Diesen Samstag muss die BV Chemnitz 99 bei den webmoebel Baskets Paderborn antreten. Im fernen Nordrhein-Westfalen würden die NINERS am liebsten gleich Wiedergutmachung für die bittere Heimniederlage gegen Cuxhaven am letzten Samstag betreiben. Doch Paderborn ist nahezu perfekt in die neue Saison gestartet und liegt momentan nicht ohne Grund auf dem dritten Tabellenplatz – punktgleich mit den beiden führenden Teams aus Weißenfels und Cuxhaven. So geht Felix Schreier mit einer durchaus gedämpften Erwartungshaltung in die anstehende Partie: "Paderborn ist die offensivstärkste Mannschaft der Liga und kaum zu stoppen. Da haben wir gerade auswärts bestenfalls eine Außenseiterchance. Aber nach dem schlechten Auftritt gegen Cuxhaven geht es für uns vor allem darum, spielerisch einen Schritt nach vorn zu machen."
Diesbezüglich sieht der 22-jährige Coach an beiden Enden des Feldes großen Handlungsbedarf: "Einerseits müssen wir als Team besser verteidigen, insbesondere gegen die individuell starken Paderborner, und vor allem leichte Gegenpunkte durch Fastbreaks verhindern. Andererseits müssen wir in der Offensive bessere Entscheidungen treffen und die Zahl der unnötigen Ballverluste verringern." Letztlich können die NINERS um Kapitän Gary Johnson aber nur dann in die Erfolgsspur zurückfinden, wenn alle Leistungsträger ihr Potential ausschöpfen. Dies war zuletzt nicht immer der Fall, was mitunter auch am eng gestaffelten Spielplan und diversen Verletzungen lag. Doch inzwischen hat sich die Lage entspannt. "Alle Akteure konnten diese Woche mit hoher Intensität trainieren", bestätigt Schreier eine gute Vorbereitung auf das Match in Paderborn.
Ob dies allein ausreichen wird, um die Gastgeber am Samstag ernsthaft zu gefährden, muss sich aber erst noch zeigen. Schließlich wusste Paderborn im bisherigen Saisonverlauf durchaus zu beeindrucken. So fegten die Baskets beispielsweise Karlsruhe mit 119:92 vom Feld, gegen die Saar-Pfalz Braves gelang ein 98:93-Erfolg und vor zwei Wochen setzte man sich in Ehingen mit 108:105 nach Verlängerung durch. Im Schnitt erzielte Paderborn mehr als 100 Punkte pro Partie und konnte sich stets auf das Scoring-Potential seiner US-Boys verlassen. Allen voran natürlich auf Justin Stommes, der mit durchschnittlich 24.6 Zählern erfolgreichster Punktesammler der 2. Basketballbundesliga ist und fast 60 Prozent seiner Dreier bei gut acht Versuchen pro Partie verwandelt. Auch seine amerikanischen Landsleute Jefferson Mason (18.6), Jamar Diggs (14.0) und Nick Freer (7.2) strahlen jederzeit massive Korbgefahr aus. Gemeinsam mit den beiden deutschen U20-Nationalspielern Lars (3.3) und Ole Wendt (2.6) bilden die vier Scoringmaschinen aus Übersee einen sehr gefährlichen Backcourt - vielleicht sogar den besten der gesamten ProA.
Unter den Körben setzt Paderborns Cheftrainer Thomas Glasauer dagegen ausschließlich auf einheimische Akteure. Neben A2-Nationalspieler Ben Spöler (8.0) überzeugen hier vor allem die Neuzugänge Michael Fleischmann (10.2) und Michael Jost (8.0). Zu guter Letzt komplettiert der routinierte Flügelspieler Daniel Lieneke (4.8) den zehnköpfigen Baskets-Kader. "Bei Paderborn kann nahezu jeder Spieler konstant punkten. Das macht sie so extrem gefährlich und kaum ausrechenbar. Deshalb muss bei uns am Samstag wirklich alles rund laufen, wenn wir vielleicht doch die Punkte aus Paderborn entführen wollen", hofft Schreier auf das nötige Quäntchen Glück.
TERMIN:
webmoebel Baskets Paderborn – BV Chemnitz 99, Samstag, 29.10.2011,19:30 Uhr, Paderborn
Matthias Pattloch