07.02. - NINERS kommen in Essen unter die Räder
Diese Auswärtsreise hätten sich die Korbjäger der BV Chemnitz 99 wirklich sparen können. Am Samstagabend kassierten die NINERS bei den ETB Wohnbau Baskets Essen eine überdeutliche 65:84-Niederlage und setzten ihren Negativtrend weiter fort. Wie schon in der Vorwoche gegen Freiburg zeigte das Team von Cheftrainer Anton Mirolybov eine Leistung, die in der zweiten Basketballbundesliga ProA nicht einmal ansatzweise konkurrenzfähig ist. Entsprechend bedient war der Finne nach dem Spiel: "Das war nichts. Wir haben genau die gleichen Fehler wie letzte Woche gemacht und absolut verdient verloren. Dennoch möchte ich Essen zu dieser Leistung gratulieren. Sie mussten im Kampf um den Klassenerhalt gewinnen und genau so sind sie auch aufgetreten. Mit großer Leidenschaft, aggressiver Verteidigung und konzentriertem Angriffsspiel hat uns Essen den Schneid abgekauft."
So hatten die Chemnitzer Korbjäger im gesamten Spielverlauf eigentlich nur einmal Grund zum Jubeln, als Stan Bufford nach wenigen Sekunden von der Dreierlinie für die BV-Führung sorgte. Dies sollte jedoch auf lange Zeit einer der ganz wenigen erfolgreichen Distanzwürfe der NINERS bleiben. Ganz anders dagegen die Bilanz der Gastgeber, welche im ersten Viertel gleich sechs Dreier verwandelten. Bis zum Stand von 9:9 Mitte des Viertels konnten die BV-Hünen diesen Nachteil noch ganz gut ausgleichen. In der Folge gelang es Essen aber immer besser, die eigene Zone dicht zu machen und leichte Würfe aus der Nahdistanz zu verhindern. Dementsprechend ging die Punktausbeute der NINERS massiv nach unten und der Gastgeber setzte sich bis zum Viertelende auf 23:13 ab.
Im zweiten Spielabschnitt das gleiche Bild: Erst keimte kurz Hoffnung, als Terren Harbut mal wieder einen Dreier für die BV verwandelte. Anschließend fiel aus der Distanz aber nichts mehr durch den Ring und in der Korbnähe war zumeist bei den Essener Hünen Chones, Schröter und Terdenge Endstation. Zu allem Übel funktionierte auch die Chemnitzer Verteidigung nicht wie gewohnt. So bekamen die NINERS vor allem das Essener Kraftpaket Kendall Chones und den kanadische Aufbauspieler Tyler Kepkay nie wirklich in den Griff. Als logische Folge leuchtete zur Halbzeit ein 42:27 für die Gastgeber von der Anzeigetafel.
Konnten sich die BV-Hünen vor einer Woche gegen Freiburg nach dem Seitenwechsel noch einmal zurück kämpfen, so legten sie dieses Mal einen klassischen Fehlstart ins dritte Viertel hin. Fast drei Minuten gelang den NINERS kein einziger Treffer, während Essen im selben Zeitraum elf Punkte markierte. Gerade die offensive Leistung kam einem Offenbarungseid gleich. Gegen die gute Zonenverteidigung der Gastgeber wirkte das Mirolybov-Team nahezu hilflos, so dass fast nur Einzelaktionen zu gelegentlichen Korberfolgen führten. In dieser Hinsicht konnte, wenn überhaupt, nur Bufford, Rastatter und Harbut eine halbwegs ordentliche Leistung attestiert werden. Für die gut aufgelegten Gastgeber war das jedoch deutlich zu wenig und so enteilte Essen bis zum Viertelende auf 66:39.
Die Partie war längst entschieden, doch die Wohnbau Baskets hielten die Intensität weiter hoch. Offensichtlich wollte Essen die Gunst der Stunde nutzen und den zweiten Heimsieg dieser Saison mit einem echten Paukenschlag besiegeln. Erst als vier Minuten vor Spielende ein 77:46 von der Anzeigetafel leuchtete, zeigten die Gastgeber Mitleid mit den desaströs auftretenden NINERS und nahmen den Fuß vom Gaspedal. Daraufhin durfte Chemnitz etwas Ergebniskosmetik betreiben, wobei Youngster Felix Daghofer mit seinem zweiten Korberfolg dieser Saison wenigstens noch für ein winziges Highlight aus BV-Sicht sorgte. An der schwachen Vorstellung des Teams änderte dies freilich nichts und die NINERS scheinen allmählich in eine echte Formkrise zu schlittern. Deshalb war sich auch Cheftrainer Mirolybov nach Spielende bewusst: "Ich muss mich auf Ursachenforschung begeben. Eigentlich haben wir diese Woche gut trainiert und ich dachte, das Freiburg-Spiel war nur ein negativer Ausrutscher. Aber in Essen war es genau das Gleiche und es ist jetzt mein Job, herauszufinden, was nicht stimmt und Veränderungen vorzunehmen."
STATISTIK: Harbut (16 Punkte), Bufford (14), Johnson (12), Rastatter (11), Lipke (5), Rosenthal (4), Daghofer (3), Ahnsehl, Allen, Roberts, Zyskunov
Matthias Pattloch









