NINERS erkämpfen sich wichtigen Auswärtssieg
Moral bewiesen
Mit einer großen Willensleistung halten Sachsens beste Korbjäger den Anschluss an die Playin-Plätze der easyCredit Basketball Bundesliga und dürfen weiter von der Postseason träumen. Obwohl Chemnitz mit den verletzungsbedingten Ausfällen von Kostja Mushidi und Aher Uguak erneut zwei herbe Rückschläge hinnehmen musste, setzte sich die „Orange Army“ am Sonntag bei den favorisierten ROSTOCK SEAWOLVES mit 78:73 durch. Insbesondere Corey Davis (23 Punkte), Eric Washington (18) sowie John Newman (15) trugen das Team in einer hart umkämpften Partie und sorgten in der „Crunchtime“ für die entscheidenden Aktionen. Dank ihres elften Saisonerfolgs sind die NINERS elf Spieltage vor Schluss weiterhin punktgleich mit Oldenburg, das auf Platz zehn liegend momentan den letzten Spot zum Erreichen der Playins einnimmt.
Die hauchdünne und umso enttäuschendere Niederlage in Ljubljana sowie rund 1.300 Reisekilometer aus Slowenien bis an die Ostseeküste steckte den Chemnitzer Korbjägern am Sonntag noch sichtbar in den Knochen. Hinzu kam der kurzfristige Ausfall von Kostja Mushidi (Wadenzerrung) und nach drei Spielminuten war in Rostock auch für Aher Uguak schon Schluss, der einen schmerzhaften „Pferdekuss“ erlitt. Auch Nike Sibande, der als nominell siebter Ausländer pausierte, und Julian Steinfeld (Bänderriss) konnten ihr Team nicht unterstützen, was die Aufgabe nicht leichter machte. Im Gegenzug knüpften die zuletzt so formstarken SEAWOLVES, welche sieben der vergangenen neun Bundesligaspiele gewannen, vor ihren heimischen Fans an ihre jüngsten Erfolge an und zogen im Auftaktviertel gleich einmal auf 16:7 davon. Washington, Davis und Jordan Schakel hielten dagegen und brachten die NINERS bis zur ersten Pause auf 14:20 heran. Im zweiten Abschnitt konnten Davis sowie Kevin Yebo das Blatt dann sogar gänzlich wenden und Chemnitz eine knappe 24:22-Führung bescheren. Diese hatte aber nur bis zu Davis‘ Treffer zum 27:26 Bestand, weil der Korb im Anschluss wie vernagelt schien, minutenlang selbst offene Würfe nicht fallen wollten, was Rostock, angeführt von seinen beiden starken US-Amerikanern D’Shawn Schwartz (20 Punkte) und TJ Crockett (19), zu einem eigenen 9:0-Lauf nutzte. Mit zwei wichtigen Dreiern zum 33:37-Anschluss brachte Washington die NINERS direkt vor der Halbzeitpause aber gerade noch rechtzeitig wieder zurück ins Spiel.
Im dritten Abschnitt behaupteten die Hausherren dann zunächst ihren knappen Vorsprung und zogen nach einem Dreier von Andy van Vliet sogar kurzzeitig noch einmal auf sieben Zähler davon (48:41). Doch Davis konterte direkt aus gleicher Distanz, Newman und Washington legten am Brett nach, so dass Chemnitz vor dem Schlussabschnitt schon wieder auf 52:55 dran war. Bezeichnend bis hierher und entscheidend im weiteren Spielverlauf – das Pastore-Team agierte sehr konzentriert, leistete sich insgesamt nur acht Ballverluste und machte den SEAWOLVES nahezu jeden Wurf schwer, weshalb man trotz überschaubarer Trefferquote stets in Schlagdistanz blieb. Fünf Minuten vor Schluss holte Davis die Führung dann erstmals seit Anfang des zweiten Viertels wieder auf Chemnitzer Seite (64:63), ehe sich beide Teams eine packende „Crunchtime“ mit zahlreichen Führungswechseln lieferten. Die entscheidenden Nadelstiche setzten die NINERS dabei am defensiven Ende des Feldes. Sow mit Monsterblock gegen Schwartz, Washington, Yordan Minchev und Newman mit wichtigen Ballgewinnen, von denen der US-Boy einen sogar mit „Statement-Alley-Oop“ abschloss. Weil Chemnitz nun auch im Reboundduell das defensive Brett kontrollierte und Newman sowie Washington an der Freiwurflinie die Nerven behielten, durfte sich das Team über einen etwas überraschenden, aber leidenschaftlich erkämpften Sieg freuen. Schon kommenden Samstag geht es mit der nächsten schweren Auswärtspartie weiter, wenn die NINERS bei ihrem direkten Verfolger RASTA Vechta gastieren, der sich mit drei Siegen in Serie zuletzt sehr formstark präsentierte und seinerseits ebenfalls noch unbedingt in die Bundesliga-Postseason einziehen möchte.
STATISTIK
ROSTOCK SEAWOLVES vs. NINERS Chemnitz 73:78 (20:14, 17:19, 18:19, 18:26), 4.313 Zuschauer
Davis (23 Punkte), Washington (18), Newman (15), Sow (7), Minchev (6), Yebo (5), Bedime (2), Schakel (2), Uguak (0), Kellig (nicht eingesetzt), es fehlten: Mushidi, Sibande, Steinfeld
TERMINE
RASTA Vechta vs. NINERS Chemnitz, Samstag, 21.03.2026, 20:00 Uhr, RASTA Dome Vechta
NINERS Chemnitz vs. EWE Baskets Oldenburg, Samstag, 28.03.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz