagte. Davis stemmte sich mit einem starken Distanztreffer gegen den Berliner Lauf, doch zu Beginn des Schlussabschnittes sollte die Chemnitzer Führung dahin sein, als Wood und Delow zum 73:68 für ALBA netzten. NINERS-Coach Pastore nahm die Auszeit und kitzelte noch einmal alles aus seinen Spielern heraus. Mit Mut und Zuversicht gingen die Sachsen zurück aufs Feld, wo Mushidi vom Perimeter heiß lief und bei ablaufender „Shotclock“ zwei schwere Würfe versenkte. Davis stellte per „Floater“ auf 80:75 für Chemnitz, ehe Rataj und Wood für den nächsten Mini-Run Berlins zum 82:80 sorgten. Größer konnte der Druck kaum sein, doch Washington blieb bei seinem „Mid-Range-Jumper“ ebenso cool, wie Sekunden später Davis an der Freiwurflinie. Obendrein rührte Chemnitz hinten geradezu Beton und ließ in den letzten dreieinhalb Minuten nur zwei Berliner Pünktchen zu, was letztlich wohl auch Glücksgöttin Fortuna milde stimmte. Denn Woods finaler Dreier segelte ins Aus und so durften die NINERS gemeinsam mit ihren Fans einen kaum für möglich geglaubten, aber umso härter erarbeiteten und ehrlich verdienten Sieg feiern!
STATISTIK
ALBA BERLIN vs. NINERS Chemnitz 82:84 (20:27, 19:25, 26:16, 17:16), 10.325 Zuschauer
Yebo (18 Punkte), Mushidi (15), Sow (15), Davis (11), Minchev (10), Washington (10), Bedime (3), Uguak (2), Sibande (0), Kellig (nicht eingesetzt), Schakel (nicht eingesetzt), Steinfeld (nicht eingesetzt)
TERMINE
NINERS Chemnitz vs. SKYLINERS Frankfurt, Donnerstag, 07.05.2026, 18:30 Uhr, Messe ChemnitzBasketball Löwen Braunschweig vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 10.05.2026, 16:30 Uhr, Volkswagen Halle