Freie Presse vom 01.03. - Bruder-Duell unterm Korb
Basketball: BV gewinnt - Wiedersehen zwischen den Spielern Stefan und Sascha Ahnsehl
Von Bernd Wild
Im eigentlichen Leben sind sie Verwandte und Freunde - aber am Samstagabend waren sie in der Richard-Hartmann-Halle Gegner. Im Zweitliga-Basketballspiel zwischen der BV Chemnitz und Osnabrück gab es ein Wiedersehen zwischen den Brüdern Stefan und Sascha Ahnsehl. Während der 22-jährige Stefan zum Chemnitzer Team gehörte, spielte sein ein Jahr älterer Bruder bei den Gästen. Am Ende konnte sich nur Stefan freuen: Denn die Gastgeber gewannen mit 76:62 (47:31).
"Für uns ist es in vielen Phasen unglücklich gelaufen. Wir konnten vor allem die Zonenverteidigung der Chemnitzer nicht ausschalten", meinte Sascha Ahnsehl. Auch mit seiner eigenen Leistung sei er nicht ganz zufrieden gewesen. "Ich habe schon bessere Siel gemacht", sagte der 1,90-Meter-Spieler. Dagegen zeigte sich sein zehn Zentimeter kleinerer Bruder glücklich. "Wir haben uns endlich wieder auf die Dinge konzentriert, die notwendig sind, um eine Partie zu gewinnen. Das heißt, wir zeigten eine sehr gute Defensive. Dadurch hatten wir auch in der Offensive wenig Probleme." Dennoch habe man von den Osnabrückern ein wenig mehr Gegenwehr erwartet. "Die Gäste sind für mich trotz der Niederlage eines der talentiertesten Teams in dieser Liga", meinte der BV-Spieler.
Sein Bruder wusste aber im Vorfeld, dass es kein leichtes Spiel in Chemnitz wird. "Der Trainer hat uns ausreichend gewarnt. Er sagte, dass die Niners vier Spiele in Folge verloren haben und deshalb doppelt heiß auf einen Sieg sind", sagte Sascha. Auf noch etwas habe der Osnabrücker Coach Marko Simic hingewiesen: "Die Chemnitzer haben ein lautstarkes Publikum im Rücken." Zur Pause lagen die Gäste 31:47 hinten. Was sagte der Trainer in der Kabine? "Er hat an unsere Ehre appelliert und meinte, dass noch nichts verloren ist. Zudem sagte er, dass wir nicht durch fast ganz Deutschland gefahren sind, um hier zu verlieren", verriet Sascha Ahnsehl. Der 23-Jährige ist vor zwei Jahren von Chemnitz nach Osnabrück gegangen. "Ich habe es nicht bereut. Mein Ziel war, einmal woanders zu spielen. Ich denke auch, dass ich mich sportlich weiterentwickelt habe", meinte er.
Auch Stefan Ahnsehl zeigt sich derzeit zufrieden mit seiner Leistung. Am Sonnabend durfte er lange auf dem Parkett bleiben. "Ich freue mich, dass ich vom Trainer immer mehr Einsatzzeiten erhalte. Das erhöht das Selbstvertrauen", betonte Stefan Ahnsehl. Trotz der jüngst kassierten vier Niederlagen in Folge sei die Stimmung in der Mannschaft prima. "Im Gegenteil, wir haben uns noch mehr zusammengerauft, waren neben dem Training gemeinsam essen", erklärte der 22-Jährige.
Übrigens. Sein Bruder ist am Samstag nicht mit dem Mannschaftsbus zurückgefahren. "Ich bleibe einen Tag in Chemnitz. Immerhin habe ich noch meine Eltern und meine Freundin hier", sagte er.









