News Die Junge Liga

Keine Bürgschaft für Rhöndorf – ProA spielt mit 15 Teams

28.07.2011

Herr Grundmann, der Antrag die Dragons Rhöndorf durch eine Bürgschaft der anderen Bundesligisten in die ProA aufnehmen zu können wurde nicht angenommen. Wie erklären Sie sich, dass die Bundesligisten dem Vorschlag des Vorstandes nicht gefolgt sind?

Letztlich hatten die Antragsgegner Vorbehalte, für einen anderen Bundesligisten zu bürgen. Das ist nachvollziehbar und zu akzeptieren. Das Ziel des Antrags war es, die Liga als Gesamtprodukt zu stärken und beide Spielgruppen in Sollstärke spielen zu lassen. Dieser Argumentation war nach Ansicht des Vorstandes und mir als Geschäftsführer der Vorzug zu geben, so dass wir in einer außergewöhnlichen Situation einen außergewöhnlichen Vorschlag unterbreitet haben. Die Mehrheit der Bundesligisten hat sich dieser Argumentation angeschlossen, eine gemäß unserer Satzung für die Umsetzung benötigte 2/3-Mehrheit ist jedoch nicht zustande gekommen.

Mit der "außergewöhnlichen Situation" spielen Sie auf die während der vergangenen Saison erfolgten Lizenzentzüge gegen Osnabrück und Freiburg an?

Genau. Das waren keine schönen, aber absolut richtige Entscheidungen unseres Lizenzausschusses. Dadurch hat sich jedoch das Feld der potenziellen ProA-Kandidaten kurzfristig gelichtet. Der aktuelle Engpass ist dann durch die beiden zumindest im Fall Hannover überraschend gekommenen Verzichtserklärungen entstanden. Für den freien Platz sind dann einzig die Dragons Rhöndorf infrage gekommen. Für sämtliche andere Interessenten wäre derzeit die Erfüllung der Standards nicht zu realisieren gewesen.

Ist es nicht bedenklich, wenn die ProA nun mit nur 15 Mannschaften in die Saison gehen muss?

Keine Frage, das ist nicht optimal. Grundsätzliche Zweifel an unserem eingeschlagenen Weg ergeben sich dadurch jedoch nicht. 

Eine Absenkung der Mindeststandards steht also nicht zur Debatte?

Das wäre der falsche Weg. Die ProA hat sich bislang sehr gut entwickelt und erfährt von allen Seiten große Anerkennung, gerade wegen der dort vorgeschriebenen Standards.

Von elementarer Bedeutung ist, dass durch die ProA der Anschluss an die Beko BBL gelungen ist. So konnten wir einem Szenario wie im deutschen Eishockey vorbeugen, wo nach aktuellem Stand der direkte Aufstieg aus der 2. in die 1. Bundesliga auf Jahre hinaus nicht verankert sein wird.

Ohne die Qualität der ProA hätte sich der FC Bayern München nicht in diesem Maß engagiert. Mindestens ebenso bedeutend ist die Tatsache, dass mit dem MBC und den GLORIA Giants Düsseldorf beide Absteiger aus der Beko BBL die Herausforderung ProA mit der Absicht annehmen, direkt wieder aufzusteigen. Denn eines der Hauptziele der ProA war und ist, genau diese Plattform zu bieten und einen regelmäßigen Austausch zwischen den höchsten deutschen Spielklassen zu ermöglichen.

Das alles ist Beleg für die sehr positive Entwicklung der 2. Bundesliga und des gesamten deutschen Basketballs.

Auch am Übergang zwischen ProA und ProB sieht es grundsätzlich gut aus. Die aktuellen ProB-Aufsteiger Ehingen und Leitershofen/Stadtbergen haben es trotz unterschiedlicher Voraussetzungen beide in überzeugender Manier geschafft, den Aufstieg zu realisieren. Darüber hinaus gibt es weitere ProB-Teams wie Vechta, Gotha und Leipzig, die sich kurz- bis mittelfristig die ProA auf die Fahne geschrieben haben und entsprechende Maßnahmen bereits jetzt vorantreiben.

Die Standards sind bekannt und jeder Standort, der die ProA anvisiert, kann sich frühzeitig darauf einstellen. Ich sehe uns derzeit in einer Übergangsphase und bin überzeugt davon, dass die derzeitige Situation eine Ausnahme bleibt.

In der ProA gibt es eine Mannschaft zu wenig, in der ProB eine zu viel. Welche Konsequenzen hat das dort?

Die ProB Nord spielt mit 13 Mannschaften. Dadurch lassen sich Spiele unter der Woche nicht vermeiden. Für den Neuntplatzierten der Nord-Hauptrunde wird die Saison bereits nach 22 Spielen zu Ende sein, während die die ersten acht Teams beider Gruppen überkreuz um den Aufstieg spielen und die im Süden auf den Rängen 9-12 platzierten Mannschaften überkreuz gegen die Nord-Teams der Plätze 10-13 in den Playdowns antreten.

(Quelle: Medieninformation Die Junge Liga)

Zurück