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NINERS ringen GIANTS nieder!

06.11.2011

Dieses Spiel war definitiv nichts für schwache Nerven! In einem echten Basketballkrimi setzte sich die BV Chemnitz 99 am Samstagabend vor heimischem Publikum mit 58:54 gegen den favorisierten Bundesliga-Absteiger Gloria GIANTS Düsseldorf durch. "Ich bin sehr stolz auf mein Team. Gerade defensiv war das mit Abstand unsere beste Saisonleistung", freute sich Trainer Felix Schreier. Erstmals in dieser Spielzeit zeigten die NINERS wieder über 40 Minuten jene Qualitäten, die sie in der letzten Saison noch so erfolgreich machten: Knallharte Verteidigung, leidenschaftlichen Einsatz und unbändigen Siegeswillen. Darüber hinaus konnten sich die BV-Korbjäger besonders in engen Phasen auf ihre beiden erfahrensten Haudegen verlassen. So avancierte Kapitän Gary Johnson mit 15 Punkten zum Topscorer und Ty Shaw mit acht Zählern, sieben Rebounds, vier Assists und zwei Ballgewinnen zum effektivsten Akteur des Abends. 

Vor gut 1.650 Zuschauern begann die Partie zwischen Chemnitz und Düsseldorf eigentlich so wie erwartet. Die Gäste stellten umgehend ihre Klasse unter Beweis und gingen durch Punkte des US-Centers Dennis Mims sowie Shootingguard Philipp Friedel schnell mit 7:2 in Führung. Zwar sorgten Jorge Schmidt per Dreier und Johnson dafür, dass die NINERS nicht den Anschluss verloren, doch nachdem der estnische Nationalspieler Rait Keerles zweimal butterweich aus der Distanz einnetzte, lagen die GIANTS wieder fünf Punkte vorn (12:7). Allerdings ließen sich die BV-Hünen nicht abschütteln und gegen Ende des ersten Viertels war es vor allem Oldie Ty Shaw, der Chemnitz mit starker Reboundarbeit und wichtigen Korberfolgen auf Tuchfühlung hielt (15:16).

Gleich zu Beginn des zweiten Spielabschnittes konnten die NINERS durch fünf Punkte von Kapitän Johnson erstmals in Führung gehen (20:19). Im Anschluss schien das Pendel allerdings erneut zugunsten der Gäste auszuschlagen. Während Chemnitz kaum noch zu Korberfolgen kam, durfte Düsseldorf immer wieder an die Freiwurflinie. Doch die Zuschauer in der "Hartmann-Hölle" machten ihrem Ruf alle Ehre und pfiffen einen Freiwurf nach dem anderen aus dem Ring. Als kurz darauf Takumi Ishizaki mit zwei staubtrockenen Dreiern endlich auch vorn den Bann brach, kochte die Stimmung in der Halle fast über. Wenig später jagte Johnson den nächsten Dreier durch die Reuse und stellte so die höchste Chemnitzer Führung im gesamten Spielverlauf her (31:24). Zudem rührten die NINERS hinten jetzt Beton an und ließen keine einfachen Punkte mehr zu. Gerade GIANTS-Topstar Aubrey Reese wurde von Johnson und Philipp Stachula sprichwörtlich an die Kette gelegt. Düsseldorf kam nun bestenfalls durch Freiwürfe zu Punkten, doch dann hatte BV-Youngster Felix Daghofer mit einem viel umjubelten Dreier aus der Ecke die richtige Antwort parat und so ging es schließlich beim Stand von 34:30 für Chemnitz in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel konnten die Gäste zwar relativ schnell ausgleichen, doch Ishizaki und Alex Rosenthal bauten die BV-Führung umgehend wieder auf fünf Zähler aus. Allerdings blieb das Glück den NINERS nicht treu. In den folgenden Minuten drehte sich so mancher Wurf wieder aus dem Ring und zusätzlich leisteten sich die Chemnitzer jetzt einige vermeidbare Ballverluste. Im Gegenzug wurde Düsseldorf immer stärker und ging kurz vor Ende des dritten Viertels mit 44:41 in Führung. Philipp Stachula konterte mit zwei verwandelten Freiwürfen, was an und für sich nichts besonderes wäre. Doch pikanterweise waren dies nach sage und schreibe 29 Spielminuten die allerersten Freiwürfe, welche Chemnitz in jener Partie zugesprochen wurden. Außerdem zeigte die Anzeigetafel zu diesem Zeitpunkt ganze 17 Fouls der NINERS an, während die Gäste soeben erst ihr drittes Foul begangen hatten. Aber das BV-Team ließ sich auch von solchen Umständen nicht aus der Fassung bringen und Gary Johnson antwortete auf seine ganz spezielle Art und Weise: Ablaufende Shotclock, acht Meter Korbentfernung, die Hand des Verteidigers im Gesicht und trotzdem jagte "Mister Buzzerbeater" die Kugel zum 48:44 durch den Ring. "Das war heute schon verrückt. Die ganzen offenen Dreier habe ich versemmelt, aber die schwierigen fielen alle rein", konnte sich der Chemnitzer Kapitän ein kleines Lächeln nach Spielende nicht verkneifen.

Mit einem hauchdünnen 4-Punkte-Vorsprung gingen die NINERS in den Schlussabschnitt und weil Johnson für eine kleine Verschnaufpause zunächst auf der Bank blieb, sprangen jetzt seine Teamkameraden bravourös in die Bresche. So erkämpfte Joleik Schaffrath nach einem wichtigen Offensivrebound zwei Zähler, Stachula verwandelte einen seiner typischen, fast unmöglichen Korbleger und Donald Lawson behielt an der Freiwurflinie die Nerven. Doch Düsseldorf hatte immer wieder eine Antwort parat und so ging es beim Stand von 54:52 für Chemnitz in die finalen drei Minuten. Auf Zuspiel von Johnson markierte Schaffrath jetzt das 56:52, doch abgesehen davon lief im Angriff nicht mehr wirklich viel zusammen. Die NINERS wussten also, dass sie diese Partie wohl nur in der Verteidigung gewinnen könnten und rannten sich dementsprechend hinten fast die Lunge aus dem Hals. Rund 20 Sekunden vor Schluss dann die entscheidende Szene: Düsseldorfs Keerles vergibt einen Dreier. Der Rebound landet bei seinem Teamkamerad Marin Petric, doch Ishizaki ist zur Stelle und erkämpft sich das Leder. Daraufhin müssen die GIANTS foulen, aber Stachula bleibt ganz cool und verwandelt beide Freiwürfe zum vorentscheidenden 58:54. „Glückwunsch an Chemnitz. Sie haben heute großartig gekämpft und deshalb absolut verdient gewonnen“, zollte anschließend auch Gästetrainer Murat Didin den NINERS großen Respekt. Mit dem Rückenwind dieses Erfolges wollen die BV-Korbjäger nun am nächsten Wochenende nachlegen und aus den beiden Partien in Kirchheim (Freitag, 20 Uhr) und zu Hause gegen Karlsruhe (Sonntag, 18 Uhr) mindestens einen Sieg einfahren.

STATISTIK:

Johnson (15 Punkte), Ishizaki (11), Schaffrath (8), Shaw (8), Stachula (6), Schmidt (3), Daghofer (3), Lawson (2), Rosenthal (2)

STATIONEN:

7:7 (5. Minute), 15:16 (10.), 22:22 (15.), 34:30 (20.), 39:34 (25.), 48:44 (30.), 54:50 (35.), 58:54 (40. 

Matthias Pattloch

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