28.02. - NINERS gelingt der Befreiungsschlag!
Wie groß der Stein war, welcher BV-Cheftrainer Anton Mirolybov nach dieser Partie vom Herzen fiel, konnte er nicht wirklich sagen, aber die Erleichterung war dem Finnen deutlich anzusehen. Nach fünf Niederlagen in Folge gelang seiner Mannschaft am Samstagabend endlich wieder ein Sieg in der zweiten Basketballbundesliga ProA. "Wir müssen zu unseren alten Stärken zurück finden", hatte Mirolybov vor der Partie gegen Osnabrück gefordert und das Team setzte diese Vorgabe bravourös um. Mit leidenschaftlichem Einsatz, bärenstarker Verteidigung und großem Engagement im Reboundkampf sicherte man den hochverdienten 76:62-Erfolg. Bester Akteur auf Chemnitzer Seite war Powerforward Terren Harbut, der mit 17 Punkten und 13 Rebounds ein lupenreines "Double-Double" auflegte. Durch den doppelten Punktgewinn klettern die BV-Korbjäger vorerst auf den siebten Tabellenplatz.
Trotz der jüngsten Niederlagenserie wollten sich 1.102 Zuschauer das Duell zwischen Chemnitz und den GiroLive Ballers Osnabrück nicht entgehen lassen. Ein Grund hierfür war sicherlich auch, dass mit Dustin Pfeifer, Torvoris Baker und Sascha Ahnsehl gleich drei Ex-NINERS im Trikot der Niedersachsen an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrten. Zur Freude des Publikums bot Gästetrainer Marko Simic das Trio gleich in der Startaufstellung auf. Pfeifer und Ahnsehl dankten dies umgehend mit erfolgreichen Würfen, doch für Chemnitz hielten vor allem Dima Rastatter und Stan Bufford dagegen. So entwickelte sich in den ersten zehn Minuten zwischen beiden Teams ein offener Schlagabtausch, aus dem die BV-Korbjäger letztlich als knapper 18:14-Sieger hervorgingen.
Zu Beginn des zweiten Viertels konnte Torvoris Baker zunächst für Osnabrück verkürzen, doch Gary Johnson konterte umgehend von der Dreierlinie. Als Alex Zyskunov wenige Sekunden später einen Korbleger zum 25:18 verwandelte, war er bereits der siebte BV-Akteur, welcher sich zu diesem frühen Zeitpunkt in die Punkteliste eintragen konnte. Die Tiefe des Chemnitzer Kaders sollte sich auch im weiteren Spielverlauf auszahlen, dennoch tat sich ein Spieler erstmal besonders hervor. Stan Bufford schloss zunächst zwei Schnellangriffe per krachendem Dunking ab, um wenige Minuten später noch zwei staubtrockene Dreier folgen zu lassen. Am Ende der Bufford-Show führten die NINERS mit 45:26. Beim Stand von 47:31 ging es schließlich in die Halbzeitpause. Zu diesem Zeitpunkt konnte das BV-Team bereits sieben Ballgewinne verbuchen, welche nicht nur die gute Defensivleistung unterstrichen, sondern oft zu leichten Fastbreak-Punkten führten. Außerdem dominierten Harbut, Rastatter und Co die Bretter, sammelten bis dahin gleich zehn Rebounds mehr als die Gäste ein.
Nach dem Seitenwechsel wurde jedoch schnell klar, dass es so nicht weitergehen sollte. Osnabrück hatte das sprichwörtliche Messer zwischen den Zähnen und machte den NINERS mit aggressiver Verteidigung das Leben schwer. Allerdings ließen sich die BV-Korbjäger den Schneid nicht völlig abkaufen und hielten ihrerseits mit leidenschaftlicher Defensivarbeit dagegen. "No easy baskets – keine einfachen Körbe" lautete fortan das Motto beider Teams, was mitunter nicht gerade zum attraktivsten Basketball führte und lange Perioden ohne Korberfolg nach sich zog. Am Ende des kampfbetonten dritten Viertels hatten die BV-Hünen gerade einmal neun Zähler markiert. "Das war aber eigentlich egal, weil wir eben auch nur zehn Punkte zugelassen haben", sah Anton Mirolybov keinen Anlass für Kritik. In der Tat war die 56:41-Führung vor dem Schlussabschnitt immer noch mehr als komfortabel.
Zu Beginn des letzten Viertels mobilisierten die Osnabrücker allerdings noch einmal ihre letzten Kräfte. Hierbei taten sich vor allem die deutschen Flügelspieler Steve Wachalski und Jan Rohdewald hervor, welche ihr Team bis auf neun Punkte heranführten (49:58). Bei mehr als sechs Minuten Restspielzeit hätte es durchaus noch einmal spannend werden können, zumal bereits sechs BV-Akteure mit drei oder vier Fouls belastet waren. Dieses Manko konnte Cheftrainer Mirolybov jedoch mit Hilfe seiner langen Bank ausgleichen und so hatten die NINERS auch für das letzte Aufbäumen der Gäste eine passende Antwort parat. Spätestens als Terren Harbut zwei Minuten vor Schluss seinen ehemaligen Teamkameraden Pfeifer beim Korblegerversuch völlig humorlos abräumte und auf der Gegenseite den Ball zum 70:54 durch die Reuse stopfte, war die Partie entschieden. "Ich möchte meiner Mannschaft ein großes Kompliment für diese Leistung aussprechen", strahlte Mirolybov auf der anschließenden Pressekonferenz. Dort ernteten die NINERS auch von Gästetrainer Simic reichlich Lob: "Chemnitz war heute über 40 Minuten einfach aggressiver und hat sehr stark verteidigt." Am Ende brachte es Ballers-Akteur Sascha Ahnsehl, der im Duell gegen seinen Bruder Stefan das Nachsehen hatte, auf den Punkt: "Heute hat schlicht und ergreifend das bessere Team gewonnen."
STATISTIK: Harbut (17 Punkte), Johnson (17), Bufford (16), Roberts (11), Ahnsehl (4), Rastatter (4), Rosenthal (3), Allen (2), Zyskunov (2)
Matthias Pattloch









