Chemnitz unterliegt in Ludwigsburg
Kein guter Tag
Für die NINERS gibt es diese Saison auswärts weiterhin nicht viel zu holen. Beim Gastspiel in Ludwigsburg unterlag das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore am Mittwochabend vor rund 3.600 Zuschauern mit 79:87 (40:47). Es war bereits die 18. Niederlage im wettbewerbsübergreifend 25. Auswärtsspiel der Saison, welche letztlich viele Ursachen hatte. Im Reboundduell blieben die Hausherren den MHP RIESEN mit 28:46 klar unterlegen. Von der Freiwurf- und Dreierlinie ließ Chemnitz mit Trefferquoten von 62 beziehungsweise 23 Prozent abermals zahlreiche Punkte liegen und leistete sich obendrein 20 Ballverluste. Einzig Kevin Yebo (29 Punkte), Kostja Mushidi (14) und John Newman (10) vermochten auf NINERS-Seiten zweistellig zu scoren, während bei Ludwigsburg ein ehemaliger Chemnitzer zum X-Faktor avancierte. Der gerade erst nachverpflichtete Terrell Harris, welcher von 2019 bis 2021 das NINERS-Jersey trug, erzielte in seinem ersten Einsatz für die Neckarstädter 16 Punkte und verteilte zusätzlich fünf Assists. Durch die 14. Niederlage in der laufenden Bundesligaspielzeit geraten die ersten acht Plätze für Chemnitz allmählich außer Reichweite, weshalb wohl Rang 9 oder 10 als realistische Ziele und die letzte Chance zum Erreichen der „Postseason“ verbleiben. Hierfür könnten die NINERS am Samstag in eigener Halle gegen Bonn sehr wichtige Punkte ergattern. Tickets sind noch im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich.
Eigentlich fand die „Orange Army“ am Mittwoch ganz gut ins Match, hielt hinten den Laden zusammen und drang vorn immer wieder erfolgreich zum Korb vor, was Mitte des Auftaktdurchgangs in eine 14:7-Führung mündete. Allerdings konnte man die defensive Stabilität nicht aufrechterhalten, gestattete Ludwigsburg durch Ballverluste oder verpasste Rebounds zusätzlich einige leichte Punkte, weshalb die Hausherren in den verbliebenen vier Minuten bis zur ersten Viertelpause noch satte 17 Zähler zum 23:24-Anschluss erzielten. Bis Mitte des zweiten Abschnitts behielt Chemnitz knapp die Nase vorn (33:32), wusste sich dann aber der Variabilität der Hausherren nicht mehr zu erwehren. Mit Babacar Sane, Stefan Smith, Terrell Harris, Brandon Tischler, Elijah Hughes und Maxwell Dongmo Temoka erzielten gleich sechs verschiedene Ludwigsburger in den nächsten Minuten zusammen 15 Zähler, was dem Team von Coach Mikko Riipinen eine verdiente 47:40-Halbzeitführung bescherte. Neben den 47 kassierten Punkten war auch das fehlende Wurfglück vom Perimeter mitentscheidend für den Chemnitzer Rückstand, wollte in der ersten Hälfte doch kein einziger von insgesamt elf Dreierversuchen den Weg durch die Reuse finden.
Direkt nach dem Seitenwechsel glückte Yebo im zwölften Chemnitzer Distanzversuch dann endlich der erste Treffer, was jedoch nicht die erhoffte Trendwende einläutete. Denn der sprunggewaltige senegalesische Forward Babacar Sane, der ohnehin mit 24 Punkten und neun Rebounds überragte, machte den Vorsprung der RIESEN wenig später erstmals zweistellig (53:43). Durch zwei Dreier von Yebo und Davis verkürzte Chemnitz zwar noch einmal auf 52:58, doch zahlreiche Ballverluste und die eklatante Unterlegenheit im Reboundduell führten dazu, dass die NINERS bis zur letzten Viertelpause schon wieder auf 55:71 abreißen lassen mussten. Wenngleich das Pastore-Team im finalen Durchgang noch einmal alles reinwarf und nach Newmans „And-One“ zum 73:80 drei Minuten vor Spielende wieder ein Fünkchen Hoffnung aufkeimte, waren jene 16 Zähler Differenz vor dem Schlussabschnitt eine schlichtweg zu hohe Hypothek. Unterm Strich setzte sich Ludwigsburg verdient in einem Match durch, das mit insgesamt 45 Ballverlusten und 24 vergebenen Freiwürfen auf beiden Seiten nicht unbedingt zu den ansehnlichsten Partien dieser Saison gehörte. Reichlich Salz war aufgrund der engen Tabellensituation aber auf jeden Fall in der Suppe, was sich auch in sechs technischen und zwei unsportlichen Fouls wiederspiegelte. In jener Nervenschlacht behielt Ludwigsburg den kühleren Kopf und darf weiter von der direkten Playoffqualifikation träumen, während Chemnitz in den kommenden Partien ein, zwei Schippen draufpacken muss, soll es wirklich noch für die Playins, den Sprung in die Postseason und einen internationalen Wettbewerb reichen.
STATISTIK
MHP RIESEN Ludwigsburg vs. NINERS Chemnitz 87:79 (23:24, 24:16, 24:15, 16:24), 3.623 Zuschauer
Yebo (29 Punkte), Mushidi (14), Newman (10), Davis (8), Sibande (8), Bedime (3), Minchev (2), Sow (2), Uguak (2), Schakel (1), Kellig (nicht eingesetzt), Steinfeld (nicht eingesetzt)
TERMINE
NINERS Chemnitz vs. Telekom Baskets Bonn, Samstag, 04.04.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz
FC Bayern München vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 12.04.2026, 16:30 Uhr, BMW Park München
NINERS Chemnitz vs. ratiopharm ulm, Mittwoch, 15.04.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz