Pünktlich zum Weihnachtsfest hält der Spielplan für die Zweitligabasketballer der BV Chemnitz 99 und ihre treuen Fans noch einmal einen absoluten Leckerbissen bereit. Denn am Donnerstag, den 22. Dezember, empfangen die NINERS keinen Geringeren als den alten Rivalen Science City Jena in der Richard-Hartmann-Halle. Das prestigeträchtige Ostderby beginnt um 19:30 Uhr. Eintrittskarten sind noch bis Donnerstagmittag im CVAG-Mobilitätszentrum (Zentralhaltestelle) und natürlich an den Abendkassen erhältlich. Aufgrund des zu erwartenden Zuschaueransturms und der allgemeinen Wetterlage sei jedoch allen Basketballfans nahegelegt, rechtzeitig zum Derby zu kommen, um ganz entspannt einen Parkplatz zu finden und keine Spielminute zu verpassen.
Das heiß ersehnte Duell gegen Jena bildet für die NINERS den perfekten Abschluss für eines der erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte. Schließlich konnten die BV-Korbjäger 2011 gleich 20 von 31 Pflichtspielen gewinnen. Außerdem machte man die "Hartmann-Hölle" mit einer Bilanz von 13 Heimsiegen bei lediglich drei Niederlagen wieder zu einer echten Festung. Jene Erfolge wurden auch von den Fans entsprechend honoriert und so strömten dieses Jahr durchschnittlich genau 1.700 Besucher zu den Heimpartien der Chemnitzer Basketballer. Am kommenden Donnerstag sollten es aber durchaus noch ein paar mehr werden. Denn einerseits machten die NINERS zuletzt mit drei Erfolgen in Serie durchweg positiv von sich reden und andererseits haben sich rund 200 Jenaer Gästefans angekündigt. "Das sind die Spiele, auf die man das ganze Jahr wartet. Die Atmosphäre wird mit Sicherheit überragend und wir hoffen natürlich auf die Unterstützung unserer Anhänger, um das Ostderby siegreich zu bestreiten", blickt BV-Cheftrainer Felix Schreier voraus.
Der 22-Jährige weiß aber auch, dass die Thüringer ein ganz harter Brocken sind: "Jena konnte sich im Saisonverlauf immer weiter steigern und zuletzt sehr souverän gegen Paderborn und in Düsseldorf gewinnen. Das sollte für uns Warnung genug sein." Außerdem haben die Saalestädter den kleinen psychischen Vorteil auf ihrer Seite, das Hinspiel mit 71:62 für sich entschieden zu haben. Im 17. Zweitligaduell beider Clubs war dies bereits der zehnte Sieg für Jena. Auch beim Korbverhältnis haben die Thüringer im Ostderby knapp die Nase vorn (1342:1306). Allerdings zeigt die recht geringe Differenz, dass sich beide Rivalen über die Jahre hinweg zumeist auf Augenhöhe bewegten und auch am Donnerstag stehen die Chancen im Vorfeld wohl wieder 50:50. "Es wird auf die ganzen Kleinigkeiten ankommen. Wer trifft auch mal die schwierigen Würfe? Wer holt sich die entscheidenden Rebounds und freien Bälle? Wer hat den längeren Atem und behält am Ende die Nerven?", betont Schreier, dass man im Ostderby bis zur letzten Sekunde hellwach sein muss.
Gerade in der Verteidigung kommt auf die NINERS allerdings echte Schwerstarbeit zu. Denn Jena hat mit den erfahrenen US-Boys Jeremy Black (14.5 Punkte pro Spiel), Kenny Barker (14.3) und Tyler Kepkay (13.8) sowie den beiden deutschen Startern Christoph Roquette (10.0) und Tim Schwartz (9.8) gleich fünf Akteure im Kader, die im Schnitt zweistellig scoren. Selbst der sechste Mann, der Deutsch-Amerikaner Eric Vierneisel, kommt im Schnitt noch auf 8.4 Zähler und kann wie beim Hinspiel in Jena, wo er 12 Punkte inklusive einiger wichtiger Dreier markierte, auch ganz schnell zum X-Faktor werden. Die Kern-Rotation der Thüringer runden das Jenaer Eigengewächs Ermen Reyes-Napoles (3.6) und der junge US-Guard Chase Adams (3.4) ab. Zudem greift Science-City-Headcoach Georg Eichler immer wieder auf die Dienste der NBBL-Talente Johannes Voigtmann, Jakob Krumbeck und Paul Albrecht zurück. Der eigentliche Kern des Teams besteht aber wie bei Chemnitz aus acht Spielern. "In Sachen Kadertiefe sind beide Mannschaften ähnlich aufgestellt. Doch gerade auf den ersten sechs, sieben Positionen hat Jena schon eine sehr hohe Qualität zu bieten. Individuell sind sie da deutlich besser als wir. Dementsprechend müssen wir erneut mit Teambasketball und leidenschaftlicher Verteidigung dagegen halten", fordert Schreier.
Die Defensive ist die eine Seite der Medaille, die auch beim Hinspiel schon ganz gut funktionierte, als Chemnitz lediglich 71 Jenaer Punkte zuließ. Die andere Seite ist die eigene Offensive und da blieben die NINERS in Thüringen mit 62 Punkten und lediglich 31 Prozent Trefferquote aus dem Feld unter ferner liefen. Auch beim letzten Heimspiel gegen Ehingen hatte das BV-Team bezüglich der eigenen Punktausbeute noch reichlich Luft nach oben. Um weiter an den Offensivsystemen zu feilen und zudem nicht aus dem Rhythmus zu kommen, bestritten die NINERS vergangene Woche ein inoffizielles Testspiel gegen den Regionalligisten Dresden Titans. Hierbei konnte sich Chemnitz klar durchsetzen, obwohl Schreier auf den Einsatz des noch angeschlagenen Pointguards Takumi Ishizaki verzichtete. Der Japaner ist momentan allerdings nicht der einzige Chemnitzer mit leichten Blessuren. "Nach einer straffen Hinrunde mit 14 Spielen in zehn Wochen sind einige Jungs etwas angeschlagen. Aber Jena wird wohl ähnliche Probleme haben", lässt Schreier keine Ausreden zu.
Vielmehr gibt es für den jüngsten Headcoach der Liga nur ein Ziel: "Jena ist zweifellos ein sehr starker Gegner. Aber mit hoffentlich 2.000 lautstarken Chemnitzer Fans im Rücken wollen wir das Parkett unbedingt als Sieger verlassen!" Ein Erfolg beim Ostderby wäre zudem mit Hinblick auf den Kampf um die Playoffplätze wahrlich Gold wert. Schließlich liegt Jena momentan mit acht Siegen und sechs Niederlagen punktgleich mit den NINERS auf Platz fünf. Beide Teams haben allerdings nur zwei Punkte Vorsprung auf den Tabellenneunten Heidelberg und die Ergebnisse der vergangenen Wochen zeigen, dass man schon mit einer kleinen Niederlagenserie ganz schnell aus den heiß begehrten Playoffrängen fallen kann. Umso wichtiger ist es, dass am Donnerstag alle Chemnitzer, ob Spieler, Trainer oder Fans über die komplette Spielzeit hinweg an einem Strang ziehen. Also auf geht’s NINERS – kämpfen und siegen.
TERMIN:
BV Chemnitz 99 – Science City Jena, Donnerstag, 22.12.2011, 19:30 Uhr, R.-Hartmann-Halle
Matthias Pattloch