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Chemnitz unterliegt trotz großem Kampf in Ljubljana

Erhobenen Hauptes

Das Abenteuer „BKT EuroCup“ fand für Sachsens beste Korbjäger diesen Mittwoch sein vorläufiges Ende. Im hart umkämpften Achtelfinale mussten sich die NINERS vor fast 6.000 Zuschauern, darunter auch gut 100 Chemnitzer Fans, bei Cedevita Olimpija Ljubljana mit 65:73 geschlagen geben. Zur Halbzeit schnupperte das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore noch an der Sensation (39:36), biss sich in der zweiten Hälfte aber zunehmend die Zähne an der starken Defensive der Hausherren aus und vermisste insbesondere von der Freiwurflinie das nötige Wurfglück. Dennoch durften die NINERS erhobenen Hauptes vom Feld gehen, präsentierten sie sich doch erneut in einem wichtigen EuroCup-Spiel höchst konkurrenzfähig und verlangten dem favorisierten Gastgeber wirklich alles ab. In ihrer ersten Saison im zweithöchsten Vereinswettbewerb des Kontinents verabschiedete sich die „Orange Army“ als bestes deutsches Team und sammelte über 19 größtenteils packende Spiele hinweg viele Pluspunkte, die ihnen bestenfalls schon kommende Saison eine abermalige Teilnahme am renommierten wie begehrten BKT EuroCup ermöglichen könnten.

Gern hätten die NINERS auch diese Saison schon ihre spannende Reise quer durch Europa weiter fortgesetzt und den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Deshalb warfen sie in der topmodernen und gut gefüllten Stožice Arena Ljubljana alles in die Waagschale. John Newman erzielte gleich die ersten Punkte des Abends, ehe Yordan Minchev auf 6:3 und wenig später Corey Davis sowie Amadou Sow sogar auf 13:7 erhöhten. Olimpija zeigte sich durchaus beeindruckt, hatte der Tabellendritte der EuroCup-Hauptrundengruppe A wohl nicht mit so viel Feuer der in Gruppe B sechstplatzierten NINERS gerechnet. Athletikmonster DJ Steward, der gerade rechtzeitig wiedergenesene Ognjen Jaramaz und der langjährige Bundesligaprofi Aleksej Nikolic meldeten die Hausherren dann aber schnell in diesem „Do-or-die-Game“ an und stellten auf 16:13 kurz vor der ersten Viertelpause. Nun musste sich Chemnitz etwas schütteln, legte dank Kevin Yebo, Roman Bedime und Aher Uguak pausenübergreifend aber einen 14:6-Zwischenspurt hin, der Ljubljanas Trainerlegende Zvezdan Mitrovic zur Auszeit zwang. Die NINERS blieben dennoch weiter auf dem Gaspedal und bauten ihren Vorsprung durch Treffer von Kostja Mushidi, Jordan Schakel und Amadou Sow auf 34:26 aus. Einige vielleicht vermeidbare Ballverluste und manch vergebener Freiwurf ließen die Tür für Ljubljana jedoch offen, so dass Nikolic direkt vor der Halbzeitpause per Dreier schon wieder auf 36:39 verkürzen konnte.

Im dritten Abschnitt dominierten beide Teams zunächst in der Defensive, gestatteten dem Gegner kaum mal leichte Punkte, weshalb Korberfolge selten blieben und die NINERS nach Uguaks Dreier zum 44:40 weiterhin eine knappe Führung behaupteten. Die letzten Minuten dieses Durchgangs gehörten dann aber eindeutig den „Drachen“ aus Ljubljana, welche dank Centertalent Cameron Houindo, ihrem vielseitigen Pointguard Umoja Gibson und dem slowenischen Nationalspieler Rok Radovic einen 14:2-Lauf ins Parkett brannten. Als der einstige Bonner Thomas Kennedy zu Beginn des Schlussviertels dann sogar auf 56:46 für Olimpija stellte, lag fast schon eine Vorentscheidung in der Luft. Aber nur fast, denn die Chemnitzer Korbjäger stellten nun ihre Kämpfermentalität unter Beweis. Obwohl man schmerzlicherweise gerade an der Freiwurflinie einige Punkte liegen ließ, steckten die NINERS nicht auf und mobilisierten noch einmal ihre letzten Reserven. Ein wichtiger Yebo-Dreier hauchte der „Orange Army“ zusätzliche Energie ein. Sow und Uguak verkürzten aus gleicher alsbald auf 60:63 und zweieinhalb Minuten vor Schluss hätte der kanadische Forward sein Team sogar auf einen Zähler heranbringen können. Doch in der nun sehr lautstarken Stožice Arena zeigte auch der Kapitän etwas Nerven, während Gibson und Steward im Gegenzug mit einem Dreier sowie Fastbreak-Dunk zum 71:64 den Triumph der slowenischen Hausherren besiegelten. Chemnitz hatte das Spiel vor allem dank höchst engagierter Defensive über 38 Minuten hinweg völlig offengehalten, musste und konnte aber ebenso anerkennen, dass Ljubljana in einigen Teilaspekten schlichtweg einen kleinen Tick besser war und sich somit verdient durchsetzte. Für Olimpija geht es nun in der nächsten Runde gegen den französischen Club Bourg-en-Bresse weiter. Hapoel Jerusalem, Besiktas und Bahceshir Istanbul, Turk Telekom Ankara, Dolomiti Trento und Cluj-Napoca komplettieren das namhafte Viertelfinale des EuroCups 2025/26, während auf Chemnitz in dieser Saison noch mindestens zwölf spannende Bundesligaspiele warten. Das erste steht schon am Sonntag an, wenn die NINERS um 16:30 Uhr beim ambitionierten Tabellensiebten Rostock gastieren.

 

STATISTIK

Cedevita Olimpija Ljubljana vs. NINERS Chemnitz 73:65 (16:15, 20:24, 18:7, 19:19), 5.792 Zuschauer

Sow (13 Punkte), Uguak (12), Yebo (11), Davis (10), Minchev (6), Mushidi (5), Bedime (2), Newman (2), Schakel (2), Sibande (2), Kellig (nicht eingesetzt), es fehlten: Steinfeld, Washington

 

TERMINE

easyCredit BBL: ROSTOCK SEAWOLVES vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 15.03.2026, 16:30 Uhr, Stadthalle Rostock

easyCredit BBL: RASTA Vechta vs. NINERS Chemnitz, Samstag, 21.03.2026, 20:00 Uhr, RASTA Dome Vechta

easyCredit BBL: NINERS Chemnitz vs. EWE Baskets Oldenburg, Samstag, 28.03.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz