Bittere NiederlageBittere Niederlage

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NINERS verlieren mit letztem Wurf

Bittere Niederlage

Im Kampf um die Playins der easyCredit Basketball Bundesliga musste Chemnitz am Ostersamstag einen herben Rückschlag hinnehmen. Vor 4.600 Zuschauern machte das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore gegen den Tabellendritten aus Bonn gerade in der ersten Halbzeit ein starkes Spiel. Nach dem Seitenwechsel fanden die NINERS aber offensiv immer seltener gute Lösungen und vermissten zunehmend die beiden verletzungsbedingt fehlenden Center Amadou Sow und Roman Bedime. So schmolz die zwischenzeitliche 12-Punkte-Führung allmählich zusammen und in der Schlussphase hatten dann die Telekom Baskets Bonn das Glück auf ihrer Seite. Mit einem Dreier übers Brett stellte Pointguard Grayson Murphy 3.8 Sekunden vor Schluss auf 76:75 für die Gäste und weil Corey Davis nicht mehr erfolgreich kontern konnte, entführte Bonn hauchdünn den Sieg. Auf Chemnitz wartet nun das schwere Auswärtsspiel beim Spitzenreiter München, ehe anschließend drei wichtige Heimpartien gegen Ulm, Jena und Bamberg folgen, in denen sich noch einmal die Chance bietet, ins Rennen um die Playin-Plätze einzugreifen.

Ausgerechnet gegen Bonn, eines der reboundstärksten BBL-Teams, mussten die NINERS mit Amadou Sow (Kniebeschwerden) und Roman Bedime (Erkältung) kurzfristig auf zwei „Big Men“ verzichten. Auch Yordan Minchev klagte über Schmerzen, biss jedoch auf die Zähne, um der Mannschaft ein paar wertvolle Minuten auf den großen Positionen zu geben. Der Bulgare war aber verständlicherweise ebenso wenig bei hundert Prozent wie Eric Washington, dem es nach seiner überstandenen Mandelentzündung noch sichtbar an Explosivität und Spielpraxis fehlte. Dennoch zeigte sich die „Orange Army“ gegen Bonn von Beginn an hoch engagiert und vor allem defensiv hellwach. Angetrieben von ihren leidenschaftlichen Fans erlaubte sie den Gästen kaum freie Würfe und hielt im Kampf um Rebounds stark dagegen. Zwei Distanztreffer von Kevin Yebo und Corey Davis sowie ein kraftvoller Drive von Aher Uguak bescherten Chemnitz folgerichtig dann auch bald eine 12:6-Führung. Als sich kurz darauf Kostja Mushidi ebenfalls per Zug zum Korb durchsetzte, verdichtete Bonn noch mehr die Zone und überließ den NINERS das Glück von der Dreierlinie. Mit der erhofften Wirkung für die Gäste, die auch dank einiger wilder Treffer von Jeff Garrett und Alijah Comithier zum 14:14-Ausgleich kamen.

Kurz vor und nach der ersten Viertelpause fielen dann jedoch drei Chemnitzer Distanzwürfe von Yebo, Davis und John Newman zur neuerlichen 23:16-Führung. Als sich Corey Davis wenig später aber sein zweites Foul abholte und vorsorglich auf die Bank beordert wurde, kam ein Bruch ins Offensivspiel der NINERS, was Bonn nutzte, um sich auf 26:27 heranzukämpfen. Pastore brachte Davis zurück und schon liefen die Chemnitzer Angriffe wieder deutlich geschmeidiger, was in eine verdiente 42:30-Halbzeitführung resultierte. Nach der Pause stellten Uguak und Newman sogar kurzzeitig auf 46:32. Mit Nike Sibandes Freiwurf zum 54:43 war der Vorsprung weiterhin zweistellig, aber die letzten Minuten des dritten Viertels gehörten eindeutig den Gästen, die angeführt von Garrett wieder auf 50:55 herankamen. Der einstige Chemnitzer legte im letzten Abschnitt einen Dreier zum 59:60-Anschluss nach und traf wenig später sogar zur 63:60-Gästeführung. In den vorangegangen elf Minuten waren den NINERS nur zehn Punkte gegen eine zugegebenermaßen starke Bonner Verteidigung gelungen, was die Aufholjagd der Telekom Baskets maßgeblich begünstigte.

Bevor das Match aber gänzlich kippte, verwandelte Sibande zwei umjubelte Dreier zum 66:63 für Chemnitz. Comithier und der von den NINERS kaum zu stoppende Jalen Finch konterten zum 68:70, ehe Davis die Führung per Korbleger und Dreier zurückholte (73:70). Bonns Joel Aminu traf vom Perimeter zum erneuten Ausgleich, ehe sich Yebo trotz Foul zum 75:73 durchtankte. Sein vergebener Bonusfreiwurf landete dann noch einmal in Chemnitzer Händen, aber Minchevs Dreier verfehlte sein Ziel und so kam es zum tragischen Ende. Unter höchstem Druck und eng verteidigt ließ Murphy die Chemnitzer Messe knapp vier Sekunden vor Schluss mit seinem eiskalten Dreier verstummen. Nach der folgenden Auszeit wurde Davis zwar noch einen Notwurf los, der aber leider nur auf dem Ring landete. Wenngleich das Match in beide Richtungen hätte ausgehen können, war es wohl die Chemnitzer Offensivflaute von Mitte drittem bis Mitte viertem Viertel, welche letztlich den Ausschlag gab. Seit der Länderspielpause erzielten die NINERS in sieben Partien durchschnittlich nur 77 Punkte, was es auf diesem Level sehr schwer macht, Spiele zu gewinnen. So bleibt zu hoffen, dass die Pastore-Mannen alsbald ihren offensiven Rhythmus wiederfinden, um doch noch in den Kampf um die Postseason und das internationale Geschäft eingreifen zu können.

 

TRAINERSTIMMEN

Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Glückwunsch an Bonn und Marko Stankovic zu diesem Sieg. Wir sind sehr enttäuscht, weil es schon das zweite Mal in dieser Saison war, dass wir durch einen ‚Last-Second-Shot‘ verloren, der übers Brett reinging. Das Glück scheint nicht gerade auf unserer Seite zu sein. Wir spielten eine richtig gute erste Halbzeit. Bonn machte die Zone dicht, weshalb sehr viel an unseren Distanzwürfen hing. Dennoch bewegten wir den Ball gut, kamen an die Freiwurflinie, hielten unsere Turnover in Grenzen und im Reboundkampf dagegen. In der zweiten Hälfte taten wir uns vor allem dann schwer, wenn Corey Davis nicht auf dem Feld stand. Eric Washington kommt gerade aus einer Erkrankung zurück und ist noch nicht wieder bei hundert Prozent. So konnten wir uns in der zweiten Hälfte leider nicht mehr die gleichen Chancen wie in der ersten Halbzeit erspielen. Zudem gelangen Bonn einige ‚Hustle-Plays‘, sie trafen wichtige Würfe, forcierten Turnover und kamen besser zum Korb. Wir hatten am Ende die Chance, auf drei Punkte davon zu ziehen, holten uns nach dem vergebenen Freiwurf auch noch den Offensivrebound, aber konnten es nicht in einen weiteren Treffer ummünzen und kassierten dann besagten ‚Back-Board-Shot‘. Dennoch bin ich stolz auf das Team. Die Jungs kämpften und so müssen wir versuchen weiterzumachen.“

Marko Stankovic (Bonn): „Glückwunsch an mein Team. Wir spielten heute zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten Hälfte fehlte uns die Energie, wir erschienen irgendwie platt, hielten uns nicht an den ‚Game-Plan‘ und hatten große Probleme gegen die aggressive Pick-and-Roll-Verteidigung der Chemnitzer zu scoren. Ich bin froh, wie wir dann in der zweiten Halbzeit reagierten. Wir waren bereit und kamen Schritt für Schritt zurück. Das Ende verlief ähnlich wie im Hinspiel, mit dem Glück auf unserer Seite. Wir trafen einen ‚Big Shot‘, Chemnitz vergab seinen letzten Wurf und so gewannen wir ein Spiel, dass in beide Richtungen hätte ausgehen können. Ich wünsche den NINERS, dass ihre angeschlagenen Spieler bald zurückkommen. Grundsätzlich ist es enorm schwer, hier in Chemnitz was zu holen. Die Atmosphäre ist sehr heiß, die Fans sind extrem laut und die NINERS konnten ihre letzten fünf Heimspiele gewinnen. Umso glücklicher bin ich über unseren Sieg und möchte mich vor allem auch bei unseren mitgereisten Bonner Fans für die tolle Unterstützung bedanken!“

 

STATISTIK

NINERS Chemnitz vs. Telekom Baskets Bonn 75:76 (17:14, 25:16, 13:20, 20:26), 4.600 Zuschauer

Davis (21 Punkte), Yebo (19), Sibande (13), Uguak (8), Newman (7), Minchev (3), Mushidi (2), Washington (2), Schakel (0), Kellig (nicht eingesetzt), Steinfeld (nicht eingesetzt), Wahren (nicht eingesetzt), es fehlten: Bedime, Sow

 

TERMINE

FC Bayern München vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 12.04.2026, 16:30 Uhr, BMW Park München

NINERS Chemnitz vs. ratiopharm ulm, Mittwoch, 15.04.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz

NINERS Chemnitz vs. Science City Jena, Samstag, 18.04.2026, 16:00 Uhr, Messe Chemnitz