Ein Blick auf die Tabelle der 2. Basketballbundesliga verrät: Die BV Chemnitz 99 ist momentan das vielleicht „heißeste“ Team der Liga. Vier Siege in Serie, acht Erfolge aus den letzten zehn Partien – keine andere ProA-Mannschaft kann vergleichbare Werte vorweisen. Doch NINERS-Cheftrainer Felix Schreier bleibt vor dem Auswärtsspiel in Düsseldorf an diesem Samstag auf dem Boden der Tatsachen: "Wir sind zweifellos gut in Form. Aber unsere Serie kann schnell vorbei sein, wenn wir auch nur ein bisschen nachlassen. Deshalb müssen wir weiterhin am oberen Limit spielen, mit großem Engagement verteidigen und offensiv noch etwas zulegen. Denn im Vorbeigehen werden wir kein einziges Team in dieser ausgeglichenen Liga schlagen."
Dies trifft natürlich ebenso auf die etwas krisengebeutelten Gloria Giants Düsseldorf zu. Der BBL-Absteiger hatte in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Verletzungen und Abgängen zu kämpfen. Folglich konnte das Team des charismatischen Cheftrainers Murat Didin lediglich drei seiner letzten zehn Partien gewinnen und rutschte auf den sechsten Tabellenplatz ab. Während dieser Zeit wurden vor allem die erstliga-erfahrenen US-Boys Aubrey Reese und Quadre Lollis sowie der deutsche Routinier Marin Petric schmerzlich vermisst. Letztgenannter ist inzwischen wieder an Bord, während der Einsatz von Reese und Lollis gegen Chemnitz mindestens fraglich bleibt. Im Gegensatz zum Hinspiel müssen die Giants am Samstag definitiv auf Sean Evans, Agnis Cavars und Sascha Kesselring verzichten, die teils schon vor dem Jahreswechsel nach Göttingen, Weißenfels beziehungsweise Essen abwanderten.
Allerdings stehen mit den US-Boys Corderro Bennett, Andrew Hunter und Ayodokun Akingbade sowie dem früheren Cuxhavener Ceyhan Pfeil mittlerweile auch vier neue Akteure in Didins Kader. Dazu gesellen sich die festen Größen Rait Keerles (10.6 Punkte / 5.4 Rebounds), Patrick Flomo (10.3 / 6.6), Petric (8.5), Max Brauer (5.7) und Dennis Mims (4.6 / 3.6) sowie die beiden deutschen Youngster Marc Liyanage (3.3) und Sadam Eco. Der Einsatz des besten einheimischen Scorers der Giants, Comboguard Philipp Friedel (8.6), ist verletzungsbedingt dagegen noch offen. In ihrem letzten Pflichtspiel vor zwei Wochen gegen Ehingen schickten die Rheinländer insgesamt zwölf verschiedene Akteure aufs Parkett, darunter sechs ausländische Profis. Dennoch unterlag man dem Aufsteiger mit 70:80. "Allerdings waren da einige Neuzugänge erst kurze Zeit beim Team, andere Spieler noch angeschlagen. Mit 14 Tagen Pause sollten die Giants jetzt schon besser harmonieren", erwartet Schreier, für den die Vorbereitung auf den nächsten Gegner nicht ganz einfach ist: "Eigentlich weiß man gar nicht so genau, wer nun am Samstag für Düsseldorf auflaufen wird. Deshalb müssen wir uns vor allem auf unser eigenes Spiel konzentrieren."
Trotz der hohen Personalfluktuation ist eine Qualität der Giants gleich geblieben: "Sie verteidigen nach wie vor auf hohem Niveau und können den Gegner sehr langsam machen", weiß Schreier dank Videoanalyse und ergänzt: "Das hat man auch bei den letzten beiden Niederlagen gegen Ehingen und Crailsheim gesehen. Zudem haben sie mit Keerles, Flomo, Petric, Mims, Brauer und eventuell Friedel noch immer einige starke, erfahrene Spieler im Kader." So könnte es trotz etwas anderer Vorzeichen am Ende wieder eine ähnlich knappe und äußerst defensivbetonte Partie wie im Hinspiel werden, als sich Chemnitz in eigener Halle nur hauchdünn mit 58:54 durchsetzte. Nicht zuletzt treffen diesen Samstag mit den drittplatzierten NINERS und den auf Rang sechs stehenden Giants zwei ambitionierte Playoffanwärter gegenüber, die mit Hinblick auf die Meisterrunde jeden Sieg gut gebrauchen können. "Umso wichtiger ist es, dass all unsere Stammspieler wieder fit sind", sagt Schreier und gibt abschließend ein klares Ziel aus: "Wir wollen unsere Siegesserie in Düsseldorf unbedingt fortsetzen und mit zwei Punkten nach Chemnitz zurückkehren!"
TERMIN:
Gloria Giants Düsseldorf – BV Chemnitz 99, Samstag, 18.02.2012, 18:30 Uhr, CASTELLO
Matthias Pattloch