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NINERS empfangen Bundesliga-Absteiger Düsseldorf

03.11.2011

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Die Basketballsaison 2011/12 ist noch keine sechs Wochen alt und schon steht für die BV Chemnitz 99 das erste echte Heimspielhighlight auf dem Plan. Denn diesen Samstag empfängt das Team von Cheftrainer Felix Schreier um 19 Uhr keinen Geringeren als die Gloria GIANTS Düsseldorf in der Richard-Hartmann-Halle. Der Bundesliga-Absteiger wird von Starcoach Murat Didin betreut und hat mit US-Boy Aubrey Reese den vielleicht besten ProA-Spieler überhaupt in seinen Reihen. Darüber hinaus stehen mehrere ehemalige Erstliga-Akteure und ein estnischer Nationalspieler im GIANTS-Kader. Demzufolge geht Schreier für Samstag von einer klaren Rollenverteilung aus: "Düsseldorf ist auf dem Papier natürlich großer Favorit. Aber wir wollen den GIANTS in eigener Halle einen harten Kampf liefern und die große Überraschung schaffen!"

Für dieses vermeintliche Husarenstück können die NINERS immerhin aus dem Vollen schöpfen. Zwar klagt der eine oder andere Spieler, ganz typisch für diese Jahreszeit, über kleinere Erkältungsbeschwerden, doch alle größeren Verletzungen sind inzwischen auskuriert. Nur hinter dem Einsatz von Youngster Jonas Gröning, der seit mehreren Wochen an einem Knochenödem im Fuß laboriert, stehen noch einige Fragezeichen. "Dennoch hatten wir eine gute Trainingswoche und konnten regelmäßig im 5-gegen-5 an unseren Systemen feilen. Die Mannschaft ist heiß und will am Samstag unbedingt Wiedergutmachung für die schlechte Leistung beim letzten Heimspiel gegen Cuxhaven betreiben. So dürfen wir uns nicht noch einmal präsentieren", betont Schreier.

Allerdings hängen die Trauben gegen Düsseldorf auch mit einer optimalen Vorstellung sehr hoch. Schließlich sind die Gäste aus dem Ruhrpott mit einigen Stars gespickt, die man eigentlich nicht in der ProA vermuten würde. Allen voran natürlich Aufbauspieler Aubrey Reese. Vor gut 17 Monaten stand der US-Boy noch als Starting-Pointguard der Frankfurt Skyliners im Finale um die deutsche Meisterschaft, wo man den Titel durch eine 70:72-Niederlage im fünften Spiel gegen Bamberg nur hauchdünn verpasste. Dass ein Akteur dieser Qualität in der 2. Basketballbundesliga kaum mit fairen Mitteln zu stoppen ist, zeigt allein die Freiwurfstatistik des Amerikaners. Ganze zwölf Mal pro Partie darf Reese an die Linie – so oft wie kein anderer ProA-Spieler. Insgesamt markiert der US-Boy beeindruckende 22.2 Punkte pro Partie, angelt sich 5.3 Rebounds, verteilt darüber hinaus vier direkte Korbvorlagen und ist ligaweit mit großem Abstand der effektivste Aufbauspieler (20.3).

Neben Reese kann auch Landsmann Patrick Flomo eine imposante Vergangenheit vorweisen. Der sprunggewaltige US-Center stand 2008 und 2009 mit den Telekom Baskets Bonn im Finale der deutschen Meisterschaft. Seine Dominanz an den Brettern der 2. Bundesliga stellt Flomo in Düsseldorf mit einer unglaublichen Trefferquote von 71.4 % aus dem Feld bei 11.7 Zählern pro Partie unter Beweis. Als dritter Star im Bunde punktet auch Rait Keerles regelmäßig zweistellig (10.2). Der estnische Flügelspieler gewann in seinem Heimatland schon fünf Mal die Meisterschaft, bestritt unzählige Europapokalpartien und stand über viele Jahre in Estlands Nationalteam. Dass er nun wie Reese und Flomo den Weg in die 2. Basketballbundesliga fand, ist wohl vor allem Murat Didin geschuldet. Der 56-jährige Trainerfuchs betreute in der Vergangenheit mit Besiktas, Fenerbahce und Galatasaray schon fast alle Istanbuler Topteams. Zudem war der gebürtige Türke fünf Jahre lang Headcoach der deutschen Spitzenmannschaft Frankfurt Skyliners. Im Sommer 2010 nahm sich Didin schließlich der GIANTS Düsseldorf an, besorgte vor allem aus seiner türkischen Heimat neue Sponsorengelder und kann demzufolge einige Starspieler in die ProA locken, von denen andere Zweitligisten nicht einmal träumen würden.

Neben den vermeintlichen Häuptlingen kann sich aber auch das restliche Düsseldorfer Team durchaus sehen lassen. So spielte Marin Petric letzte Saison noch in der BBL. Sein Guard-Kollege Philipp Friedel war bester Deutscher des ProA-Skandalclubs Osnabrück. Centerhüne Sascha Kesselring schaffte im April mit Würzburg den Aufstieg in die Bundesliga. Flügelspieler Max Brauer gilt als gefährlicher Distanzschütze (40 % Dreierquote) und die beiden US-Boys Sean Evans und Dennis Mims sorgen für ausreichend Tiefe im GIANTS-Kader. Insgesamt scheint Düsseldorf für den sofortigen Wiederaufstieg bestens gerüstet, doch zu Saisonbeginn setzte es gleich zwei unerwartete Niederlagen gegen Nürnberg (73:83) und die Saar-Pfalz Braves (85:91). "Die GIANTS haben ihr Team erst spät komplettiert und im Saisonverlauf schon wieder Akteure ausgetauscht. Wenn sie erst einmal eingespielt sind, wird man sie nur ganz schwer schlagen können", lässt sich Schreier jedenfalls nicht von der 4:2-Bilanz des nächsten Gegners täuschen. Allerdings sagt der 22-jährige BV-Cheftrainer auch: "Von ihrer Spielweise her könnte uns Düsseldorf durchaus liegen. Außerdem haben wir ein Heimspiel und mit unseren lautstarken Fans im Rücken ist alles möglich!"

TERMIN:

BV Chemnitz 99 – Gloria GIANTS Düsseldorf, Samstag, 05.11.2011, 19:00 Uhr, Hartmann-Halle

Matthias Pattloch

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