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Pressemitteilung

04.02. - Finden die NINERS in Essen ihre Form wieder?

Am kommenden Samstag steht für die Korbjäger der BV Chemnitz 99 eine der längsten Auswärtsfahrten dieser Zweitligasaison auf dem Plan. Weit über 500 Kilometer müssen Cheftrainer Anton Mirolybov und seine Schützlinge zunächst auf den deutschen Autobahnen zurücklegen, bevor es ab 19:30 in der Ballsporthalle "Am Halo" zum Aufeinandertreffen mit den ETB Wohnbau Baskets Essen kommt. Ein flüchtiger Blick auf die Tabelle könnte die NINERS dabei schnell zum Favoriten machen. Schließlich ist Essen momentan nur Vorletzter und konnte erst eines seiner acht Heimspiele gewinnen. Doch angesichts der kürzlichen Niederlagen des BV-Teams und vor allem aufgrund der desolaten Vorstellung gegen Freiburg (57:72) am zurückliegenden Sonntag stehen die Vorzeichen etwas anders. Die NINERS befinden sich momentan zweifellos in einer kleinen Formkrise und so kann es in Essen zunächst nur darum gehen, das eigene Leistungstal allmählich hinter sich zu lassen.

Dieser Umstand allein muss allerdings noch nicht genügen, um am Samstag als Sieger vom Feld zu gehen. "Der ETB hat eine sehr starke Mannschaft. Gerade durch die Neuzugänge Kepkay und Chones sind sie deutlich besser als im Hinspiel", warnt Anton Mirolybov. Im Oktober konnten die NINERS das Duell noch relativ souverän mit 74:62 für sich entscheiden. Damals war Essens Aufbauspieler Tyler Kepkay aber gerade erst einen Tag in Deutschland und noch sichtlich vom Jetlag geplagt. Inzwischen hat sich der türkischstämmige US-Boy jedoch zu einem der besten ProA-Playmaker entwickelt, legt durchschnittlich mehr als 22 Punkte, vier Assists und vier Rebounds auf. Zudem trifft Kepkay über 40 Prozent seiner Dreipunktwürfe – ein Wert, den kein einziger BV-Akteur auch nur ansatzweise erreicht.

Nicht weniger gefährlich ist Essens zweite Nachverpflichtung Kendall Chones. Der Powerforward stieß erst im Dezember, also nach dem Hinspiel gegen Chemnitz, zum ETB. BV-Coach Mirolybov kennt das Kraftpaket ganz genau, holte er ihn doch im Sommer 2008 aus den Staaten nach Herten, wo Chones schließlich die Bretter der ProB dominierte. An diese Leistungen knüpft er jetzt in Essen mit knapp 16 Punkten und acht Rebounds pro Partie nahtlos an. Neben Chones haben die Wohnbau Baskets in Gerrit Terdenge, Sebastian Schröter und Dario Firoentino drei weitere Spieler im Kader, die deutlich über 2 Meter Körpergröße und 100 Kilogramm Kampfgewicht vorweisen können. Nicht selten stehen drei von ihnen gleichzeitig auf dem Feld und machen dann den korbnahen Bereich zur "No-go-Area" für gegnerische Spieler, von der Überlegenheit im Reboundduell ganz zu schweigen. Wie schwer sich die NINERS mitunter gegen ein körperlich überlegenes Frontcourt-Trio tun, gerade wenn die Dreier nicht fallen, musste jeder BV-Fan aber erst gegen Freiburg erleben.

Weitere Unterstützung erhalten die großen Essener zudem von Flügelspieler Keonta Howell. Der US-Boy ist mit durchschnittlich 16 Zählern pro Partie zweitbester Werfer der Ruhrpott-Truppe und hat an Chemnitz sehr gute Erinnerungen. Im Trikot der Düsseldorf Magics schenkte Howell den NINERS vor zweieinhalb Jahren mal neun Dreier in einer Partie ein. Ergänzt wird die sechs Mann starke Kernrotation des ETB durch den routinierten Nikola Jovanovic, den letztjährigen NBBL-Topscorer Milan Obradovic und Eigengewächs Kevin Kern. An der Essener Seitenlinie steht mit Igor Krizanovic zudem ein sehr erfahrener Mann, für den Anton Mirolybov nur lobende Worte findet: "Ich kenne Igor schon einige Jahre und habe größten Respekt vor ihm. Er stellt seine Mannschaft stets sehr gut auf den Gegner ein."

Angesichts des durchaus potenten Spielerkaders, betreut von einem anerkannten Fachmann, ist es äußerst verwunderlich, dass Essen momentan mitten im Abstiegskampf steckt. "Sie sind definitiv besser, als die Tabelle aussagt. Da darf man sich nicht täuschen lassen", weiß Mirolybov. Eine Erklärung für den ausbleibenden Erfolg im Ruhrpott sind sicherlich die zahlreichen Spielerwechsel und Verletzungen während dieser Saison. Zudem scheint der ETB nicht gerade vom Glück verfolgt. Alleine die fünf Heimpartien gegen München (75:77), Hannover (82:87), Kirchheim (87:88), Heidelberg (94:95) und Bayreuth (81:85) wurden denkbar knapp verloren. Auch am vergangenen Samstag schnupperten die Baskets beim FC Bayern lange Zeit am Sieg, um letztlich aber doch wieder eine hauchdünne Niederlage zu kassieren (73:77). Mit etwas mehr Fortune und größerer Nervenstärke in der sogenannten "Crunchtime" könnte Essen also durchaus im guten ProA-Mittelfeld stehen.

Von einer Favoritenrolle der NINERS kann deshalb keine Rede sein. Vielmehr sieht Anton Mirolybov den Ausgang der Partie in Essen völlig offen: "Natürlich können wir dort an einem guten Tag gewinnen, aber an einem weniger guten auch verlieren. Wir müssen einfach mal wieder über 40 Minuten an unsere Leistungsgrenze gehen, wenn wir einen Sieg einfahren wollen. Außerdem kommt es gegen die großen Essener darauf an, im Reboundkampf präsent zu sein, besonders engagiert auszuboxen und aggressiv zu verteidigen. Das sind die Schlüssel zum Erfolg. Zu guter Letzt dürfen wir das Vertrauen in die eigenen Stärken nicht verlieren." Ebenso wichtig könnte die Formkurve von Alexander Rosenthal sein. Der 21-Jährige wirkte nach seiner längeren Verletzungspause zuletzt noch wie ein Fremdkörper im Chemnitzer Spiel. Dennoch sieht Mirolybov dessen Rückkehr als Vorteil: "Das gibt uns mehr Variabilität im Match und höhere Intensität im Training. Stefan und Tom haben während Alexanders Pause einen sehr guten Job gemacht, aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Für mich und das Team ist das eine sehr komfortable Situation, die sich bald auch wieder auszahlen wird."

TERMIN: Wohnbau Baskets Essen - BV Chemnitz 99, Samstag, 06.02.2010, 19:30 Uhr, Essen

Matthias Pattloch

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