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Können die NINERS in Ludwigsburg nachlegen?

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Sachsens beste Korbjäger stehen vor einer richtungsweisenden Partie. Am Mittwochabend gastiert das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore um 20:00 Uhr bei den MHP RIESEN Ludwigsburg, die momentan zwei Erfolge mehr auf dem Konto haben. Mit einem Auswärtssieg könnten die NINERS zu den Neckarstädtern aufschließen und noch einmal ernsthaft in den Kampf um die Plätze sieben und acht eingreifen, was in der ersten beziehungsweise zweiten Playin-Runde den Heimvorteil mit sich brächte. Bei einer Niederlage würde es für Chemnitz dagegen in der Bundesliga-Hauptrunde wohl nur noch um den neunten oder zehnten Rang gehen, von denen man zwar ebenso den Sprung in die Playoffs schaffen könnte, aber dann mindestens ein schweres Auswärtsspiel gewinnen müsste. Wohin die Reise für die „Orange Army“ geht, können alle Fans am Mittwochabend in der 4.000 Zuschauer fassenden Ludwigsburger „MHPArena“ oder am Livestream bei DYN (www.dyn.sport) verfolgen. Nur drei Tage später empfängt das Pastore-Team die starken Bonner in der Chemnitzer Messe. Tickets sind noch im Online-Shop (https://www.chemnitz99.de/tickets), allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse erhältlich.

Das Hinspiel zwischen Chemnitz und Ludwigsburg fand sehr früh in dieser Saison bereits Anfang Oktober statt. Seinerzeit gingen die NINERS mit dem Rückenwind von zuvor drei siegreichen Partien und frischen Beinen ins Match, während sich die RIESEN erst noch finden, zudem ohne einige Verletzte auskommen und im weiteren Saisonverlauf auch nachjustieren mussten. Der damalige überdeutliche 111:88-NINERS-Erfolg scheint also nur bedingt als Gradmesser zu dienen. Schließlich lief Ludwigsburg in Chemnitz noch ohne Powerforward Babacar Sane (durchschnittlich 10.7 Punkte pro BBL-Partie), den lettischen Pointguard Toms Skuja (5.1), Backup-Center Gavin Schilling (3.8) und Eigengewächs Julis Baumer (3.4) auf. Auch das zweite große Ludwigsburger Talent Lenny Anigbata (2.3) machte erst im späteren Saisonverlauf einen spürbaren Leistungssprung und steuerte jüngst elf Punkte sowie sieben Rebounds zum überraschenden 81:79-Auswärtssieg der RIESEN beim Tabellenvierten Bonn bei.

Dank der Genesung des zeitweise verletzten Sane, der Nachverpflichtungen von Skuja und Schilling sowie der positiven Entwicklung junger Talente wie Baumer und Anigbata steht Ludwigsburgs Cheftrainer Mikko Riipinen mittlerweile ein deutlich tieferer Kader zur Verfügung. Dieser bietet nun die nötige Entlastung für die eigentlichen Leistungsträger Stefan Smith (16.6), Traveon Buchanan (15.4), Elijah Hughes (14.4), Yorman Polas Bartolo (8.4), Keeshawn Kellman (7.1), Brandon Tischler (5.4) und Jonas Wohlfahrt-Bottermann (4.1). Mit Maxwell Dongmo Temoka (1.4) sind es insgesamt sogar 13 Ludwigsburger Akteure, die in der laufenden Spielzeit mindestens zehn Pflichtpartien mit durchschnittlich zehn oder mehr Einsatzminuten bestritten und ebenjene Tiefe verschaffte den RIESEN auch beim Triumph in Bonn den entscheidenden, längeren Atem. Hinzu kommt, dass Ludwigsburg diese Saison erstmals seit vier Jahren nicht am internationalen Wettbewerb teilnimmt und sich somit voll auf die Bundesliga konzentrieren kann.

Dort streben die Baden-Württemberger ebenso wie Chemnitz den Einzug in die „Postseason“ an und haben nach vier Siegen in den letzten sechs Partien, davon drei in der heimischen MHPArena, auch noch die direkte Playoff-Qualifikation im Blick. Einer der größten Trümpfe des Riipinen-Teams ist seine Rebound-Stärke, angelt sich Ludwigsburg (40.3) nach Rostock (41.0) sowie Jena (40.6) doch die meisten Abpraller aller Bundesligisten und deutlich mehr als Chemnitz (36.9). Hier wird NINERS-Coach Rodrigo Pastore also auf einen ähnlich guten Tag seiner „Big Men“ wie beim jüngsten Heimsieg gegen Oldenburg hoffen. Im Backcourt könnte Eric Washington nach überstandener Mandelentzündung eventuell wieder in den Kader rutschen. Viel wichtiger erscheint aber das Nervenkostüm der Chemnitzer Korbjäger, welche diese Saison wettbewerbsübergreifend erst sieben von 24 Auswärtspartien gewinnen konnten. Bestenfalls finden sie auf der Zielgerade und schon diesen Mittwoch jene mentale Stärke, die es braucht, um wie zuletzt in Rostock nunmehr auch in Ludwigsburg als Sieger vom Parkett zu gehen.

 

TERMINE

MHP RIESEN Ludwigsburg vs. NINERS Chemnitz, Mittwoch, 01.04.2026, 20:00 Uhr, MHPArena Ludwigsburg

NINERS Chemnitz vs. Telekom Baskets Bonn, Samstag, 04.04.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz