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Spitzenreiter Weißenfels zu stark für die NINERS

15.01.2012

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Vor der neuen Saisonrekordkulisse von 2.416 Zuschauern unterlag die BV Chemnitz 99 am Samstagabend dem Tabellenführer Mitteldeutscher BC mit 83:94. Nach einem guten Start und zwischenzeitlicher 10-Punkte-Führung leisteten sich die NINERS ab Mitte des zweiten bis Mitte des dritten Viertels eine Schwächephase, welche Weißenfels eiskalt ausnutzte und auf 54:35 davonzog. Dennoch gaben sich die BV-Korbjäger nie auf, kämpften im Schlussabschnitt verbissen um den Anschluss, doch am Ende rettete der MBC seinen Vorsprung clever über die Zeit. "Ohne unsere Aussetzer kurz vor und nach der Halbzeitpause wäre der Sieg durchaus drin gewesen. Aber gegen den Spitzenreiter werden solche Phasen eben umgehend bestraft. So hat Weißenfels letztlich absolut verdient gewonnen", resümierte BV-Cheftrainer Felix Schreier nach der Partie.

Dank des Spieltagssponsorings der "druckbar – kreative Medien GmbH" präsentierte sich die Richard-Hartmann-Halle am Samstag einmal in ganz neuem Look. Schon das Foyer erstrahlte im frischen druckbar-Blau, das Spielfeld selbst zierten verschiedenste Aufkleber, rund 500 Zuschauer durften sich über kostenlose "Wolfsjagd-Shirts" freuen und umgestaltete Programmhefte sowie ein Halbzeitauftritt der Chemnitzer Rapper John Readen und Maarkant bildeten den perfekten Rahmen für ein tolles Ostderby. Davon ließen sich auch die NINERS regelrecht anspornen und legten gegen den Favoriten aus Weißenfels los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. So rauschten insbesondere die Dreier von Takumi Ishizaki und Jorge Schmidt reihenweise durch die Reuse und nach gerade einmal sechseinhalb Minuten stand es bereits 20:10 für Chemnitz. Doch der Mitteldeutsche BC ließ sich nicht beeindrucken und verkürzte dank starker Verteidigung sowie einem glänzend aufgelegten Arizona Reid bis zur ersten Viertelpause auf 20:23.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnittes gestaltete sich die Partie zunächst ausgeglichen und nach einem weiteren Dreier von Ishizaki lagen die NINERS sogar wieder sechs Punkte vorn (28:22). Doch der Spitzenreiter legte jetzt eine weitere Schippe drauf, gestattete den BV-Korbjägern kaum noch freie Würfe und setzte seinerseits vor allem Reid sowie Agnis Cavars immer wieder gekonnt in Szene. Der Lette war es letztlich auch, der die 300 mitgereisten Weißenfelser Fans mit einem schier unglaublichen Dreier zur Halbzeitsirene in Ekstase versetzte. Im Gegenzug schlichen die NINERS eher wie geschlagene Hunde in die Kabine, wobei angesichts des überschaubaren 8-Punkte-Rückstandes (33:41) für die zweite Spielhälfte noch alles möglich schien.

Diese Hoffnungen schienen sich aber gleich mit Beginn des dritten Viertels zu zerschlagen, als der MBC jetzt vor allem dank seiner starken Deutschen Philipp Heyden, Steve Wachalski und Sascha Leutloff einen 10:0-Lauf aufs Parkett zauberte. Nur wenig später besorgte der isländische Nationalspieler Hördur Vilhjalmsson per Dreier die höchste Weißenfelser Führung im gesamten Match (54:35). Nicht wenige Zuschauer wähnten hier schon eine Vorentscheidung, aber die BV-Korbjäger hatten noch längst nicht aufgegeben. Als kurz darauf Kapitän Gary Johnson und Philipp Stachula zwei Dreier hintereinander verwandelten lag erstmals das Gefühl von Aufholjagd in der Luft. Doch wieder konterte der MBC über Heyden, Leutloff sowie Cavars und weil Alex Rosenthal bezeichnenderweise zum Ende des dritten Viertels auch noch zwei Freiwürfe vergab, mussten die NINERS mit einem äußerst deutlichen 49:66-Rückstand in den Schlussabschnitt gehen.

Rund sieben Minuten vor Spielende lag Chemnitz weiterhin fast aussichtslose 18 Punkte zurück, aber ein technisches Foul gegen den schimpfenden MBC-Akteur Steve Wachalski entpuppte sich als Startschuss für die Aufholjagd. Plötzlich waren alle NINERS wieder hellwach, kauften dem Gegner zusehends den Schneid ab und ließen sich in ihrem Lauf selbst von einer Auszeit  des Weißenfelser Cheftrainers Silvano Poropat nicht stoppen. Knapp vier Minuten vor Schluss erreichte die Stimmung in der "Hartmann-Hölle" ihren Höhepunkt als Ty Shaw gerade auf 67:73 verkürzt hatte und BV-Topscorer Ishizaki nach einem Ballgewinn allein auf den Gästekorb zustürmte. Dem Weißenfelser Anhang stockte der Atem, doch im letzten Moment blockte Cavars den japanischen Pointguard und im Gegnzug traf Heyden zum 75:67. "Das war vielleicht der entscheidende Knackpunkt in unserer Aufholjagd. Wenn wir dort auf vier Punkte verkürzen, wäre mit mehr als 2.000 Fans im Rücken vielleicht die Wende möglich gewesen", konstatierte Schreier. Zwei Minuten später hätte die BVC aber noch einmal auf vier Punkte rankommen können, doch leider drehte sich ein Freiwurf Ishizakis raus und im Gegenzug versenkte Reid mit ablaufender Shotclock einen Dreier gegen Jorge Schmidt zum 78:70. Ein Ballverlust des Chemnitzer Flügels und schnelle MBC-Punkte durch Whit Holcomb-Faye besiegelten dann das Schicksal der NINERS.

"Nichtsdestotrotz können wir erhobenen Hauptes vom Platz gehen, weil wir uns nie aufgegeben haben. Spielentscheidend war letztlich unsere Schwächephase in den Minuten vor und nach der Halbzeitpause und dass wir wie zuletzt in Heidelberg zu viele Punkte kassierten. Dennoch haben wir eine deutliche Leistungssteigerung zu letzter Woche gezeigt und daran müssen wir jetzt einfach anknüpfen. Mit Hinblick auf den Kampf um die Playoffplätze muss nach zwei Niederlagen jetzt aber auch mal wieder ein Sieg her. Am besten schon nächstes Wochenende", richtete Schreier den Blick nach vorn und hofft für das Spiel beim Tabellenletzten Leitershofen am kommenden Sonntag auf einen doppelten Punktgewinn. Den gab es am Sonntag übrigens für die U16-Mannschaft der BV Chemnitz 99 beim 64:59 in Bayreuth. Weil zeitgleich der direkte Verfolger Jena gegen Nürnberg unterlag, zogen die "kleinen NINERS" vorzeitig in die Zwischenrunde der deutschlandweiten Jugendbasketballbundesliga ein, wo das Team von Trainer Christian Meichsner dann ebenfalls um die Playoffteilnahme spielen kann.

STATISTIK:

Ishizaki (23 Punkte), Johnson (22), Shaw (14), Schmidt (8), Stachula (8), Schaffrath (4), Lawson (4), Rosenthal, Daghofer

STATIONEN:

14:8 (5. Minute), 23:20 (10.), 28:26 (15.), 33:41 (20.), 35:54 (25.), 49:66 (30.), 63:73 (35.), 83:94 (40.)

Matthias Pattloch

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