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Ungefährdeter Heimsieg gegen Leitershofen

09.10.2011

Die BV Chemnitz 99 fuhr am Samstagabend im dritten Saisonspiel ihren zweiten Sieg ein. Vor 1.735 Zuschauern setzten sich die NINERS in der Richard-Hartmann-Halle gegen den Aufsteiger BG Leitershofen / Stadtbergen am Ende klar mit 90:71 durch. Nach einem etwas holprigen Start übernahm das Team von Cheftrainer Felix Schreier schnell die Kontrolle, baute den Vorsprung kontinuierlich aus und ließ niemals Zweifel am Spielausgang aufkommen. Angesichts der klaren Überlegenheit konnte Schreier auch der zweiten Reihe um Alexander Rosenthal, Felix Daghofer und Mario Nagler reichlich Spielzeit geben. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Takumi Ishizaki. Der Pointguard knickte zu Beginn des letzten Viertels um. Die ärztliche Untersuchung ergab zwar keine schwerwiegendere Verletzung, dennoch ist der Einsatz des Japaners beim anstehenden Ostderby in Jena momentan noch fraglich.

BV-Kapitän Gary Johnson und Takumi Ishizaki sorgten gegen Leitershofen für die ersten Punkte der Partie. Doch kurz darauf verwandelte Gästespieler Skyler Bowlin zwei verrückte Dreier mit der Hand des Verteidigers im Gesicht und sorgte so für die zwischenzeitliche 8:4-Führung der "Red Kangaroos". Allerdings reagierten die NINERS kaum geschockt und spielten im Anschluss ihre körperliche Überlegenheit am Brett souverän aus. So brachte Centerhüne Joleik Schaffrath die Chemnitzer Korbjäger mit sieben Punkten hintereinander wieder in Front (13:10). Dann übernahmen die BV-Scharfschützen Gary Johnson sowie Jorge Schmidt, die bis zur ersten Viertelpause drei Dreier verwandelten. Den Schlusspunkt des Startviertels setzte schließlich Philipp Stachula mit einem sehenswerten Treffer aus der Mitteldistanz zum 29:17.

Das muntere Scheibenschießen setzte sich auch im zweiten Spielabschnitt fort, wo Donald Lawson schon nach vier Minuten von der Freiwurflinie zum 41:22 traf. BV-Cheftrainer Felix Schreier gönnte folgerichtig seinen Stars die ersten Verschnaufpausen und wechselte frühzeitig Alex Rosenthal und Felix Daghofer ein. Dennoch konnten die NINERS ihren Vorsprung souverän verwalten und gingen letztlich mit einer 51:35-Führung in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel änderte sich nicht viel am Bild. Chemnitz war in der Zone weiterhin deutlich überlegen und das sogar, obwohl Center-Routinier Ty Shaw nicht gerade seinen besten Tag hatte. Dafür sprangen jedoch Joleik Schaffrath mit 18 Punkten und neun Rebounds sowie Donald Lawson mit 17 Zählern und zehn gefangenen Abprallern vorzüglich in die Bresche. Und von Zeit zu Zeit streuten eben Johnson, Schmidt oder Ishizaki auch mal wieder einen Dreier ein, so dass der Vorsprung bis zum Viertelende auf 24 Punkte ausgebaut wurde (78:54).

Vor dem finalen Spielabschnitt lag noch die magische "100" in der Luft, doch schon zur Halbzeitpause mutmaßte Reiner Gebhardt, dass den Chemnitzern am Ende vielleicht etwas die Luft ausgeht und der Geschäftsführer von"eins energie in sachsen" sollte Recht behalten. Spätestens nach dem verletzungsbedingten Ausfall Ishizakis verlor das BV-Spiel an Elan und die NINERS schraubten ihre Intensität spürbar zurück. So durften die Gäste aus Leitershofen im letzten Viertel noch etwas Ergebniskometik betreiben, ohne dass der Sieg jemals in Gefahr geriet. Insgesamt überzeugten die BV-Korbjäger mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, welche sich auch dadurch ausdrückte, dass gleich fünf Akteure zweistellig scorten. "Wir haben am Brett sehr gut gearbeitet und in der ersten Halbzeit sicher von außen getroffen. Allerdings unterliefen uns noch zu viele leichte Ballverluste und auch in der Verteidigung leisteten wir uns so manche Schlafeinlage. Diese Fehler müssen wir abstellen, sonst gehen wir bei den nächsten Partien in Jena und Essen als Verlierer vom Parkett", war Headcoach Felix Schreier trotz des deutlichen Sieges nicht vollkommen zufrieden.

Äußerst positiv stimmte allerdings die Zuschauerresonanz. Gegen den relativ unbekannten Aufsteiger aus Leitershofen kamen nicht nur über 1.700 Besucher, sondern viele von ihnen nutzten nach Spielende auch noch die Autogrammstunde der NINERS. So war das neue Yearbook blitzschnell vergriffen, die von eins erstellten Mannschaftsposter und Klatschpappen gingen weg wie warme Semmeln und mussten anschließend unzählige Male von den BV-Hünen signiert werden. Es scheint, als würden Spieler und Fans trotz der langen Sommerpause schnell wieder zusammenwachsen, was die beste Basis für gemeinsame Erfolge ist. So hoffen die NINERS natürlich auch am Mittwoch beim schweren Auswärtsspiel in Jena auf die lautstarke Unterstützung der Chemnitzer Anhänger.

Der Erzrivale aus Thüringen galt aufgrund seiner namhaften Neuverpflichtungen Jeremy Black (Karlsruhe), Kenny Barker (Bayreuth), Tim Schwartz (Gießen) und Lyndale Burleson (bis 2010 in Heidelberg) vor der Saison als Geheimfavorit auf die vordersten Plätze. Schließlich konnten auch wichtige Leistungsträger wie Tyler Kepkay und die beiden Deutschen Christoph Roquette und Eric Vierneisel gehalten werden. Allerdings zeigte sich schon vor Saisonbeginn, dass eine Ansammlung vieler großer Namen auch seine Gefahren birgt. So quittierte beispielsweise Burleson noch vor dem ersten Spieltag seinen Dienst, weil er sich nicht mit der Bankspielerrolle hinter Kepkay und Barker abfinden konnte. Inzwischen wurde mit dem US-Boy Chase Adams ein Ersatzmann verpflichtet und nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Kirchheim und Heidelberg fuhr Jena am Samstag in Karlsruhe dann auch endlich den ersten Saisonsieg ein.

"Sie werden gegen uns gleich nachlegen wollen und haben auf dem Papier zweifellos ein sehr gutes Team", attestiert Schreier dem nächsten Gegner. Doch nicht nur die individuelle Stärke der Thüringer bereitet dem 22-jährigen BV-Cheftrainer einiges Kopfzerbrechen: "Der Einsatz von Takumi ist noch völlig offen und ohne ihn wird es für uns in Jena natürlich extrem schwer. Dennoch fahren wir nicht zum Spaß dort hin und werden alles geben. Nachdem wir bereits in Weißenfels verloren haben, wollen wir das zweite Ostderby dieser Saison unbedingt gewinnen!"

STATISTIK:

Schaffrath (18 Punkte), Lawson (17), Johnson (16), Schmidt (13), Ishizaki (12), Stachula (7), Shaw (4), Rosenthal (3), Daghofer, Nagler

TERMIN:

Science City Jena – BV Chemnitz 99, Mittwoch, 12.10.2011, 19:00 Uhr, Jena

Matthias Pattloch

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