Die BV Chemnitz 99 hat ihre zweite Niederlage in Folge kassiert. Am Samstagabend unterlag das Team von Cheftrainer Felix Schreier bei den Webmoebel Baskets Paderborn mit 81:93. Dabei zeigten die NINERS zwar eine deutliche Leistungssteigerung zur vorangegangenen Heimniederlage gegen Cuxhaven, dennoch reichte es nicht, um den Tabellenzweiten der ProA-Liga zu bezwingen. Ausschlaggebend für die vierte Saisonpleite der NINERS war einerseits die erneut zu große Zahl der unnötigen Ballverluste und andererseits die schier unglaubliche Treffsicherheit der Gastgeber, insbesondere von jenseits des Perimeters. So hatte auch BV-Kapitän Gary Johnson nur wenig Grund zur Freude, obwohl er dank seiner 30 Zähler in Paderborn eine magische Schallmauer durchbrach und mit insgesamt 1.026 Punkten auf Platz 2 der ewigen Chemnitzer Bestenliste seit dem Aufstieg in die 2. Basketballbundesliga vorrückte.
Vor 1.500 Zuschauern entwickelte sich in der Paderborner Maspernhalle von Beginn an ein schnelles, unterhaltsames Spiel, bei dem beide Teams mit ansehnlichen Offensivaktionen zu überzeugen wussten. Während die Gastgeber vor allem aus der Distanz punkteten, suchten die NINERS immer wieder den Weg zum Brett und waren damit durchaus erfolgreich. Allerdings gelang es trotz engagierter Verteidigung nicht, das offensivstärkste ProA-Team wirklich ernsthaft einzuschränken und so hatte Paderborn nach dem ersten Viertel mit 25:21 knapp die Nase vorn.
Der zweite Spielabschnitt begann mit einem erfolgreichen Dreier von Baskets-Akteur Michael Fleischmann, aber die Chemnitzer US-Boys Johnson, Ty Shaw und Donald Lawson verkürzten umgehend auf 27:28. Einige individuelle Fehler der NINERS leiteten dann aber den nächsten Paderborner Lauf ein. So verpasste man es zunächst, nach guter Verteidigung den Rebound einzusammeln und anschließend bereitete Philipp Stachula mit zwei überhasteten Würfen leichte Fastbreakpunkte der Gastgeber vor. Prompt führte Paderborn wieder mit neun Zählern Vorsprung (36:27). Zwar konnten die BV-Korbjäger zwischenzeitlich wieder auf 33:39 verkürzen, doch in der Schlussphase des zweiten Viertels war das Glück erneut den Baskets hold. So tropfte ein wilder Notdreier des Paderborners Jamar Diggs von der Brettoberkante durch den Ring, Justin Stommes verwandelte einen frechen Fastbreakdreier und Nick Freer sorgte bei ablaufender Shotclock mit einem weiteren Treffer vom Perimeter für den Schlusspunkt der ersten Halbzeit und die gleichbedeutende 51:42-Pausenführung der Webmoebel Baskets.
Wenngleich die Paderborner Treffsicherheit schon reichlich frustrierend war, steckten die NINERS nicht auf und kämpften sich nach dem Seitenwechsel bravourös zurück. So verkürzte das BV-Team bis Mitte des dritten Viertels auf 54:58 und es schien, als könnte man mit aggressiver Verteidigung und Überlegenheit beim Reboundkampf nun tatsächlich die Oberhand gewinnen. Doch auf die vielleicht beste Phase der NINERS im gesamten Spielverlauf, folgte sofort der größte Durchhänger. Drei vergebene Dreier von Johnson und Takumi Ishizaki, zwei Ballverluste der NINERS sowie ein Offensivfoul von Alex Rosenthal sorgten dafür, dass die BV-Korbjäger vier Minuten ohne Korberfolg blieben. Im gleichen Zeitraum markierten Fleischmann, Ole Wendt und der überragende Paderborner Justin Stommes 13 Punkte für die Gastgeber. Beim Stand von 58:71 aus Chemnitzer Sicht ging es schließlich in die letzte Viertelpause.
Noch einmal bemühten sich die NINERS nach Leibeskräften um Anschluss und gestatteten den Gastgebern in der ersten Hälfte des Schlussabschnittes lediglich vier Zähler. Doch die eigene Offensivausbeute war in dieser Phase zu gering und so konnte man den Rückstand kaum merklich verringern. Den besten Beleg für die Differenz zwischen NINERS und Baskets lieferte ein Blick auf die Dreierstatistik. Während BV-Kapitän Johnson nach über 35 Spielminuten im insgesamt zwölften Anlauf den ersten Chemnitzer Dreier an diesem Abend verwandelte, hatte Paderborn zu jenem Zeitpunkt bereits zwölf von 24 Distanzwürfen erfolgreich eingenetzt. Da war es geradezu bezeichnend, dass Fleischmann rund zweieinhalb Minuten vor Spielende mit einem weiteren Dreier zum 88:72 für die endgültige Entscheidung sorgte. Den finalen Glanzpunkt setzte schließlich Liga-Topscorer Justin Stommes, der per Korbleger plus Bonusfreiwurf nicht nur seine Punktausbeute auf 28 schraubte, sondern zugleich den 93:81-Endstand herstellte.
STATISTIK:
Johnson (30 Punkte), Lawson (17), Schmidt (13), Shaw (9), Ishizaki (6), Schaffrath (6), Rosenthal, Stachula, Daghofer, Nagler
Matthias Pattloch