Chemnitz und Vechta visieren Playins an
Verfolgerduell
Die 60. Saison der easyCredit Basketball Bundesliga biegt langsam aber sicher auf die Zielgerade ein und in sämtlichen Tabellenregionen wird um wichtige Punkte gekämpft. Nicht anders ist es diesen Samstag ab 20:00 Uhr im RASTA Dome Vechta. Dort empfangen die gleichnamigen Hausherren das Team der NINERS Chemnitz. Beide Clubs trennt rund zwei Monate vor dem Abschluss der Hauptrunde lediglich ein Sieg. Noch hat Chemnitz als Tabellenzehnter knapp die Nase vor Vechta. Doch auch die Niedersachsen schielen auf eben jenen zehnten Rang, der als letzter noch zum Einzug in die „Playins“ und somit zum Erreichen der begehrten „Postseason“ berechtigen würde. Mit reichlich Rückenwind aus den vergangenen Partien strotzt RASTA momentan geradezu vor Selbstvertrauen, während für die NINERS nochmal eine neue Zeitrechnung in der laufenden Bundesligaspielzeit anbricht.
Denn zum allerersten Mal seit Saisonstart kommen die NINERS nicht aus einer sogenannten „englischen Woche“, hatten also kein zusätzliches Pflichtspiel im EuroCup zu bestreiten, sondern seit ihrem kürzlichen Auswärtssieg in Rostock immerhin sechs Tage Luft. Diese nutzten Sachsens beste Korbjäger teils zur gezielten Vorbereitung auf das schwere Auswärtsspiel in Vechta, teils aber schlichtweg nur, um vorhandene Blessuren auszukurieren. Nicht nur Kostja Mushidi (Wadenzerrung), Aher Uguak (Oberschenkelprellung) und Julian Steinfeld (Knöchelbänderriss) laborieren an bekannten Verletzungen. Auch Kevin Yebo, Yordan Minchev, John Newman und Corey Davis haben mit kleinen oder größeren Blessuren zu kämpfen, weshalb die NINERS trotz spielfreier Woche nie wirklich vollzählig trainieren konnten. Immerhin ist man optimistisch, dass die meisten Leistungsträger bis zum Duell mit Vechta in den Kader zurückkehren. Finale Gewissheit werden Trainer und Fans aber erst am Samstagabend kurz vor Spielbeginn haben.
Eine angespannte Situation, die bisweilen auch RASTA in der laufenden Saison schon durchleben musste. Mit Pointguard Tommy Kuhse (durchschnittlich 13.4 Punkte und 4.2 Assists pro Partie), 2.18-Meter-Center-Hüne Tibor Pleiß (11.3 Punkte, 5.0 Rebounds) und Flügelspieler Lloyd Pandi (7.9 Punkte, 4.5 Rebounds) fielen einige Leistungsträger Vechtas in dieser Saison schon mehrfach verletzt aus. Mittlerweile sind die drei Genannten aber wieder in voller Stärke zurück und obendrein rüstete RASTA mit dem US-Amerikaner Malik Parsons nach. Der vielseitige Shooting-Guard sorgte schon letzte Saison für Aufsehen, als er im Frankfurter Jersey durchschnittlich über 16 Punkte auflegte. Anschließend ging es zum türkischen Champions-League-Teilnehmer Bursaspor, ehe Vechta den 26-Jährigen Anfang März zurück in die BBL lotste. Hier trumpft Parsons sofort wieder auf und markierte in drei Einsätzen für die Niedersachsen durchschnittlich 11.7 Punkte, 4.7 Rebounds, 2.7 Assists sowie 2.0 „Stocks“. Unangefochtener Star des Teams von Cheftrainer Christian Held ist aber weiterhin Topscorer Alonzo Verge, der seinen Saisonschnitt von 19 Zählern pro Spiel in beiden bisherigen Duellen mit den NINERS deutlich übertrumpfte. Im Pokal erzielte der US-Boy 38 Punkte bei Vechtas 89:86-Comeback-Triumph. Beim 96:90-BBL-Auswärtssieg der Niedersachsen in der Chemnitzer Messe waren es zu Jahresbeginn immerhin satte 26 Zähler.
Weil RASTA mit Tevin Brown (15.4), TJ Bamba (11.2), Philipp Herkenhoff (7.1), Lars Thiemann (3.9), Joschka Ferner (3.2) sowie Luc van Slooten (2.4) noch zahlreiche weitere, größtenteils offensivstarke Optionen im Kader hat und bis auf Ferner zuletzt alle fit waren, kommt das Held-Team allmählich richtig ins Rollen. Gleich vier der letzten fünf Partien beendete Vechta siegreich und erzielte dabei im Schnitt beeindruckende 96.2 Punkte pro Spiel. Im eigenen stets sehr stimmungsvollen und oftmals restlos ausverkauften RASTA Dome sind die Niedersachsen ohnehin nur schwer zu knacken. Ähnliche Vorzeichen gab es zuletzt aber auch für das Chemnitzer Gastspiel in Rostock, welches die NINERS trotz der Ausfälle von Mushidi und Uguak dann doch für sich entscheiden konnten. Basis hierfür war eine engagierte wie aufmerksame Defensive und eine konzentrierte Reboundarbeit, insbesondere am eigenen Brett. Beides wird es auch diesen Samstag in Vechta brauchen, um vielleicht am nächsten Überraschungssieg zu schnuppern und einen weiteren kleinen Schritt Richtung Postseason zu machen.
TERMINE
RASTA Vechta vs. NINERS Chemnitz, Samstag, 21.03.2026, 20:00 Uhr, RASTA Dome Vechta
NINERS Chemnitz vs. EWE Baskets Oldenburg, Samstag, 28.03.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz