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Davis trifft Buzzerbeater zum NINERS-Sieg

Derby-Thriller

Im traditionsreichen Ostderby zwischen Chemnitz und Jena haben sich Sachsens beste Korbjäger einen dramatischen Sieg gekrallt. Vor fast 5.000 Zuschauern in der nahezu ausverkauften Messe legten Sachsens beste Korbjäger einen absoluten Traumstart hin, ehe sich die Gäste aus Thüringen mindestens ebenso bemerkenswert zurückkämpften. So gipfelte das Prestigeduell in eine höchst spannende Schlussphase, in der Jenas Joe Wieskamp acht Sekunden vor Schluss einen Dreier zum 73:73-Ausgleich und zur möglichen Verlängerung traf. Doch NINERS-Pointguard Corey Davis antwortete mit der Sirene aus gleicher Distanz und bescherte so der „Orange Army“ und ihren Fans einen spektakulären Sieg, welcher zugleich die Chemnitzer Hoffnungen auf ein Erreichen der Playins neuen Auftrieb verleiht. Jena bleibt dagegen im Abstiegskampf und wird auf wichtige Impulse des neuen Trainers Mike Taylor hoffen, der an seiner alten Wirkungsstätte in Chemnitz nur hauchdünn an einem perfekten Einstand vorbeischrammte.

Wie schon in den letzten drei Partien musste NINERS-Coach Rodrigo Pastore auch gegen Jena auf Roman Bedime verzichten, der seine Mandelentzündung noch nicht ganz auskuriert hat. Jordan Schakel stand zwar erstmals seit zwei Wochen wieder im Spieltagskader. Nach seinen jüngsten Kniebeschwerden kam ein Einsatz im hart umkämpften Ostderby aber noch etwas zu früh. Zudem pausierte Nike Sibande als siebter Ausländer, für den erneut der formstarke Eric Washington den Vorzug erhielt und zugleich in der „Starting Five“ stand. Eben jene wurde von Corey Davis, Aher Uguak, Yordan Minchev und Kevin Yebo komplettiert, die einen sensationellen Traumstart hinlegten. Mit bissiger Verteidigung, blitzschnellem Umschaltspiel, cleverem Teamplay und starken Trefferquoten fegten die NINERS in den ersten fünf Minuten geradezu über Jena hinweg und zauberten ein 23:3 auf die Anzeigetafel. Doch als Pastore mit John Newman, Kostja Mushidi und Amadou Sow den „zweiten Anzug“ brachte, kam plötzlich ein völliger Bruch ins Chemnitzer Spiel. An beiden Enden des Feldes wollte nichts mehr gelingen, so dass die Gäste bis zur ersten Viertelpause bereits auf 20:29 verkürzten. Im zweiten Abschnitt kam Jena sogar auf 27:32 heran, ehe NINERS-Kapitän Aher Uguak das Ruder an sich riss und den Thüringer Lauf mit fünf schnellen Zählern stoppte. Kostja Mushidi und Eric Washington legten drei Distanztreffer nach, so dass sich Chemnitz zur Halbzeit dann doch wieder über eine halbwegs komfortable 51:39-Führung freuen durfte.

Die positive Grundstimmung auf Seiten der NINERS und ihrer Fans sollte nach dem Seitenwechsel jedoch schnell verfliegen. Gegen Jenas intensive Verteidigung gelang dem Pastore-Team überhaupt nichts mehr, während sich bei den Gästen vor allem Wieskamp und Keith Braxton immer wieder Punkte erarbeiteten. Spätestens als Letztgenannter dann alsbald zu Jenas 52:51-Führung traf, wurden böse Erinnerungen an das Hinspiel wach. Auch dort legte Chemnitz wie die Feuerwehr los, hatte frühzeitig eine 24:8-Führung inne, um die Partie schlussendlich aber gegen tapfer kämpfende Jenaer mit 72:85 zu verlieren. Eine Wiederholung jenes Ausgangs wollten die NINERS in eigener Halle unbedingt verhindern und versuchten irgendwie ins Match zurückzufinden. Vieles blieb Stückwerk, doch mit großem Einsatz konnte man die Blutung stoppen und war zu Beginn des Schlussabschnittes beim Stand von 59:61 weiter im Rennen. Yebo, Davis und Sow brachten Chemnitz sogar mit 67:63 in Front, doch Jena konterte über Wieskamp und Braxton noch einmal zum 68:70. Unter allerhöchstem Druck und quasi zum Treffen verdammt, jagte dann aber Minchev einen wichtigen Dreier zur neuerlichen NINERS-Führung durch den Ring, die Yebo zwölf Sekunden vor Schluss auf 73:70 erhöhte. Nach einer Auszeit Jenas traf Wieskamp nur vier Spielsekunden später zum Ausgleich, doch das letzte Wort des Abends gehörte Corey Davis, der mit ablaufender „Shotclock“ und der Hand seines Gegenspielers Jack Pagenkopf im Gesicht den entscheidenden Dreier zum Derbysieg versenkte.

 

TRAINERSTIMMEN

Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Ich wünsche Mike Taylor und Jena ganz viel Glück für den Saisonendspurt. Man hat schon heute seinen positiven Einfluss auf das Team gesehen. Jena spielte befreit auf, setzte seine besten Spieler wie Wieskamp, Braxton oder Iroegbu stark in Szene. Wir hatten einen Fabelstart, bekamen dann aber von den Bankspielern nicht das, was wir noch Mittwoch gegen Ulm sahen. So kam Jena zurück und hatte seine Läufe. Gerade im dritten Viertel, wo uns offensiv wenig gelang. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir ein Spiel gewinnen, in dem wir nur 34 Prozent aus dem Feld und 58 Prozent von der Freiwurflinie treffen, hätte ich es nicht geglaubt. Aber wir reboundeten stark, passten gut auf den Ball auf und am Ende traf Corey diesen entscheidenden Wurf. Das ist es, was große Spieler machen – und nach dem Heidelberg-Spiel war es schon das zweite Mal, dass uns Corey mit einem Dreier den Sieg bescherte.“

 

Mike Taylor (Jena): „Was für ein großartiges Ostderby. Fantastische Energie, herausragende Fans auf beiden Seiten. Wir wussten, dass Rodrigo Pastore seine Mannschaft sehr gut einstellen würde und zu Beginn haben uns die NINERS geradezu überrollt. Sie waren physischer, holten sich zahlreiche Offensivrebounds, während uns zunächst nicht viel gelang. Aber ich bin stolz, wie wir zurückkamen. Im Kampf um den Klassenerhalt liegt viel Druck auf uns, dennoch spielte unser Team mit der Zeit immer befreiter auf, attackierte gemeinsam und konnte sich eine Führung erarbeiten. Respekt an Chemnitz, wie sie das Blatt im Schlussviertel noch einmal wendeten und natürlich an Corey Davis für seinen entscheidenden Wurf. Ich habe heute dennoch viel Gutes bei unseren Spielern gesehen, eine gute Basis, mit der wir arbeiten können und genau das werden wir nächste Woche machen.“

 

STATISTIK

NINERS Chemnitz vs. Science City Jena 76:73 (29:20, 22:19, 8:22, 17:12), 4.911 Zuschauer

Yebo (19 Punkte), Uguak (12), Mushidi (11), Washington (9), Davis (8), Minchev (8), Sow (6), Newman (3), Kellig (nicht eingesetzt), Schakel (nicht eingesetzt), Steinfeld (nicht eingesetzt), es fehlten: Bedime, Sibande

 

TERMINE

NINERS Chemnitz vs. BMA365 Bamberg Baskets, Montag, 27.04.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz

ALBA BERLIN vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 03.05.2026, 15:00 Uhr, Uber Arena Berlin

NINERS Chemnitz vs. SKYLINERS Frankfurt, Donnerstag, 07.05.2026, 18:30 Uhr, Messe Chemnitz