Deftige KlatscheDeftige Klatsche

62 : 89

NINERS Chemnitzvs.BMA365 Bamberg Baskets

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Bamberg zeigt Chemnitz die Grenzen auf

Deftige Klatsche

Am Montagabend erhielten die Playin-Hoffnungen der NINERS einen herben Dämpfer. Beim Heimspiel gegen den Bundesligadritten und amtierenden Pokalsieger BMA365 Bamberg Baskets konnten Sachsens beste Korbjäger nur bis Anfang drittes Viertel mithalten, als man sich noch einmal eine 45:43-Führung erspielte. Anschließend aber kippte das Momentum zu Gunsten der Gäste, die in der Folge immer stärker auftrumpften und den Chemnitzern beim klaren 89:62-Erfolg letztlich keine Chance ließen. Enttäuschend war vor allem die hohe Fehleranfälligkeit der NINERS, die sich teils ohne Bedrängnis ganze 25 Ballverluste leisteten und von der Dreierlinie nur fünf Würfe mit einer schwachen Quote von 26 Prozent verwandelten. So stand am Ende die 17. Niederlage der laufenden BBL-Saison zu Buche, wodurch Oldenburg nunmehr zu Chemnitz sowie Rostock aufschließen konnte und es an den letzten drei Spieltagen auf ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen um den zehnten Tabellenplatz sowie die damit verbundene Playin-Qualifikation hinausläuft.

Nach zuvor zwei Heimsiegen gegen Ulm und Jena wollte die „Orange Army“ am Montag auch gegen die klar favorisierten Bamberger nachlegen, um sich eine möglichst gute Ausgangsposition im Kampf um die „Postseason“ zu verschaffen. Mit großem Einsatz und schnellem Umschaltspiel gestaltete man die Partie vor fast 4.200 Zuschauern zunächst auch ausgeglichen und lag nach einem krachenden „Alley-Oop-Dunk“ von John Newman sowie einem Washington-Dreier mit 9:7 vorn. In der Folge zog Bamberg aber defensiv die Zügel spürbar an, was schnell in eine 20:12-Führung der Gäste mündete. Aufgrund technischer Probleme der Anzeigetafel kam es dann zu einer sehr langen Unterbrechung, welche die NINERS offenbar besser verdauten. Ein Distanztreffer von Amadou Sow bildete den Startschuss für die Chemnitzer Aufholjagd. Zur ersten Viertelpause hatte Bamberg zwar weiterhin die Nase vorn (20:27), doch das Pastore-Team war nun im Match angekommen. Per „And-One“ verkürzte Aher Uguak alsbald auf 32:35 und Corey Davis, Kevin Yebo sowie Washington sorgten mit ihren Treffern dafür, dass die NINERS auch beim 40:43-Halbzeitstand noch eng im Bamberger Windschatten waren.

Mit Wiederbeginn scherte das Pastore-Team direkt zum Überholvorgang aus und ging durch ein And-One von Yebo mit 45:43 in Front. Zwei Ballverluste in den nächsten Angriffen stoppten aber jäh den Chemnitzer Lauf, während nun auch Bamberg in der zweiten Hälfte ankam. Austin Crowley, Moritz Krimmer, Ibi Watson und Cobe Williams brannten einen fränkischen 13:0-Lauf ins Parkett, den NINERS-Coach Rodrigo Pastore mit einer Auszeit zu stoppen versuchte. Doch der Pokalsieger machte unbeeindruckt weiter und erhöhte durch Treffer des tschechischen Nationalspielers Richard Balint und des amerikanischen Flügelspielers Demarcus Demonia auf 63:46. Binnen fünf Minuten war dies ein 20:1-Run der Gäste, welcher Bamberg früh auf die Siegerstraße brachte und das Chemnitzer Team völlig entmutigte. In der verbliebenen Spielzeit wollte den NINERS vor allem offensiv nichts mehr gelingen, wurden Bälle leichtfertig hergeschenkt oder man verlor sich in aussichtslosen 1-gegen-1-Situationen. Zum nachvollziehbaren Unmut der treuen Chemnitzer Fans ließ die Orange Army aber auch in der Defensive den letzten Einsatz und Willen vermissen, was Bamberg nur allzu gern mit variablem „Teamplay“ bestrafte. Beim 55:84 war der höchste Rückstand des Abends erreichte und Pastore brachte mit Julian Steinfeld und Luca Kellig seine Ergänzungsspieler aufs Feld – auch als Signal an die gestandenen Profis, welche sich bis dahin einfach unter Wert verkauft hatten.

Der gesamten Mannschaft bleibt nunmehr eine knappe Woche, diese auch in der Höhe völlig verdiente Niederlage abzuschütteln und sich auf das nächste Duell mit einem echten Topteam vorzubereiten. Denn schon am Sonntag gastieren die NINERS beim Tabellenzweiten ALBA BERLIN. Dank tollen Engagements des Fanclubs „ChemnitzCrew“ wird sich ein Sonderzug auf den Weg in die Hauptstadt machen, dessen 500 Plätze bereits seit Wochen ausverkauft sind. Zusätzlich reisen viele NINERS-Fans auf privatem Wege an, so dass sich die Orange Army in Berlin der Unterstützung von rund 2.000 Chemnitzer Anhängern gewiss sein darf, welche bitte alle in weißen Oufits kommen mögen. Sportlich ist das Pastore-Team in Berlin zweifellos erneut klarer Außenseiter, doch vor dieser „Auswärts-Rekordkulisse“ wollen und müssen sich die NINERS deutlich leidenschaftlicher präsentieren, als dies noch bei der Heimklatsche gegen Bamberg der Fall war.

TRAINERSTIMMEN

Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Ich glaube, wir hatten heute zum ersten Mal in dieser Saison wirklich alle Spieler an Bord und versuchten viel zu rotieren, um die Intensität hochzuhalten. Zu Beginn lief es noch nicht so wie gewünscht, aber im zweiten Viertel kamen wir allmählich in unseren Rhythmus. Zur Halbzeit lagen wir nur drei Punkte hinten und ich hatte das Gefühl, dass wir noch Luft nach oben hatten. Im dritten Viertel gingen wir sogar mit 45:43 in Führung, wollten die Intensität weiter hochhalten, kassierten dann aber einen 0:13-Lauf. Die Bamberger zwangen uns zu Ballverlusten, trafen einige schwere Würfe und stellten unter Beweis, warum sie dieses Jahr so ein starkes Team sind. Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass es uns nicht gelang, in schlechten Phasen als Mannschaft zusammenzubleiben, was uns zuletzt gegen Ulm und Jena noch zu Siegen verhalf. Wir können Bamberg nur zum Sieg und einer wirklich starken Saison gratulieren. Ich hoffe, dass wir uns selbst in den letzten Spielen als Team präsentieren. Unsere Fans haben das verdient.“

Anton Gavel (Bamberg): „Glückwunsch an meine Spieler zum Sieg. Viele von ihnen wissen vielleicht gar nicht, wie schwer es sein kann, in Chemnitz zu gewinnen. Abgesehen von der ersten Minute direkt nach dem Seitenwechsel haben wir in der zweiten Halbzeit richtig stark verteidigt und nur 22 Punkte zugelassen. Offensiv teilten wir gut den Ball und am Ende scorten bei uns acht Spieler (nahezu) zweistellig. Das war eine reife Leistung, vor allem zu Beginn der Partie und dann über die nahezu komplette zweite Halbzeit hinweg. Wir sind sehr glücklich über diesen Erfolg und dass wir jetzt mit Heimvorteil in die Playoffs gehen.“

STATISTIK

NINERS Chemnitz vs. BMA365 Bamberg Baskets 62:89 (20:27, 20:16, 10:25, 12:21), 4.166 Zuschauer

Yebo (12 Punkte), Davis (11), Sow (9), Washington (9), Uguak (7), Minchev (5), Newman (4), Bedime (3), Mushidi (2), Kellig (0), Schakel (0), Steinfeld (0)

TERMINE

ALBA BERLIN vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 03.05.2026, 15:00 Uhr, Uber Arena Berlin

NINERS Chemnitz vs. SKYLINERS Frankfurt, Donnerstag, 07.05.2026, 18:30 Uhr, Messe Chemnitz

Basketball Löwen Braunschweig vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 10.05.2026, 16:30 Uhr, Volkswagen Halle Braunschweig

Die nächsten Spiele der NINERS

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Heimspiel

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