Leidenschaftliche TeamleistungLeidenschaftliche Teamleistung

81 : 67

NINERS Chemnitzvs.Dolomiti Energia Trento

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NINERS erreichen EuroCup-Playoffs

Leidenschaftliche Teamleistung

Mit ihrer kämpferisch wohl besten Saisonleistung haben Sachsens beste Korbjäger am Mittwochabend ein kleines Wunder wahrgemacht. Vor fast 4.000 Zuschauern in der stimmungsvollen Messe Chemnitz krallte sich die „Orange Army“ einen wichtigen 81:67-Sieg gegen Dolomiti Trento und zieht im ersten Jahr ihrer EuroCup-Teilnahme in die Playoffs der besten zwölf Teams des zweithöchsten Kontinentalwettbewerbs ein. Obwohl oder gerade weil mit Kevin Yebo, Amadou Sow und Julian Steinfeld die komplette Chemnitzer Centerriege fehlte, dazu Eric Washington international nicht spielberechtigt ist und Kaza Kajami-Keane das Team kurzfristig Richtung Braunschweig verließ, packten die NINERS in allen Bereichen zwei Schippen drauf und bestachen gegen Trento vor allem mit Teamplay sowie bärenstarker Verteidigung. Schon 70 Stunden später will das Pastore-Team an jene energiegeladene Vorstellung anknüpfen und im Derby gegen den MBC am Samstag nachlegen – bestenfalls mit weiteren Rückkehrern an Bord und unzähligen Fans im Rücken!

Gegen Trento war die Rotation von Beginn an bedrohlich kurz. Dass Sow, Washington, Steinfeld und der abgewanderte Kajami-Keane nicht auflaufen würden, wusste NINERS-Coach Rodrigo Pastore schon einige Tage vor dem Match. Am Spieltag selbst fiel dann aber auch noch Kevin Yebo krankheitsbedingt kurzfristig aus und als Yordan Minchev im zweiten Viertel umknickte, zuckten Teamkameraden, Trainerstab und Fans kurz zusammen. Doch der Bulgare biss ebenso auf die Zähne wie der schon von vornherein angeschlagen ins Spiel gegangene Corey Davis. Sie gehörten an diesem Abend zwar nicht zu den Topscorern, aber warfen dennoch alles in die Waagschale, kämpften sich mit Schmerzen durch und halfen ihrem Team – Minchev mit guter Defensive, wichtigen Rebounds und zwei smarten Spin-Moves am Brett – Davis mit satten elf Assists bei null Ballverlusten in über 36 Minuten Spielzeit. So verkörperten beide geradezu in Perfektion die echte NINERS-Mentalität, nämlich Einsatzwille, Opferbereitschaft und mannschaftsdienliche Spielweise.

Gleiches durfte man auch allen anderen sechs Akteuren, die am Mittwochabend gegen Trento zum Einsatz kamen, unumwunden attestieren, weshalb Chemnitz trotz personeller Nöte von Beginn an gut ins Match fand. Zunächst sorgten Roman Bedime und Kostja Mushidi für einen 7:2-Start, dann taute allmählich Nike Sibande auf. Der US-Amerikaner machte sein mit Abstand bestes Saisonspiel im NINERS-Jersey und sollte mit 25 Punkten zum Topscorer avancieren. Ihm gesellte sich im Auftaktviertel John Newman zur Seite, der fünf Zähler zur 18:17-Pausenführung beisteuerte. Im nächsten Abschnitt übernahm Jordan Schakel die Rolle des „Wing-Man“ und jagte binnen zwei Minuten drei Distanzwürfe durch den Ring. Aber auch Trentos DJ Steward und Peyton Aldridge zeigten sich in dieser Phase treffsicher von außen. Zudem ließen es Jordan Bayehe und Matas Jogela per Slamdunk krachen, weshalb die Partie durchweg eng blieb und es letztlich absolut leistungsgerecht mit einer knappen Chemnitzer 39:36-Führung in die Halbzeitpause ging.

Nach jener erwischte Trento den besseren Start. In Abwesenheit von Topscorer Devante Jones und Shooting Guard Cheikh Niang übernahmen offensiv vor allem DJ Steward sowie Matas Jogela, die im dritten Viertel zusammen 15 Punkte erzielten und dabei reihenweise schwere Würfe mit ablaufender Wurfuhr und/oder von ganz weit draußen trafen. Mit beeindruckender Nervenstärke verkrafteten die NINERS aber auch solche Tiefschläge und hatten immer wieder eine Antwort parat. Erst attackierten Sibande und Bedime erfolgreich das Brett, dann traf Davis einen frechen Fastbreakdreier und letztlich schlug Sibande auch noch die Sirene mit seinem Floater zum 60:57. Zwei Steward-Dreier glichen die Partie zu Beginn des Schlussabschnittes zwar wieder auf 63:63 aus, aber Chemnitz hatte noch drei Asse im Ärmel. Das erste hieß „DEFENSE“. Wie selten zuvor in dieser Saison erlebt und angesichts der kurzen Rotation kaum für möglich gehalten, machten die NINERS nun fast jeden Wurf der Gäste richtig schwer, weshalb die Trefferquote Trentos rapide abnahm. Das zweite Ass hieß „REBOUND“, denn obwohl alle nominellen Center fehlten, sammelte Chemnitz im Teamverbund reihenweise Abpraller ein – je sechs von Bedime und Newman, deren fünf von Minchev und Sibande, je vier von Uguak und Schakel sowie weitere sechs als Mannschaft. Eine Gemeinschaftsleistung par excellence! Wie auch das letzte Chemnitzer Ass – „TEAMPLAY“. Immer wieder suchten die NINERS den besser postierten Mitspieler, verteilten 20 Assists bei nur acht Ballverlusten und fanden in der Crunchtime mal Sibande, mal Uguak, mal Bedime oder Minchev. So sprangen auch ohne die beiden Scoring-Maschinen Yebo und Sow gute 81 Punkte heraus, welche dank der bärenstarken Verteidigung letztlich für einen klaren wie hochverdienten Sieg der NINERS und den Einzug in die EuroCup-Playoffs reichten.

Je nachdem, wie der letzte Hauptrundenspieltag nächste Woche verläuft, werden die NINERS dann am 10. oder 11. März im Achtelfinale bei Bahcesehir Istanbul, Olimpija Ljubljana, Reyer Venedig oder BAXI Manresa gastieren. Zweifellos als Außenseiter, doch in einem einzigen „Do-or-die-Game“ ist bekanntermaßen viel möglich und allein die Playoffteilnahme ist sportlich wie wirtschaftlich schon ein großer Erfolg. Ebenso darf man sich über den hohen Zuschauerzuspruch freuen. Kamen zu den ersten internationalen Spielen der NINERS vor gut drei Jahren im FIBA Europe Cup zunächst „nur“ rund 2.000 Zuschauer, waren es diese Saison in neun BKT-EuroCup-Begegnungen binnen vier Monaten durchschnittlich fast 3.500 Besucher, darunter das absolute Highlight gegen Besiktas Istanbul vor fast voller Hütte. Verbunden mit großartiger Stimmung, toller Organisation, professionellem Auftreten, guter medialer Reichweite und vielen sportlich starken Leistungen hinterließen die NINERS schon jetzt mehr als nur eine „Visitenkarte“ im zweithöchsten Vereinswettbewerb Europas. Falls es dann in naher Zukunft mit hoffentlich bald wieder vollständigem Kader gelingt auch in der Bundesliga an Auftritte wie jüngst gegen Trento anzuknüpfen, dürfen die Chemnitzer durchaus optimistisch nach vorn schauen.

STATISTIK

NINERS Chemnitz vs. Dolomiti Energia Trento 81:67 (18:17, 21:19, 21:21, 21:10), 3.817 Zuschauer

Sibande (25 Punkte), Bedime (16), Uguak (12), Schakel (11), Davis (5), Newman (5), Minchev (4), Mushidi (3), Kellig (nicht eingesetzt), Millatz (nicht eingesetzt), Wahren (nicht eingesetzt), es fehlten: Sow, Steinfeld, Washington, Yebo

TERMINE

easyCredit BBL: NINERS Chemnitz vs. SYNTAINICS MBC, Samstag, 07.02.2026, 18:30 Uhr, Messe Chemnitz

BKT EuroCup: Turk Telekom Ankara vs. NINERS Chemnitz, Mittwoch, 11.02.2026, 17:00 Uhr, Ankara Spor Salonu

easyCredit BBL: VET-CONCEPT Gladiators Trier vs. NINERS Chemnitz, Sonntag, 15.02.2026, 18:00 Uhr, SWT-Arena Trier

easyCredit BBL: NINERS Chemnitz vs. MLP Academics Heidelberg, Mittwoch, 18.02.2026, 20:00 Uhr, Messe Chemnitz

Die nächsten Spiele der NINERS

NINERS Chemnitzvs.SYNTAINICS MBC

Heimspiel

Turk Telekom Ankaravs.NINERS Chemnitz

Auswärts

VET-CONCEPT Gladiators Triervs.NINERS Chemnitz

Auswärts