Volle KonzentrationVolle Konzentration

73 : 82

NINERS Chemnitzvs.Surne Bilbao Basket

zurück zur Übersicht

Chemnitzer Basketballer wollen ins Finale

Volle Konzentration

Sachsens beste Korbjäger haben in ihrer über 30-jährigen Historie schon viel erreicht. Aufstiege in zweite und erste Bundesliga, zahlreiche Playoffteilnahmen in den beiden höchsten deutschen Spielklassen, das Pokal-Final-Four und mittlerweile auch schon zweimal den Einzug in einen europäischen Wettbewerb. Ein Finale aber war bislang noch nie dabei. Das soll sich diesen Mittwoch ändern. Im Rückspiel gegen Surne Bilbao Basket wollen die NINERS Chemnitz den Sprung ins Finale des FIBA Europe Cups perfekt machen. Die Ausgangslage ist dank der phänomenalen Hinspiel-Leistung exzellent. Nach einem zwischenzeitlichen 14-Punkte-Rückstand setzte sich die „Orange Army“ letzten Mittwoch im Baskenland doch noch glasklar mit 98:73 durch. Der Schritt über die Schwelle erfordert aber eine weitere höchst konzentrierte Leistung beim bevorstehenden Rückspiel in der Messe Chemnitz. Diese ist bereits nahezu ausverkauft, doch da sich keine Gästefans angekündigt haben, stehen nunmehr auch noch einige Restkarten im Block G zur Verfügung, die im Online-Shop und den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich sind. Wer kein Ticket mehr ergattert, kann die Begegnung live im MDR-Stream, kommentiert von Basketballexperte Benni Zander, oder auf dem YouTube-Kanal der FIBA verfolgen. Außerdem liefert NINERS-Fachmann Thomas Reibetanz im Liveticker der Freien Presse wieder zahlreiche emotionale wie humorvolle Eindrücke direkt aus der Halle.

Für den Einzug ins Endspiel würde den Chemnitzer Basketballern sogar eine Niederlage reichen, sofern der Rückstand nicht größer ist als jenes Polster, das sich Lansdowne, Yebo und Co. beim Hinspiel erarbeiteten. Allerdings passt es so gar nicht zur Mentalität der diesjährigen NINERS-Mannschaft und ihres ehrgeizigen Cheftrainers Rodrigo Pastore, auch nur ein einziges Match abzuschenken. Zudem weiß jeder in den Reihen der Orange Army ganz genau, wie schnell es im Basketball gehen kann. Den jüngsten Beweis erlebten die Chemnitzer erst diesen Samstag. Beim Ostderby in Weißenfels schmolz ein scheinbar komfortabler 44:21-Vorsprung binnen sechs Minuten auf zwei magere Zähler zusammen (47:45). Auch gelang den Sachsen in der Vergangenheit schon selbst so manch furioses Comeback, als dass man sich gegen Bilbao, einen Club aus der stärksten Liga Europas, der vier seiner letzten fünf Pflichtpartien gewann, auf dem Hinspielergebnis ausruhen würde. Wenngleich die Chance aufs erste Finale der Chemnitzer Clubgeschichte gewaltig groß erscheint, sind sich die NINERS bewusst, dass man Erfolge nicht herbeireden oder -schreiben kann, sondern sich einzig und allein hart auf dem Feld erarbeiten muss. Deshalb hofft die Orange Army abermals auf die lautstarke Unterstützung ihrer Fans, die das Team schon zu so manchem Erfolg beflügelten und gerade in den letzten Wochen ein wichtiger Faktor waren. Während viele Bundesligakonkurrenten bislang noch nicht einmal 30 Pflichtspiele bestreiten mussten, wartet auf die NINERS am Mittwoch bereits die 44. Partie der laufenden Saison. Im Schnitt waren es über sieben Begegnungen pro Monat und die daraus zwangsläufig resultierenden „schweren Beine“ lassen sich am besten mit Hilfe euphorischer Anhänger überwinden.

Insbesondere am defensiven Ende des Feldes ist neben hoher Konzentration vor allem eine gute Kondition enorm wichtig für die Chemnitzer Spielweise. Dank seiner hohen Einsatzbereitschaft und der Fähigkeit oftmals den entscheidenden Meter mehr zu gehen, kassierte das Pastore-Team wettbewerbsübergreifend bislang im Schnitt nur 76.2 Punkte pro Partie und legte so den Grundstein für zahlreiche Erfolge. Im Angriff bestechen die NINERS gerade auf internationaler Ebene durch ihre große Ausgeglichenheit. Mit DeAndre Lansdowne (14.4 Punkte), Wes Van Beck (14.3), Jeff Garrett (12.0), Aher Uguak (11.4), Kevin Yebo (11.0), Ousman Krubally (9.9) und Kaza Kajami-Keane (9.7) punkten im Europe Cup durchschnittlich gleich sieben Chemnitzer Akteure (nahezu) zweistellig. Auf Seiten Bilbaos gelingt dies nur Centerhüne Sacha Killeya-Jones (15.2), Adam Smith (11.1), Kris Kullamae (10.5), Keith Hornsby (10.2) und Melwin Pantzar (9.3). Mit Alex Renfroe (7.8), Tryggvi Hlinason (7.6), Thijs De Ridder (6.1), Georgios Tsalmpouris (5.6) und Denzel Anderson (5.1) stehen fünf weitere nicht-spanische Leistungsträger im Aufgebot der Basken und das ist im Europe Cup mitunter ein kleines Problem. Dort dürfen pro Partie nämlich höchstens sieben Akteure eingesetzt werden, die nicht als Jugendliche im Heimatland des Clubs ausgebildet wurden. Obwohl der Schwede Pantzar als spanischer „Homegrown-Player“ gilt, weil er die Nachwuchsschule von Real Madrid durchlief, muss Bilbaos Coach Jaume Ponsarnau im Europe Cup somit regelmäßig auf zwei angestammte Leistungsträger verzichten, die eben jene Regelung nicht erfüllen, während sie in der ACB, als EU-Bürger den Spaniern gleichgestellt, unbeschränkt auflaufen können. Bei Chemnitz ist die Situation genau umgedreht. In der Bundesliga dürfen pro Partie höchstens sechs Ausländer eingesetzt werden, gleich welcher Herkunft, im Europe Cup dagegen deren sieben, so dass dort eben Ousman Krubally den NINERS-Kader zusätzlich verstärkt und in den drei KO-Spielen gegen Saragossa sowie Bilbao mit durchschnittlich 10.3 Punkten und 6.7 Rebounds glänzte. Jenen Vorteil, im Europe Cup sogar mit etwas besserer Besetzung als in der heimischen Liga antreten zu dürfen, will Chemnitz auch im Rückspiel gegen die Basken nutzen und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein Finale erreichen, wo dann Ende April entweder Bahcesehir Istanbul oder Itelyum Varese wartet.

 

Die nächsten Spiele der NINERS

NINERS Chemnitzvs.Surne Bilbao Basket

HeimspielTickets sichern

NINERS Chemnitzvs.Telekom Baskets Bonn

HeimspielTickets sichern

NINERS Chemnitzvs.Tigers Tübingen

HeimspielTickets sichern