Diesen Samstag kommt es in der Richard-Hartmann-Halle zum Duell zweier Topmannschaften der 2. Basketballbundesliga ProA. Dabei empfängt die aktuell viertplatzierte BV Chemnitz 99 um 19 Uhr den Tabellenfünften webmoebel Baskets Paderborn. Der Gast aus Nordrhein-Westfalen hat lediglich einen Sieg Rückstand auf die NINERS, allerdings bislang auch zwei Partien weniger bestritten. Beide Teams konnten zuletzt dreimal in Folge gewinnen und werden ihre Serie mit Hinblick auf den spannenden Kampf um die Playoffplätze unbedingt ausbauen wollen. "Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe bei dem letztlich Kleinigkeiten und die Tagesform entscheiden werden. Deshalb hoffen wir natürlich auch auf die lautstarke Unterstützung der Fans, um den Heimvorteil vielleicht für einen weiteren Erfolg nutzen zu können", blickt BV-Cheftrainer Felix Schreier voraus.
Im Hinspiel verlor seine Mannschaft in Paderborn noch mit 81:93. Dabei konnten die NINERS lange Zeit ganz gut mithalten, lagen Mitte des dritten Viertels lediglich drei Zähler zurück (51:54). Doch nur fünf Minuten später betrug die Differenz plötzlich 17 Punkte (54:71) und war in der restlichen Spielzeit nicht mehr aufzuholen. "Das ist uns diese Saison schon einige Male passiert, dass wir über weite Strecken ganz ordentlich gespielt haben und dann in einer relativ kurzen Phase einen sehr großen Run des Gegners kassierten. Dies müssen wir am Samstag unbedingt vermeiden, denn Paderborn ist ein Team, das solche Schwächephasen eiskalt ausnutzt", mahnt Felix Schreier, die Konzentration über die kompletten 40 Minuten aufrecht zu erhalten.
Darüber hinaus fordert der 22-Jährige von seinen Schützlingen erneut eine engagierte Defensive, denn nicht nur das Hinspiel beim früheren Bundesligaclub zeigte, dass es für die NINERS sehr schwer wird, wenn sie dem Gegner zu viele Punkte gestatten. Allerdings gastiert diesen Samstag ausgerechnet das offensivstärkste Team der gesamten Liga in Chemnitz. Fast 90 Zähler erzielt Paderborn pro Partie und Baskets-Coach Thomas Glasauer kann sich auf eine Vielzahl potenter Scorer verlassen. Allen voran natürlich auf Justin Stommes. Der US-Boy markiert durchschnittlich 18.6 Punkte und hat in lediglich 18 Einsätzen bereits 59 von 118 Dreiern verwandelt. Kein anderer Distanzschütze konnte während der vergangenen Jahre in der ProA auch nur annähernd solch eine Quote bei derart hoher Wurfanzahl vorweisen. "Stommes ist in meinen Augen der beste Offensivspieler der gesamten Liga", konstatiert Schreier sichtlich beeindruckt.
Kaum weniger gefährlich sind die drei anderen Amerikaner der Baskets, wobei die größte Stärke von Jefferson Mason (16.8 Pkt.), Jamar Diggs (11.5) und Nick Freer (8.9) vor allem in ihrer überragenden Athletik liegt. Für reichlich Gefahr von den deutschen Spots sorgen die Innenspieler Michael Jost (9.2), Michael Fleischmann (9.2), Ben Spöler (6.4) und Daniel Lieneke (5.1) sowie die beiden talentierten U20-Nationalspieler Ole (4.7) und Lars Wendt (2.7) auf den Guardpositionen. "Die Chemnitzer Fans dürfen sich auf einen äußerst attraktiven Gegner freuen. Stommes und Fleischmann sind begnadete Distanzschützen. Mason und Freer zeigen regelmäßig spektakuläre Dunks. Diggs ist aus allen Lagen gefährlich und zudem hat Paderborn einen sehr tiefen Kader, wodurch sie das Tempo durchweg hoch halten können. Da müssen wir uns schon etwas einfallen lassen, um die Angriffsmaschinerie der Baskets dauerhaft zu stoppen", weiß Schreier.
Immerhin kann der Chemnitzer Headcoach für die anstehende Partie auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. "Wir haben die üblichen kleineren Blessuren, aber nichts dramatisches. Deshalb werden am Samstag voraussichtlich alle spielen können" sagt Schreier und gibt auch gleich die Schlüsseltaktik vor: "Neben einer guten Verteidigung dürfen wir uns im Gegensatz zum Hinspiel in Paderborn nicht so viele Ballverluste leisten und müssen außerdem im Reboundkampf engagiert arbeiten. Wenn uns das gelingt, ist der vierte Siege in Folge absolut möglich!"
BV Chemnitz 99 – webmoebel Baskets Paderborn, Samstag, 11.02.2012, 19 Uhr, R.-H.-Halle
Matthias Pattloch