Starkes zweites Viertel ebnet den Weg
Wichtiger Sieg
Die NINERS Chemnitz wahren ihre Chancen auf den Einzug in die „Postseason“. Am Samstagabend setzte sich das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore mit 95:85 (53:35) gegen den direkten Verfolger EWE Baskets Oldenburg durch und verteidigte damit den zehnten Tabellenplatz, der als letzter noch zur Qualifikation für die Playins berechtigt. Vor über 4.600 Zuschauern ebneten die NINERS mit einem starken zweiten Viertel (34:16) den Weg zum vierten Heimsieg in Folge. Nach der Halbzeitpause startete Oldenburg noch einmal eine beeindruckende Aufholjagd, doch in der entscheidenden Spielphase behielt die „Orange Army“ einen kühlen Kopf. Insbesondere deren „Big Men“ Amadou Sow (24 Punkte), Kevin Yebo (19) und Yordan Minchev (15) zeigten eine starke Leistung. Außerdem schrammte Spielmacher Corey Davis mit 14 Punkten und acht Assists nur knapp am „Double-Double“ vorbei.
Der Einsatz des 28-jährigen US-Amerikaners stand bis zuletzt auf der Kippe, da er aufgrund eines Krankheitsfalls im engsten Familienkreis unter der Woche abermals kurzfristig nach Italien reisen musste. Zusätzlich fiel Eric Washington mit einer Mandelentzündung aus, weshalb sich die NINERS weitestgehend ohne ihre beiden Pointguards auf das Spiel gegen Oldenburg vorbereiten mussten. In der Folge begann am Samstag dann zunächst auch Nike Sibande als Spielmacher und Chemnitz brauchte einige Minuten, um seinen offensiven Rhythmus zu finden. Den zwischenzeitlichen 10:13-Rückstand glichen Minchev und Yebo bis zur ersten Viertelpause aber schon wieder auf 19:19 aus. Letztgenannter erzielte im zweiten Abschnitt die ersten sieben Chemnitzer Punkte, denen Sow und Davis alsbald zwei Dreier folgen ließen. Als dann auch Minchev vom Perimeter traf, waren die Sachsen schon auf 44:30 enteilt. Schlussendlich krönte Nike Sibande einen bärenstarken 15:0-Lauf zum 51:30 – der höchsten NINERS-Führung im gesamten Spielverlauf.
21 Punkte Vorsprung waren es auch noch, als Kostja Mushidi nach zwei gespielten Minuten im dritten Viertel einen Distanzwurf zum 58:37 durch den Ring jagte. Chemnitz spielte offensiv weiterhin durchaus gefällig, doch defensiv baute das Pastore-Team im Vergleich zur ersten Halbzeit spürbar ab, was Oldenburg nun zunehmend bestrafte. Insbesondere die beiden bulligen Guards Chris Clemmons und Brian Fobbs liefen allmählich heiß und brachten ihre Baskets bis zur letzten Unterbrechung schon wieder auf 65:79 heran. Als dann auch noch Kyle Lofton und Seth Hinrichs auftauten, kam Oldenburg bedrohlich nah heran (76:81). Bei fast sieben Minuten Restspielzeit war das Match zu jenem Zeitpunkt wieder völlig offen und den NINERS eine gewisse Nervosität durchaus anzumerken. Mit einem kraftvollen „And-One“ hatte Amadou Sow dann aber die richtige Antwort parat und mit zwei Dreiern verteilten John Newman sowie Corey Davis alsbald die nächsten, letztlich entscheidenden „Beruhigungspillen“. Als Yebo kurz darauf zum 95:80 traf, versuchte Chemnitz in der Schlussphase noch einmal den direkten Vergleich (-17) mit schnellen, risikoreichen „Plays“ in Angriff zu nehmen. Obwohl jenes Unterfangen nicht glücken wollte, heimsten die NINERS einen wichtigen Sieg ein – auch weil mit Vechta (82:90-Niederlage beim MBC) ein weiterer Verfolger strauchelte. So verweilt Chemnitz auf Rang 10, ehe nächste Woche mit der Gastpartie beim Tabellenachten Ludwigsburg und dem Heimspiel gegen die viertplatzierten Telekom Baskets Bonn zwei ganz schwere Aufgaben warten.
TRAINERSTIMMEN
Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Es hat mir gefallen, wie wir in der ersten Halbzeit an beiden Enden des Feldes agierten. So wollen wir eigentlich spielen. Die Woche war nicht ganz leicht für uns, weil beide Pointguards fehlten – Eric Washington krankheitsbedingt und Corey Davis aus persönlichen Gründen. Dennoch glaube ich zu sehen, dass wir uns als Team zuletzt verbesserten. Wir sind noch nicht ganz dort, wo wir sein möchten, verloren heute beispielsweise im dritten Viertel defensiv die Kontrolle, ließen uns zu leicht im Eins-gegen-Eins schlagen, hatten Abstimmungsprobleme und gestatteten Oldenburg zweite Chancen. Dann gewannen wir im Schlussabschnitt die Kontrolle zurück und zogen wieder auf 15 Punkte davon. Ich hoffe, wir können unsere positive Entwicklung fortsetzen.“
Lazar Spasic (Oldenburg): „Glückwunsch an Coach Rodrigo und Chemnitz. Die NINERS haben den Sieg verdient. Wir verloren dieses Spiel im zweiten Viertel. Die dort kassierte Differenz von 18 Punkten ist einfach zu viel. Grundsätzlich bin ich zwar ganz zufrieden, wie wir insgesamt als Team auftraten. So konnten wir nach dem hohen Rückstand auch noch einmal herankommen. Aber um hier in Chemnitz zu gewinnen, war es schlichtweg nicht genug. Wir werden versuchen, für unser nächstes Spiel gegen Hamburg bereit zu sein.“
STATISTIK
NINERS Chemnitz vs. EWE Baskets Oldenburg 95:85 (19:19, 34:16, 26:30, 16:20), 4.629 Zuschauer
Sow (24 Punkte), Yebo (19), Minchev (15), Davis (14), Bedime (7), Mushidi (7), Uguak (4), Newman (3), Sibande (2), Schakel (0), Kellig (nicht eingesetzt), Steinfeld (nicht eingesetzt)
TERMINE
MHP RIESEN Ludwigsburg vs. NINERS Chemnitz, Mittwoch, 01.04.2026, 20:00 Uhr, MHPArena Ludwigsburg
NINERS Chemnitz vs. Telekom Baskets Bonn, Samstag, 04.04.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz