Eine Nummer zu großEine Nummer zu groß

59 : 87

NINERS Chemnitzvs.FC Bayern München Basketball

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München dominiert Gastspiel in Chemnitz

Eine Nummer zu groß

Vor 5.000 Zuschauern in der restlos ausverkauften Messe mussten sich die NINERS am Sonntag dem FC Bayern München klar mit 59:87 (27:42) geschlagen geben. Der Bundesligaspitzenreiter, welcher die Tabelle nach 15 Siegen in bislang 16 Spielen ungefährdet anführt, wurde seiner Favoritenrolle von der ersten bis zur letzten Minute vollends gerecht und ließ den Chemnitzern nicht den Hauch einer Chance. Bester Spieler auf Seiten der Bayern war ausgerechnet der ehemalige NINERS-Akteur Isiaha Mike, dem 16 Punkte, sechs Rebounds, drei Assists sowie jeweils ein Ballgewinn und Block gelangen. Sein kanadischer Landsmann Aher Uguak feierte nach einem Jahr sein Comeback auf heimischem Parkett im Trikot der „Orange Army“, konnte aber noch keine Akzente setzen. Dafür zeigte Yordan Minchev mit zwölf Zählern, vier Rebounds und einem Block eine ansprechende Leistung, während Dezember-Neuzugang Jordan Schakel mit sieben Punkten erstmals andeutete, dass er für die NINERS in den nächsten Monaten noch ein wichtiger Rotationsspieler werden könnte. Die nächste Bewährungsprobe hat das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore bereits am Dienstag, wenn man um 19:00 Uhr den EuroCup-Tabellenführer Cosea JL Bourg-en-Bresse empfängt.

Beim Einlauf beider Teams ernteten sowohl der Ex-Chemnitzer Isiaha Mike als auch Aher Uguak, der seinen Patellasehnenriss nach fast einem Jahr endlich auskuriert hat, großen Applaus. Grund zur Freude hatten die Chemnitzer Anhänger auch in den ersten Spielminuten, wo Minchev per Dreier zur 5:4-Führung traf und die NINERS auch den ersten Bayern-Lauf noch zu kontern vermochten. Denn nachdem Weltmeister Andi Obst und Centerbrocken Wenyen Gabriel ihren Münchnern zum Ende des Auftaktviertels schon eine 18:10-Führung beschert hatten, brachten Schakel, Minchev und Amadou Sow den Gastgeber zu Beginn des zweiten Durchgangs schnell wieder auf 18:21 heran. Mit drei blitzsauberen Distanztreffern von Justinian Jessup sowie Nationalspieler Joe Voigtmann breschte München aber postwendend wieder auf 30:18 davon und dominierte fortan das Spielgeschehen, weil man insbesondere die Zone beherrschte. Einerseits ließ man kaum Chemnitzer Würfe in Brettnähe zu und hatte andererseits eine klare Luftüberlegenheit im Kampf um Abpraller. „Wir wussten um die Stärken der NINERS und wollten daher unbedingt das Reboundduell kontrollieren“, bestätigte Trainerfuchs Svetislav Pesic den klaren „Gameplan“ der Bayern, die sich über den achten Sieg im wettbewerbsübergreifend zehnten Pflichtspiel unter ihrem neuen Coach freuen durften.

Denn auch nach dem Seitenwechsel ließen die Gäste nichts anbrennen und machten aus ihrer 45:27-Halbzeitführung schnell einen 54:34-Vorsprung. Mit zwei Dreiern von Corey Davis und Amadou Sow kam Chemnitz zwar noch einmal kurzzeitig auf 42:58 heran, doch gerade offensiv funktionierte bei den NINERS zu wenig, um München auch nur halbwegs in Verlegenheit zu bringen. Beim Stand von 65:45 ging es in den Schlussabschnitt und spätestens als dort der in Brettnähe nie zu stoppende Wenyen Gabriel auf 76:53 stellte, war die Partie entschieden. Anschließend rotierten beide Trainer kräftig durch und schenkten auch dem jeweils zweiten Anzug reichlich Einsatzzeit, um so vielleicht einige wichtige Körner zu sparen, ehe es auf internationalem Parkett weitergeht. Während München bei seinen Heimpartien gegen Partizan Belgrad (Dienstag) und Valencia (Donnerstag) wichtige Punkte im Rennen um die EuroLeague-Playoffs einsammeln möchte, geht es für Chemnitz am Dienstag gegen Bourg-en-Bresse um selbiges Ziel im EuroCup.

TRAINERSTIMMEN

Rodrigo Pastore (Chemnitz): „Glückwunsch an Svetislav Pesic und die Münchner für einen hoch verdienten Sieg. Es ist eine Ehre, gegen ihn, der so viel für den deutschen Basketball getan hat, anzutreten. Er und seine Mannschaft haben uns heute eine Lektion erteilt, wie Basketball auf ganz hohem Niveau aussieht. Hoffentlich kann uns das helfen, wieder einen Schritt nach vorn zu machen. Wir sind aktuell nicht mehr auf dem Level, dass wir noch Ende Dezember hatten. Seit dem Jahreswechsel gingen vier von fünf Partien verloren. Die Verletzungen und Änderungen im Kader haben das Momentum geändert und wir müssen uns wieder neu formieren. Heute konnten wir keine Offense aus unserer Defense generieren, erzielten keine Fastbreakpunkte, bewegten den Ball schlecht und kreierten nicht füreinander. Wir haben Probleme gegen Teams, die mit hoher Intensität spielen, und zeigen im Gegenzug viel zu wenig Intensität in der Verteidigung. Dann sieht man gegen das beste Team der BBL natürlich schlecht aus, aber wir werden versuchen unsere Lehren daraus zu ziehen und es am Dienstag gegen Bourg besser zu machen. Ein sehr starker Gegner, aber wir haben dort die Chance, mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung Achtelfinale zu machen.“

Svetislav Pesic (München): „Mein Sohn Marko Pesic hatte mich im Vorfeld gewarnt, dass es nicht leicht ist, in Chemnitz zu gewinnen. Ich nahm das sehr ernst und wenn man wie ich heute das erste Mal hierherkommt, sieht man, warum sich die NINERS in den letzten Jahren so gut entwickelt haben. Eine tolle Kulisse, große Begeisterung, gute Stimmung, aber auch ein gutes Team, das attraktiven Basketball spielt. Wir haben uns taktisch sehr gut vorbereitet, wollten vor allem die Fastbreak- und Second-Chance-Punkte der Chemnitzer so gering wie möglich halten. Dafür muss man das Reboundduell kontrollieren, was uns in der ersten Halbzeit noch nicht ganz so gut gelang, aber im Spielverlauf immer besser wurde. Dadurch gewannen wir Selbstbewusstsein und behielten das Spiel unter Kontrolle. Ich wünsche meinem Kollegen Rodrigo Pastore und Chemnitz alles Gute für den EuroCup, wo sie aktuell sehr gut dastehen. Als ich einst in die Bundesliga kam, spielte nur ALBA Berlin international. Mittlerweile sind es jede Saison sechs, sieben, acht Teams und das tut der Entwicklung des deutschen Basketballs sehr gut, weshalb ich allen Clubs, die sich jener Herausforderung stellen, die Daumen drücke.“

STATISTIK

NINERS Chemnitz vs. FC Bayern München 59:87 (27:42), 5.000 Zuschauer

Minchev (12 Punkte), Sow (12), Sow (10), Yebo (9), Schakel (7), Mushidi (4), Kajami-Keane (3), Sibande (2), Steinfeld (0), Uguak (0), verletzt: Bedime, Newman

TERMINE

BKT EuroCup: NINERS Chemnitz vs. Cosea JL Bourg-en-Bresse, Dienstag, 20.01.2026, 19:00 Uhr, Messe Chemnitz

easyCredit BBL: EWE Baskets Oldenburg vs. NINERS Chemnitz, Samstag, 24.01.2026, 20:00 Uhr, EWE Arena Oldenburg

Die nächsten Spiele der NINERS

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