NINERS können nur drei Viertel mithalten
Leere Akkus
Zum Abschluss der Bundesligahinrunde mussten die Chemnitzer Korbjäger abermals ihrem Verletzungspech und dem straffen Spielplan Tribut zollen. Ohne Amadou Sow, Kaza Kajami-Keane, John Newman und Eric Washington zeigte das Team von Coach Rodrigo Pastore am Samstagabend bei den EWE Baskets Oldenburg über drei Viertel hinweg einen höchst engagierten Auftritt. Im letzten Abschnitt ging den NINERS dann aber die Luft aus, weshalb man letztlich eine 72:89-Niederlage hinnehmen musste. Neben Yordan Minchev, der sich mit einem „Double-Double“ aus 17 Punkten und elf Rebounds vehement gegen das drohende Unheil wehrte, entpuppte sich vor allem Roman Bedime als Lichtblick. Der 24-jährige Powerforward feierte nach viermonatiger Verletzungspause sein Comeback und legte zehn Punkte sowie fünf Rebounds auf. Schon am Dienstag wartet das nächste schwere Pflichtspiel, wenn Chemnitz im BKT EuroCup beim montenegrinischen Topteam Buducnost VOLI Podgorica gastiert.
In der mit 6.200 Zuschauern restlos ausverkauften EWE Arena mussten die NINERS nicht nur abermals auf John Newman sowie Kaza Kajami-Keane, sondern obendrein auch noch auf Amadou Sow verzichten. Der zuletzt so formstarke Center erlitt beim Überraschungssieg gegen Bourg-en-Bresse eine Schulterblessur und wird voraussichtlich zwei Wochen ausfallen. Last-Minute-Neuzugang Eric Washington, welcher künftig vor allem Corey Davis und Nike Sibande im Spielaufbau unterstützen soll, hatte die Reise nach Oldenburg noch nicht mit angetreten. So war es einzig dem Comeback Bedimes zu verdanken, dass Cheftrainer Pastore am Samstag immerhin mit acht Spielern rotieren konnte, darunter lediglich vier der aktuell acht ausländischen Akteure des Chemnitzer Kaders. Die Verbliebenen machten ihre Sache aber umso besser und glichen den 17:7-Blitzstart der Hausherren bis zur ersten Viertelpause schon auf 23:23 aus. Im zweiten Durchgang übernahm die „Orange Army“ dann sukzessive das Kommando und ging durch einen „And-One“ Minchevs sowie einen Dreier von Kostja Mushidi mit 34:28 in Front. Auch eine Oldenburger Auszeit vermochte die engagierten NINERS nicht aus dem Tritt zu bringen, weshalb Bedime und Kevin Yebo alsbald auf 42:30 erhöhten. Kurz vor der Halbzeit verkürzte Oldenburgs Pointguard Chris Clemmons mit sieben Zählern dann aber fast im Alleingang schon wieder auf 39:47 aus Sicht der Hausherren. Etwas ärgerlich für Chemnitz war, dass man im zweiten Viertel fünf Freiwürfe und somit die Chance auf eine größere Pausenführung vergab.
So konnte Oldenburg nach dem Seitenwechsel mit zwei Dreiern von Dakarai Tucker und Brian Fobbs aus dem Spiel recht schnell ein „One-Possession-Game“ machen (47:50). Chemnitz aber konterte noch einmal und zog durch einen Mushidi-Dunk sowie vier sicher Bedime-Freiwürfe erneut auf 58:51 davon. Fünf Yebo-Zähler hielten Oldenburg weiter auf Distanz und zu Beginn des Schlussviertels versenkte Minchev einen Dreier zur Chemnitzer 66:59-Führung. Es sollte allerdings das letzte Highlight der NINERS an diesem Abend bleiben. Mit zusehends nachlassenden Kräften schlichen sich immer mehr Fehler ein, so dass die Orange Army allein in den nächsten fünf Spielminuten ganze sieben Ballverluste und zwei verfehlte Freiwürfe verzeichnete. Sinnbildlich vor allem, dass den beiden einzigen nominellen Guards im NINERS-Kader, Corey Davis und Nike Sibande, welche zuletzt stets viele Minuten abreißen mussten, über den Abend hinweg zusammen sieben Turnover und sechs Fehlwürfe von der „Charity-Line“ unterliefen. Doch auch den anderen Spielern war im Schlussviertel deutlich anzumerken, dass die Kraftreserven ausgingen und nach Oldenburgs blitzschnellem 17:0-Lauf zur eigenen 76:66-Führung dann irgendwann auch die Moral des Pastore-Teams gebrochen war. So fuhren die Hausherren letztlich eine klaren 89:72-Sieg ein, während die NINERS weiter auf die Rückkehr der verletzten Leistungsträger und den baldigen Einstand von Eric Washington hoffen. In Podgorica muss Chemnitz aber auf jeden Fall noch ohne den neuen Pointguard sowie Newman, Sow und Kajami-Keane auskommen. Gegen Hamburg könnte immerhin Washington dann schon erstmals dabei sein.
STATISTIK
EWE Baskets Oldenburg vs. NINERS Chemnitz 89:72 (23:23, 16:24, 20:16, 30:9), 6.200 Zuschauer (ausverkauft)
Minchev (17 Punkte), Mushidi (13), Yebo (11), Bedime (10), Sibande (9), Schakel (6), Uguak (5), Davis (1), Kellig (nicht eingesetzt), Steinfeld (nicht eingesetzt), es fehlten: Kajami-Keane, Newman, Sow, Washington
TERMINE
BKT EuroCup: Buducnost VOLI Podgorica vs. NINERS Chemnitz, Dienstag, 27.01.2026, 19:00 Uhr, MORACA Arena Podgorica
easyCredit BBL: Veolia Towers Hamburg vs. NINERS Chemnitz, Samstag, 31.01.2026, 20:00 Uhr, Inselpark Arena Hamburg
BKT EuroCup: NINERS Chemnitz vs. Dolomiti Energia Trento, Mittwoch, 04.02.2026, 19:00 Uhr, Messe Chemnitz