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NINERS verlieren Herzschlagfinale in Nürnberg

20.11.2011

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Am Samstagabend lieferten sich die Basketballzweitligisten Nürnberger BC und BV Chemnitz 99 ein intensives, spannendes und bisweilen hochdramatisches Duell. Dabei schienen die NINERS zu Beginn des letzten Viertels bereits auf die Siegerstraße einzubiegen, als man sich vor knapp 1.100 Zuschauern in der Nürnberger BBZ-Halle eine 8-Punkte-Führung erarbeitete. Doch die Gastgeber kamen wieder zurück, drehten die Partie und setzten sich letztlich nach Verlängerung mit 70:68 durch. Bezeichnend für den Spielverlauf war die schwache Wurfquote der Chemnitzer, die unter anderem nur drei von 24 Dreiern trafen und zudem fast die Hälfte ihrer Freiwürfe vergaben. Dementsprechend fiel dann auch das Fazit von BV-Cheftrainer Felix Schreier aus: "Wir haben über weite Strecken genau das umgesetzt, was wir geplant hatten – stark verteidigt, Nürnbergs besten Scorer Jaivon Harris aus dem Spiel genommen und uns kaum einfache Ballverluste geleistet. Aber in einem Sport, wo es in erster Linie darum geht, den Ball durch den Ring zu werfen, waren wir heute einfach nicht gut genug. Und wer nicht trifft, geht halt zurecht als Verlierer vom Feld."

Von der ersten Minute an wurde die Partie zwischen Nürnberg und Chemnitz durch aggressive Verteidigung, aber auch durch allenfalls mäßige Trefferquoten geprägt. Dabei bewegten sich beide Teams bis Mitte des Startviertels zunächst auf Augenhöhe (8:8), doch dann fanden die Gastgeber allmählich ihren offensiven Rhythmus und gingen dank eines schönen "Buzzerbeaters" von Juan Reile mit einer 18:13-Führung in die erste Pause. Zu Beginn des zweiten Abschnitts konnten Gary Johnson und Alex Rosenthal den Rückstand aber fast wieder egalisieren. Erneut blieb die Partie bis Viertelmitte extrem eng (23:21), nur um sich im Anschluss abermals zugunsten der Nürnberger zu entwickeln, die letztlich zur Halbzeitpause mit 33:29 verdientermaßen vorn lagen.

Nach dem Seitenwechsel setzte sich dieser Trend fort und die Gastgeber bauten ihren Vorsprung sogar bis auf acht Zähler aus (40:32). Gerade noch rechtzeitig fanden Johnson, Ty Shaw und Joleik Schaffrath mit einem schnellen 6:0-Lauf die richtige Antwort. Nürnbergs Trainer Derrick Taylor nahm umgehend eine Auszeit, doch auch danach blieben die NINERS weiter am Drücker und konnten vor allem durch den bärenstarken Philipp Stachula bis zum Viertelende auf 44:44 ausgleichen. Das Momentum lag nun klar auf Seiten des Schreier-Teams, welches zu Beginn des vermeintlich letzten Spielabschnittes endlich wieder in Führung ging und knapp sechs Minuten vor Schluss sogar mit acht Zählern vorn lag (56:48). "Bei einem Spiel, in dem so wenige Punkte fallen, war das schon eine sehr gute Ausgangsposition für die Schlussphase. Wenn wir dort noch zwei-, dreimal scoren, ist der Sieg vermutlich unser", trauerte Schreier den vergebenen Chancen nach.

In den nächsten fünf Minuten waren seine Schützlinge ganze zehn Mal im Angriff. Drei Versuche endeten in einem Ballverlust und von den sieben verbliebenen Wurfmöglichkeiten fand nur ein einziger Versuch von Takumi Ishizaki den Weg durch die Reuse. Auf der Gegenseite kamen die Gastgeber nun dreimal hintereinander mit fast dem selben Spielzug zum Erfolg: Der frühere Chemnitzer Jaivon Harris hielt lange den Ball, zog zwei Verteidiger auf sich, passte im letzten Moment auf seinen amerikanischen Landsmann Will Chavis, der von der Dreierlinie eiskalt verwandelte und plötzlich lagen die NINERS mit 58:61 hinten. Bei 13 Sekunden Restspielzeit musste jetzt ein Dreier her, aber BV-Kapitän Johnson blieb auch in seinem mittlerweile sechsten Versuch von draußen glücklos. Allerdings erkämpften sich die NINERS den Rebound und so machte Co-Kapitän Ty Shaw mit der Schlusssirene doch noch den Ausgleichstreffer.

Das Momentum lag nach der spektakulären Aufholjagd aber dennoch auf Seiten der Hausherren und die Verlängerung begann geradezu perfekt für Nürnberg. Erst musste BV-Spielmacher Ishizaki mit seinem fünften Foul vom Feld und dann erzielte Chavis vier schnelle Punkte. Als wenig später der überragende Ryan De Michael (20 Punkte, 17 Rebounds, 5 Blocks!) auch noch einen Dreier zum 68:63 für die Franken verwandelte, schien das Spiel fast schon entschieden. Aber die NINERS kämpften sich mit letzter Kraft zurück und kamen durch Punkte von Shaw und Johnson wieder auf 67:68 heran. Nach einem schnellen taktischen Foul musste Nürnbergs Chavis an die Freiwurflinie, wo er jedoch die Nerven behielt und 20 Sekunden vor Schluss den NBC-Vorsprung erneut auf drei Zähler ausbaute. Die Situation war also wie gegen Ende der regulären Spielzeit. Chemnitz brauchte unbedingt den Dreier zum Ausgleich. Jorge Schmidt vergab die erste Chance, aber Donald Lawson holte den Offensivrebound. Dann versuchte es Gary Johnson, leider erneut vergeblich, doch der Ball landete noch einmal in Chemnitzer Händen und letztlich wurde Ty Shaw bei seinem Dreier von Harris gefoult. Folglich bekam der "Tiger" drei Freiwürfe zugesprochen. Der erste rauschte sicher durch den Ring, der zweite nicht und so musste Shaw den dritten absichtlich verwerfen, aber der finale Tip-In-Versuch von Lawson ging leider weit daneben. Die Schlusssirene ertönte und Nürnberg verließ als strahlender und durchaus verdienter Sieger das Parkett.

"Diese Niederlage ist sehr ärgerlich, weil wirklich mehr drin gewesen wäre, wenn bei uns nicht alle Shooter so schlecht von draußen getroffen hätten", hob Schreier hervor, dass die vermeintlichen Scharfschützen Johnson, Schmidt und Ishizaki nur einen einzigen von 20 Dreiern verwandelten. "Am meisten tut mir die Niederlage für unsere Fans leid. Es waren ja wieder 100 Chemnitzer da, aber wie schon in Jena und Weißenfels konnten wir die vielen treuen Anhänger nicht mit einem Auswärtssieg belohnen", bedauerte Schreier, richtete dann aber den Blick schon wieder nach vorn: "Wenn es in fremder Halle noch nicht klappt, dann müssen wir eben gerade unsere Heimspiele gewinnen. Am besten natürlich schon nächsten Samstag, 19 Uhr, gegen die Saar-Pfalz Braves."

STATISTIK:

Stachula (14 Punkte), Johnson (12), Shaw (12), Ishizaki (11), Lawson (8), Schaffrath (5), Rosenthal (4), Schmidt (2)

STATIONEN:

8:8 (5. Minute), 18:13 (10.), 28:23 (15.), 33:29 (20.), 40:38 (25.), 44:44 (30.), 48:56 (35.), 61:61 (40.), 70:68 (45.)

Matthias Pattloch

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