Freie Presse vom 01.02. - Spieler Rosenthal: Es tut mir leid für die Zuschauer
Basketball: BV unterliegt Freiburg sang- und klanglos
Von Jens Zeidler
Dass Mannschaften während einer Saison Höhen und Tiefen erleben, ist nichts Ungewöhnliches. Warum bei den Basketballern der BV Chemnitz nur 14 Tage zwischen der Höhe "Überzeugender Heimsieg gegen Karlsruhe" und der Tiefe "Peinlicher Auftritt vor eigener Kulisse gegen Freiburg" liegen, wird allerdings das Geheimnis der Korbjäger bleiben. Am Samstagabend waren die Pfiffe einiger der offiziell 1056 Zuschauer nach der 57:72-Niederlage in der Hartmannhalle nicht zu überhören.
Die Spieler mussten sich ihre Ursachenforschung zunächst verkneifen. Trainer Anton Mirolybov zitierte alle Mann umgehend in die Kabine. Später meinte Alexander Rosenthal, der vor Weihnachten mit einem Bänderriss ausgefallen war und gegen Freiburg sein erstes Heimspiel bestritt: "Für diese grottenschlechte Leistung gibt es keine Entschuldigung. Es tut mir leid für die Zuschauer." Der 21-Jährige blieb bei seinem Comeback in reichlich zehn Minuten farblos, unterschied sich dabei aber kaum von den Mitspielern. "Wir hatten schon so ein Heimspiel gegen Hannover. Das darf uns aber nicht zweimal in der Saison passieren", sagte Rosenthal. Er habe sich auf den Einsatz gefreut. "Aber die Freude war schnell weg", so der 2,01-Meter-Mann.
Bester Chemnitzer Akteur am Samstag war Matthias Pattloch. Der Presse-Verantwortliche des Vereins vertrat den bei den Fußball-Oldies weilenden Hallensprecher Olaf Kadner sehr gut. Allerdings wurde er von den Referees zu mehr Neutralität ermahnt. Zu diesem Zeitpunkt stand es 38:38. Kurz darauf zogen die Freiburger mit 14 Punkten in Folge davon. "Ich mache das schon nochmal, aber dann nur in einem unwichtigen Testspiel, wo es nicht auf das Ergebnis ankommt", hatte Pattloch seinen Humor nicht verloren.
Fast unbemerkt sind unterdessen die Weichen für die Zukunft in der Pro-A-Liga gestellt worden. Auf der Liga-Tagung in Bonn wurde unter anderem beschlossen, dass weiterhin zwei Deutsche auf dem Parkett stehen müssen. Der Saisonetat muss 350.000 Euro betragen. "Das ist schon eine harte Grenze" runzelte BV-Geschäftsführer Wolfgang Leibiger die Stirn. In einer Art Lizenzierungsverfahren müssen die Unterlagen bis Ende März eingereicht und 60 Prozent des Etats am 30. Juni sowie 80 Prozent am 30. September nachgewiesen werden.
Heute Abend unterrichtet Leibiger nach eigener Aussage die Gesellschafterversammlung. "Danach wird Trainer Anton Mirolybov ein Budget vorgeben. Es ist seine Aufgabe, eine Mannschaft zusammenzustellen. Bis Mai sollen 80 Prozent des Teams stehen. Wir streben dann Zwei-Jahres-Verträge an", sagte der 60-Jährige. Im Moment besitze kein Akteur - außer mit einer Option - über den Sommer 2010 hinausgehende Kontrakte.









